Chinareisedokus? Alles negativ? Gründe?

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Phytagoras
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Chinareisedokus? Alles negativ? Gründe?

Beitrag von Phytagoras »

Anlass meines Threads ist die Dokumentation "Paul Merton in China". Ich schau diese Touridoku gerade, aber die ganze Doku ist negativ gefärbt. Als müsse man ein schlechtes Bild Chinas zeigen. Und es geht in der Doku nicht um die Partei oder deren Vergangenheit.

Es gibt ne Art Suggestivfragen. Beispiel: Man fragt nen alten Fischer, "wie er es findet, dass sein Beruf nun für den Tourismus verkommen ist". Ja, er sagt verkommen. Er antwortet, dass dadurch sein Leben besser wurde und er endlich etwas mehr Geld verdient. Direkt danach wird wieder gesagt vom Sprecher, dass es dennoch ein zweischneidiges Schwert ist.

Dann als sie auf dem Li-Fluss fahren, wird suggestiert, dass die Touristenboote alle scheisse sind, weil man eigentlich seine Ruhe haben will, wenn man ne Touridoku macht. Dann reden sie mit drei Rucksacktouristen, die meinen, dass sie in China die ganze Zeit an den Arsch gefasst wird.

Als man in einer Chengdu-Oper war, wurd es wirklich niedergemahcht. Dieser Paul Merton meint, es wäre Scheisse.

Dann gings zu nem verfolgtem Christen. Was der in ner Touridoku zu suchen hat, weiss ich nicht.

Als es dann aber zu einem Rechtsanwalt geht, der darüber rede, wie günstig es ist in China zu produzieren, schwung ein positiver Ton dabei und auf z.B. Lohnkosten wurde nicht eingegangen.

Dann liest er ne chinesische Zeitung und tut so, als ob jede News ne Lobpreisung an China ist.

Dann wird auch so getan, als wäre es ganz normal, wenn man das chinesische Kind aussetzt, wenn es ein Mädchen ist (ich weiss darum, dass es solche Situationen sicherlich in China gibt, aber es wird suggestiert, dass es Normalotät ist).

Dass sich dieser Paul Merton in tausend Situationen wie ein intoleranter Elefant im Porzellanladen verhält, muss hier nicht erwähnt werden.

Ich könnte hier noch mehr Beispiele nennen.

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Worauf ich hinaus wollt ist, dass ich oftmals in Chinadokus sehr viele Suggestivfragen bzw. negativ geprägte Stellen sehe. Mir sind die Probleme Chinas sehr bewusst und man muss auch bei einigen Themen kritisch Stellung beziehen.
Aber oftmals wirkt es einfach so, als ob man für solche Reisedokus Leute anstellt, die keinerlei Ahnung vom Land haben und man irgendwie dennoch für jede Stadt negative Aspekte rausfischt.
So hätte ich z.B. nach dieser angesprochenen Doku den Eindruck, dass alle Chinesen unzivilisiert sind, an so einen Mist wie TCM glauben, sich für den Tourismus prostituieren, jeden Tah Penis essen etc.

Wenn ich dann aber mal als Beispiel Thailand nehme, über die es ja auch genug Reisedokus auf Öffentlich-Rechtlichen Sendern gibt, geht es da wirklich nur um den Tourismus. Es geht um schöne Strände, gute Touristenziele, ggf. Auswanderer. Aber die Dokus, die ich über Thailand in dem Zusammenhang sehe, denen fehlt das, was ich z.B. bei Chinadokus kritisiere. Dass es dort auch Sachen wie Zensur, poltische Skandale, poltiische Gefangene etc. gibt wird dort nie erwähnt. In den Reisedokus über China wird man aber irgendwie immer etwas negatives finde.

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Was ich mich nun frage? Was ist der Grund dafür, dass man in solchen Dokus über China ein negatives Bild vom Land und von deren Bewohnern prägt? Ist es die "Angst" vor dem großen bösen China?
Oder seh ich da irgendwie was falsch?

Hier soll es nicht um die Probleme im Land gehen, sondern um die Darstellung in Dokus!


Danke für dir Aufmerksamkeit :)
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HK_Yan
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Re: Chinareisedokus? Alles negativ? Gründe?

