Genau genommen gibt es in fast allem mehr Unterschiede als Ähnlichkeiten. Hitler wurde von "der herrschenden Klasse" an die Macht gehievt, zu einem Zeitpunkt, als seine Bewegung anfing auseinanderzulaufen, seine Partei bei Wahlen fast 2 Millionen Stimmen verloren hatte und vor einer möglichen Spaltung stand. Das deutsche rechte Militär, die antidemokratische Beamtenschaft, Unternehmer, Grossgrundbesitzer und rechte Kirchenkreise wollten die Diktatur, wie sie den Revanchekrieg wollten. Ok, sie wollten nicht alle die Diktatur, wie sie sie dann bekamen, und den Krieg wollten sie auch gewinnen. Aber in vielem unterschieden sich DNVP und Zentrum, also das politische Spektrum, das sich nach dem Zweiten Weltkrieg vorwiegend in der CDU wiederfand, nicht sehr von der NSDAP. Ich habe viele Zeitungen jener Zeit gelesen, und der Unterschied zwischen der Hugenbergpresse und dem Völkischen Beobachter ist auf weiten Strecken so gut wie nicht feststellbar. Deutschland war Ende 1932 ein grosses und fortgeschrittenes Industrieland, die Katastrophe der Massenarbeitslosigkeit war von dem diktatorisch regierenden Rechtspolitiker Hugenberg vorsätzlich ausgelöst, die Arbeits- und Kreditprogramme zur Wirtschaftsankurbelung lagen in den Schubladen, Hitler brauchte sie später nur herausholen und mit Erfolg anwenden. Die deutsche Rechte fuhr einen Katastrophenkurs, um die verhasste Demokratie zu beseitigen.edmund27 hat geschrieben:Ich finden Vergleich Hitler mit Mao schlecht. Wenn man die Machtergreifung der beiden Diktoren dann haben Sie nur eines gemeinsam, dass sie nur andie Macht kommen konnten, weil die damalige herschende Klasse versagt hat.
Und zu China habe ich noch eine These. Was wäre gewesen, wenn Mao den Bürgerkrieg verloren hätte? Und dieser Gerneral an die Macht gekommen wäre.![]()
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Mao stand an der Spitze einer grossen Volksbewegung, die sich während des Krieges gegen die Japaner gefestigt und verbreitert hatte. Die KMT nahm 1946 den Bürgerkrieg wieder auf, nachdem Gespräche über eine Koalitionsregierung gescheitert waren, erlitt aber nach kurzer Zeit schwere Niederlagen, während das Land in mehreren aufeinanderfolgenden Hyperinflationen des fabi, des Gold- und des Silberyuan im Chaos versank. Im von der KMT kontrollierten China verbreitete sich Endzeitstimmung und verfestigte sich der Eindruck, dass die Regierung nichts mehr unter Kontrolle bekam, die Wirtschaft, die sozialen Probleme, die Sicherheit, und auch nicht den Bürgerkrieg, den nach über einem Jahrhundert ohne Frieden alle gründlich satt hatten.
"Jener General" Jiang Jieshi war an der Macht. Er war formell Präsident einer der Grossmächte, der Sieger des Zweiten Weltkriegs. Er genoss die Unterstützung der USA und der UdSSR. Das einzige, was er nur zum Teil hatte und in den Jahren 1945-48 endgültig verspielte, war das Vertrauen der Chinesen. Dabei sehe ich aber auch keine andere politische Gestalt jener Zeit im Lager der KMT und ihrer Verbündeten, die in der Lage gewesen wäre, das Ruder herumzureissen.
Insofern sehe ich ausser der Tatsache, dass beide eine Diktatur errichteten, wenige Parallelen. Auch ich halte den Vergleich für unfruchtbar und polemisch.
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