einfach-ich hat geschrieben:
1. Buch mein Kampf kann man heute noch erwerben zwar nich legal aber wer will bekommt es
und in Buecherein kann man auch drin lesen
Um das zu ergänzen: Man kann das Buch antiquarisch erwerben, was mittlerweile teuer ist. Bis in die sechziger Jahre fand man den Schmöker häufig auf dem Sperrmüll. Ferner gibt es eine englische Ausgabe von Penguin Books. Ausserdem kann man das Buch aus dem Internet laden.
Nichts davon ist nicht legal. Auch der Besitz oder Weiterverkauf ist legal. Das Herunterladen aus dem Netz kann als Verstoss gegen die Urheberrechte des Landes Bayern gesehen werden. Das ist aber grenzwertig und es hat noch keine einzige Abmahnung etc. deswegen gegeben. Lediglich in Deutschland beheimatete Sites, die das Buch in elektronischer Form halten, müssen mit Massnahmen rechnen. Auch Raubdrucke sind natürlich unerlaubt. Der Besitz eines Raubdrucks hingegen ist das eher nicht.
Ab 2015 endet das Urheberrecht des Freistaats Bayern. Dann kann jeder den Schinken nachdrucken.
Im Unterschied zu dem Unfug von Edmund muss gesagt werden, dass Mein Kampf ein ermüdender Schinken voller Platitüden und Halbbildung, mit primitiven Hasstiraden (vor allem, aber nicht nur gegen Juden) und Küchenphilosophie auf erbärmlichem Niveau ist. Die autobiographischen Teile sind geschönt und gefälscht.
Sicher kann man sagen, dass darin die Absichten Hitlers wie Krieg und Diktatur, rassische und politische Unterdrückung etc. offen ausgesprochen worden sind. Damit stand er aber nicht allein. Einige der Figuren aus dem späteren Kabinett Adenauer haben sich in den zwanziger Jahren genauso geäussert. Die NSDAP war kein Einzelfall, ein grosser Teil der deutschen und österreichischen Konservativen dachte ähnlich. Und Hitler genoss noch nach Errichtung seines Gewaltregimes viel Sympathie in konservativen Kreisen der Demokratien.
Für Historiker ist es wichtig, den Mist zu lesen und in seine Zeit einzuordnen. Für den Rest, ich weiss nicht. Es steht keine Zeile drin, die ausserhalb des Kontextes von Bedeutung wäre.
Ich finde es bedauerlich, dass es nicht seit Jahrzehnten eine wissenschaftlich begleitete Neuausgabe gegeben hat, die auf die Textänderungen, vor allem nach 1933, die Fälschungen der Autobiographie etc. eingeht. All das findet man zwar in wissenschaftlichen Journalen und einigen Monographien. Aber das kleinliche Publikationsverbot Bayerns hat nur dazu geführt, diesen ermüdenden Schinken mit einem Nimbus zu versehen.
a^2