Beitrag von HK_Yan »

Ich hatte diese mehrteilige "Paul Merton in China" 'Doku' letztes Jahr schon gesehen und fand die recht interessant. Ich konnte da nichts China negatives sehen. Es waren eben seine (TV) Erfahrungen. Paul Merton ist übrigens ein britischer Komiker, man wusste also schon vorher das diese Doku eher für humorvolle Menschen, und damit auch keine wirkliche ernsthafte Chinabetrachtung ist.
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tanzhou
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Re: Chinareisedokus? Alles negativ? Gründe?

Beitrag von tanzhou »

Witzig kann man das nur finden, wenn man versteht das Paul Merton viele Dinge, eben durch sein Komiker-Dasein, gerne durch den Kokao zieht. Ich denke, viele Europaear und Amerikaner verstehen diese Art von Komik, es ist Geschmackssache.
Bei seiner Euro-Tour hat er ja nichst anderes gemacht (siehe Paul Merton in Europa: http://www.bbcgermany.de/GERMANY/dokume ... ng_982.php).
Ob das Verstaendnis auch so fuer einen Chinesen gilt weiss ich nicht. Koennte mir vorstellen, dass soetwas vllt hier und da "in den falschen Hals" geraet. Wenn ein Chinese diese westl Art der Komik-Doku kennt, da er vllt in Europa lebt, wird es wohl auch eher amuesant aufgenommen. Ich habe die China Doku nicht gesehen, aber muss auch sagen, bin mir nicht sehr sicher, ob diese Komik-Anwendung hier in China das Richtige ist (sofern es ein Chinese hier zu sehen bekommt, ggfs uebersetzt und durch die Uebersetzung fehlende "Pointe") und es dann eher verletzend/beleidigend wirkt. Man muss schon aufpassen, was man durch den Kakao ziehen kann und wo man vllt sich etwas zurueckhalten sollte.
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OlafSt
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Re: Chinareisedokus? Alles negativ? Gründe?

Beitrag von OlafSt »

Zweierlei Dinge: Erstens, es wird nichts suggestiert (vorgeschlagen). Es wird suggeriert (der Eindruck erweckt). Ändert aber nichts daran, das es trotzdem Suggestivfragen bleiben (mit einer durch die Frage an sich schon vorgegebenen Antwort).

Zweitens ist China noch immer keine Demokratie, sondern eine Ein-Parteien-Diktatur mit gleichgeschalteten und zensierten Medien. Natürlich klingt da überall "Die Partei ist cool" in jedem zweiten Satz mit.

However, mit dem britischen Humor von Paul Merton wird das ganze eine eher locker gefärbte Sache. Ohne ein Gespür für diese Art Humor klingt das alles sehr negativ, keine Frage - ist aber nicht so gemeint.
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Phytagoras
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Re: Chinareisedokus? Alles negativ? Gründe?

Beitrag von Phytagoras »

Ah. Danke :)

Mir kam es nur so vor, als wäre dieser Paul Merton ziemlich "disgusted" von China an sich.
Und dennoch sah ich an einigen Stellen Negativtendenzen, die ich mir durch Humor alleine nicht erklären kann.

So z.B. die Stelle mit dem Fischer, als man den Fischer gefragt hatte, wie er es findet, dass sein Beruf nun als Touristenattraktion "verkommen" ist. Das Wort "verkommen" beinhaltet doch schon eine Negativkomponente.
Zweitens ist China noch immer keine Demokratie, sondern eine Ein-Parteien-Diktatur mit gleichgeschalteten und zensierten Medien. Natürlich klingt da überall "Die Partei ist cool" in jedem zweiten Satz mit.
In der Doku wurde es aber so dargestellt, dass jeder Artikel in der Zeitung eine Lobhymne auf die Partei ist. Er meinte "Guckt mal! Hier steht Partei ist cool. Im nächsten Artikel steht, dass die Partei super ist."
Ohne die Zeitung zu kennen, muss man ihm nun glauben.

Mir ist schon klar, dass es solche Artikel gibt, nur besteht eine chinesische Zeitung nicht zu 100% aus den Lobhymnen.

Es wurde imo zu sehr verallgemeinert. Wie geschrieben, wurde auch gesagt, dass es Normalität wäre, wenn man sein neugeborenes Mädchen alleine zurücklässt.

Ich kenne den britischen Humor nicht und wie ihr meint, scheint das alles dazuzugehören. Nur als jemand, der den Humor nicht kennt, wird man nach der Doku, wie schon geschrieben, ein recht negatives Bild Chinas erhalten, das die Vorurteile, die man sowieso schon hat, nur bekräftigt.

(Und die Doku ist imo auch ziemlich inhaltslos als Reisedoku)

___________________________________________

Das war auch nur ein Teil, worum es mir ging. Wenn ich sonst Dokus oder kleine Reportagen über China in den News sehe, die eher touristisch geprägt sein sollen, kommt irgendwie immer eine negtive Komponente hinzu.
Ich erinner mich noch an ne Doku, als es um Beijing ging. Da wurden die amerikanischen Expats, die Bürotürme bauen als total positiv dargestellt (auch wenn sie selbst meinten, dass sie sich für China net interessieren, sondern nur für das Geld, was sie da verdienen), die chinesische Kultur aber als rückständig.
Dann hatte ich irgendwann mal was über Karneval in Beijing gesehen. Hälfte des Beitrags war Karnevl, die andere Hälfte ala "aber die böse Regierung..."

Mir scheint es einfach so, dass es in vielen Dokus einseitig zu geht. Man versucht irgendwie die Vorurteile zu bestätigen (Chinesen essen alles, Repressionen sind an der Tagesordnung, Touristen machen das alte China "kaputt" etc.).
Wenn Leute interviewt werden, heißt es im Anschluss vom Sprecher immer "So hat er, wohl aus Angst vor der Regierung, nicht mehr erzählt."


[Hat vielleicht einer Tipps zu neueren guten Reisedokus über China?]

Danke :)
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bossel
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Re: Chinareisedokus? Alles negativ? Gründe?

Beitrag von bossel »

tanzhou hat geschrieben:Ob das Verstaendnis auch so fuer einen Chinesen gilt weiss ich nicht.

Naja, der TS ist ja kein Chinese & bei ihm hapert's auch etwas mit dem Verständnis.

Aber es ist leider tatsächlich so, daß Selbstironie (auch auf die Nationalität bezogen) für unsäglich viele Chinesen ein Problem darstellt. Auch bei so manchen Akademikern ...
Man muss schon aufpassen, was man durch den Kakao ziehen kann und wo man vllt sich etwas zurueckhalten sollte.
Wieso? Ich mache mich über alles & jeden lustig, wenn es einen Grund dafür gibt. Wenn die Leute den Hintergrund nicht verstehen, dann versuche ich es uU zu erklären, aber abhalten lasse ich mich von deren Unverständnis nicht.
Habe auch schonmal einen Anschiß von der Uni gekriegt, weil ich im Unterricht was über Mao sagte, aber was soll's?
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Re: Chinareisedokus? Alles negativ? Gründe?

Beitrag von bossel »

Phytagoras hat geschrieben:Ohne die Zeitung zu kennen, muss man ihm nun glauben.
Oh, heilige Medienkompetenz!
Bist Du in Deutschland aufgewachsen? Um genau zu sein: in der DDR?

(Und die Doku ist imo auch ziemlich inhaltslos als Reisedoku)
Es ist ja auch idS keine Reisedoku, sondern eine Comedy im Gewand einer Doku. :roll:
Ich erinner mich noch an ne Doku, als es um Beijing ging. Da wurden die amerikanischen Expats, die Bürotürme bauen als total positiv dargestellt (auch wenn sie selbst meinten, dass sie sich für China net interessieren, sondern nur für das Geld, was sie da verdienen), die chinesische Kultur aber als rückständig.
Quelle? Habe in den letzten Monaten zufällig einen Haufen China-Dokus bei OTR runtergeladen. Leider keine Zeit, alle zu sehen. Aber wenn Du mir sagst, welche das war, gucke ich mal rein, sofern ich sie habe.
Mir scheint es einfach so, dass es in vielen Dokus einseitig zu geht.
Ich habe mir zumindest einige der Dokumentationen angeguckt. Kann ich irgendwie nicht bestätigen, aber gut, speziell Reisedokumentationen interessieren mich auch weniger.
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Re: Chinareisedokus? Alles negativ? Gründe?

Beitrag von Andy_yi »

Ich finde gerade mehrstündige Dokus über China sind oft eher positiv - Wildes China von BBC, Unterwegs in China von National Geographics, Faszination China von Edel German mal als Beispiel... Andere erwähnen Mißstände, bleiben aber insgesamt eher neutral - beispielsweise China: Dokumentation in 4 Teilen oder Discovery HD Atlas China.

Wo ich zu stimme, ist das vor allem in normalen Reportagen über China, wo eben gerne eine Sache speziell thematisiert wird (Uweltverschmutzung, Wanderarbeit, 1-Kind Politik, Organhandel etc. ) extremst - auch themenübergreifend - über China hergezogen wird. Das ist leider auch oft das Einzige, was sich der Ottonormalverbraucher nebst seiner regelmäßigen Dröhnung von schlechten Schlagzeilen in den Tageszeitungen über China anschaut. Hinzu kommen noch eine ganze Portion derbster Unwahrheiten über Hörensagen von Leuten, die angeblich mal in China gewesen sein wollen. Entsprechend geprägt ist das Bild über China in Deutschland.
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Re: Chinareisedokus? Alles negativ? Gründe?

Beitrag von Phytagoras »

Quelle? Habe in den letzten Monaten zufällig einen Haufen China-Dokus bei OTR runtergeladen. Leider keine Zeit, alle zu sehen. Aber wenn Du mir sagst, welche das war, gucke ich mal rein, sofern ich sie habe.
Boah, keine Ahnung mehr. Ist schon länger her. Ging um die Olympiade 2008, also schon etwas älter.
Es ist ja auch idS keine Reisedoku, sondern eine Comedy im Gewand einer Doku.
Ich hatte ja schon geschrieben. Hab die Comedy nicht wirklich in der Doku entdeckt.
Wenn dann halt gesagt wird, dass allgemein Chinesen nen weibliches Baby lieber aussetzen, ohne nen sarkastischen Unterton, hört sich das für mich eher nach nem Fakt an.

Genauso wenn negative Wörter wie "verkommen" benutzt werden, obwohl es dem Fischer nun besser geht. Das lenkt imo schon in eine Richtung hin.

Ich finde gerade mehrstündige Dokus über China sind oft eher positiv - Wildes China von BBC, Unterwegs in China von National Geographics, Faszination China von Edel German mal als Beispiel... Andere erwähnen Mißstände, bleiben aber insgesamt eher neutral - beispielsweise China: Dokumentation in 4 Teilen oder Discovery HD Atlas China.
Ja. Die ersten drei von dir angesprochenen Dokus hatte ich auch gesehen und fand sie super. Würde gerne mehr von solchen sehen...
Wo ich zu stimme, ist das vor allem in normalen Reportagen über China, wo eben gerne eine Sache speziell thematisiert wird (Uweltverschmutzung, Wanderarbeit, 1-Kind Politik, Organhandel etc. ) extremst - auch themenübergreifend - über China hergezogen wird.
Ich hab nix dagegen, wenn gut über Umweltverschmutzung, Wanderarbeit etc. berichtet wird. Das Problem ist eher, wenn ich dann z.B. ne Doku über Land und Leute sehe, in dem solche Themen im Hintergrund angesprochen werden, damit man schon ein negatives Bild bekommt, obwohl es vordergründig um ne Reisedoku geht.
Hinzu kommen noch eine ganze Portion derbster Unwahrheiten über Hörensagen von Leuten, die angeblich mal in China gewesen sein wollen. Entsprechend geprägt ist das Bild über China in Deutschland.
Ich versteh es halt nicht so ganz, wieso. Ich mein, Deutsche sind gern nach Tunesien und Ägypten gereist oder reisen immer noch gerne nach Thailand. Da gibt es genau die selben Probleme (totale Armut, Zensur, Bürgeraufstände, Kinderprostitution, korrupte Regierung, politische Gefangene etc.), aber ein negatives Bild von diesen Ländern haben "die Deutschen" nicht.
Wenns aber um China geht, hört man immer, wie scheiße es dort sein soll, man sich angeblich mit Freunden nicht über Tiananmen unterhalten darf, sonst kommt man ins Gefängnis etc.

Ich finde es einfach nur schade, dass man da mit so ner Doppelmoral rangeht.

Und denke, dass solche angeblichen "Reisedokus" und normale Reportagen mit negativem Touch ihren Teil dazu beitragen.
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Re: Chinareisedokus? Alles negativ? Gründe?

Beitrag von robbe »

Gängige Art deutscher oder auch anderer Dokumentationen... Leider... Kommt also nicht nur bei China-Dokus vor.
Objektivität ist ein Fremdwort und Einzelfälle werden für eine allgemeine Darstellung missbraucht.
Selbst bei Natur-/Tierdokus kommt meistens irgendwann, wie böse doch der Mensch ist und alles kaputt macht ohne Gründe/Ursachen etc. zu nennen.
usw.
hauptsache spektakulär, emotional und unterhaltsam.

Mitgefühl und Emotionen kommen halt beim Zuschauer nicht so gut rüber, wenn der Großteil gezeigt wird, der mit allem zufrieden ist. "Individuelle Schicksale" sind da doch viel bewegender...
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Re: Chinareisedokus? Alles negativ? Gründe?

Beitrag von no1gizmo »

Phytagoras hat geschrieben:Anlass meines Threads ist die Dokumentation "Paul Merton in China". Ich schau diese Touridoku gerade, aber die ganze Doku ist negativ gefärbt. Als müsse man ein schlechtes Bild Chinas zeigen. Und es geht in der Doku nicht um die Partei oder deren Vergangenheit.
Muss man auch in der Regel, sonst stimmen die Einschaltquoten nicht. Die Leute wollen ein China-Bashing sehen. China neutral erörtern, loben oder als gleichwertig erachten? Pää, das will doch keiner sehen (außer diejenigen, die sich ernsthaft für China interessieren, sind aber zu wenige, als dass die meisten Unterhaltungsmedien sich damit zufrieden geben könnten)
Phytagoras hat geschrieben: Dass sich dieser Paul Merton in tausend Situationen wie ein intoleranter Elefant im Porzellanladen verhält, muss hier nicht erwähnt werden.
Jo

Phytagoras hat geschrieben: Wenn ich dann aber mal als Beispiel Thailand nehme, über die es ja auch genug Reisedokus auf Öffentlich-Rechtlichen Sendern gibt, geht es da wirklich nur um den Tourismus. Es geht um schöne Strände, gute Touristenziele, ggf. Auswanderer. Aber die Dokus, die ich über Thailand in dem Zusammenhang sehe, denen fehlt das, was ich z.B. bei Chinadokus kritisiere. Dass es dort auch Sachen wie Zensur, poltische Skandale, poltiische Gefangene etc. gibt wird dort nie erwähnt. In den Reisedokus über China wird man aber irgendwie immer etwas negatives finde.
Das ist ein indirektes Lob an China. China ist der Konkurrent zum Westen. In 20 Jahren könnte China uns alle am langen Arm verhungern lassen. Die Wirtschaft und Technologie in China schreitet voran und voran und das bei einem anderen politischen System. China wird ernst genommen.

Thailand ist dagegen eine Lachnummer. In Thailand interessieren sich Westler doch nur für Strände, Hotels und Prosituierte. Eine nationales Phantasialand, welches wirtschaftlich/technologisch keine Gefahr für den Westen darstellt, da interessieren solche grundsätzlichen Dinge nicht, wie sie in China angeprangert werden.
我是德国人,欧洲人和地球人

Blog über Leben und Arbeit in China- und Japan
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Re: Chinareisedokus? Alles negativ? Gründe?

Beitrag von Phytagoras »

Aber Einschaltquoten sollten (theoretisch) beim Ö-R Sendern nicht im Vordergrund stehen.
Gängige Art deutscher oder auch anderer Dokumentationen... Leider... Kommt also nicht nur bei China-Dokus vor.
Mir persönlich kommt es nur so vor, als müsse man in Reportagen und (subjektiven) Dokus, immer was negatives in den Vordergrund stellen.
Wie schon geschrieben. Ich hab nix dagegen, wenn man wirklich differenziert ne Doku über Wanderarbeiter, politische Korruption etc. macht.

Nur wollte ich mir diese Paul Merton Doku anschauen, weils nen Dreiteiler ist und ich dachte, man sieht viel vom Land. Vielleicht nen paar neue Ziele, wo man Urlaub machen kann.
Stattdessen seh ich nen Kerl, der sichtlich "angepisst" vom Land ist.
Sich über alles beschwert.
Irgendne katholische Kirche, wo natürlich gesagt wird, dass der Inhalt einer Messe vom Staat vorgeschrieben wird (ich hab k.A., aber stimmt das wirklich?).
Negatives zu TCM.

Mir kam es nicht nach Sarkasmus oder Comedy vor, sondern eher so, als wolle man ein bestimmtes Bild erzeugen.
Mal ehrlich. Wer von euch wurde tagtäglich in China als Mann am Arsch angefasst?
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Re: Chinareisedokus? Alles negativ? Gründe?

Beitrag von bossel »

Phytagoras hat geschrieben:Boah, keine Ahnung mehr. Ist schon länger her. Ging um die Olympiade 2008, also schon etwas älter.
Die meisten Dokumentationen, die ich runterlade, sind schon etwas älter. Dank der diversen öffentlich-rechtlichen Recycling-Sender. Aber wenn Du den Titel nicht mehr weißt...
Ich hatte ja schon geschrieben. Hab die Comedy nicht wirklich in der Doku entdeckt.
Spätestens bei solchen Szenen wie beim Kungfu-Unterricht sollte es aber auch den ironieresistentesten Konsumenten klar werden.
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Re: Chinareisedokus? Alles negativ? Gründe?

Beitrag von asiaxxxpat »

Paul Merton's China kam hier neulich auch im Fernsehen und es war eigentlich seichte Unterhaltung, aber ich kann mir natuerlich vorstellen, dass die Doku in deutscher Sprache einiges verliert. Wenn es Dich beruhigen sollte, so kannst Du Mal Paul Merton und Indien oder Europa suchen. Von diesen Plaetzen wird ein aehnliches Bild gezeigt.

Merton liest in der China Daily. Aehnlich wie dort gezeigt, sind die Zeitungen und auch das TV in China gleichgeschalten, wenn ich mich allerdings Recht erinnere sagt er nicht, da stuende die Partei sei so toll, sondern China sei toll. Jemals schon chinesische News gesehen oder China Daily gelesen?

Ansonsten ist hier wieder einmal die Behauptung aufgestellt worden, dass generell die westliche Presse sich unfair negativ auf China eingeschossen hat und dass man zB ueber Thailand nur positives hoert.

Kurz einmal Thailand + Dokumentation im deutschsprachigen youtube eingegeben:
http://www.youtube.com/results?search_q ... zzpP73Ji1M

Sofort sind da Dokumentationen ueber Pataya etc. Aber ich bin mir sicher, dass das so natuerlich im deutschen Fernsehen nicht ist. Von Sex und Thailand hat man in D natuerlich noch nie etwas gehoert. ;-)

http://www.youtube.com/results?search_q ... 0xe_Z1CiEc

Wenn man das gleiche Experiment mit China + Dokumentation durchfuehrt, dann kommt man zumindestens nicht sofort auf Dokumentationen, deren Namen schon den Ton vorgeben, ungleich wie in Thailand. Und ueber die massive Sexindustrie in China hat man im deutschen Fernsehen auch noch nie etwas gehoert? Und wenn auch nur Greater China, so hat man in D auch noch nie etwas ueber die fast 100,000 Kinder gehoert die im wirtschaftlich entwickelten Taiwan prostituiert werden.
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Stefan01
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Re: Chinareisedokus? Alles negativ? Gründe?

Beitrag von Stefan01 »

Phytagoras hat geschrieben:Aber Einschaltquoten sollten (theoretisch) beim Ö-R Sendern nicht im Vordergrund stehen.
Gängige Art deutscher oder auch anderer Dokumentationen... Leider... Kommt also nicht nur bei China-Dokus vor.
Mir persönlich kommt es nur so vor, als müsse man in Reportagen und (subjektiven) Dokus, immer was negatives in den Vordergrund stellen.
Wie schon geschrieben. Ich hab nix dagegen, wenn man wirklich differenziert ne Doku über Wanderarbeiter, politische Korruption etc. macht.

Nur wollte ich mir diese Paul Merton Doku anschauen, weils nen Dreiteiler ist und ich dachte, man sieht viel vom Land. Vielleicht nen paar neue Ziele, wo man Urlaub machen kann.
Stattdessen seh ich nen Kerl, der sichtlich "angepisst" vom Land ist.
Sich über alles beschwert.
Irgendne katholische Kirche, wo natürlich gesagt wird, dass der Inhalt einer Messe vom Staat vorgeschrieben wird (ich hab k.A., aber stimmt das wirklich?).
Negatives zu TCM.

Mir kam es nicht nach Sarkasmus oder Comedy vor, sondern eher so, als wolle man ein bestimmtes Bild erzeugen.
Mal ehrlich. Wer von euch wurde tagtäglich in China als Mann am Arsch angefasst?
Ich denke du darfst das nicht so ernst sehen.
Es geht hier ja schließlich um Unterhaltung und Comedy, da muss man damit rechnen dass vieles durch den Kakao gezogen wird.
Paul Merton machte ja auch eine Doku-Reihe in Europa.
Da zieht er auch vieles ins Lächerliche.
Ich finds lustig.

Eine gute China Dokumentation ist die 6-teilige Reihe "Wildes China".
Die bleibt sachlich und verzichtet auf bashing und gags.
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