2) Red Cliff rangiert bei mir auch eher auf den hinteren Rängen. Der Film hat einfach Längen...und davon nicht zu knapp. Die Inszenierung total "verdramatischt" und selbst der angeblich künstlerische Ansatz ist so amateurhaft umgesetzt worden (man erinnere sich an die Szene mit dem Taubenflug), dass ich am liebsten aus dem Kino gerannt wäre. Am Besten vom ganzen Film fand ich die zarte Story um Zhao Wei und den einem (geistig etwas zurückgebliebenen) Soldaten, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe. Das fand ich originell und witzig umgesetzt. Schauspielerisch waren die Darbietungen insgesamt solide, dass sie keinen besonderen Anlass zur Kritik böten.
3) Yip Man war schon cool. Endlich mal ein Film, der wieder ein wenig nostalgische Feelings im Hinblick auf die alten Kung-Fu-Oldies der 70er und frühen 80er geworfen hat. Unbedingt emfehlenswert. Da sich aber der zweite Teil wohl auch (vor allem) um die Person Bruce Lees drehen wird, und ich Bruce Lee einfach nicht mag, werde ich mir den 2. Teil wohl sparen.
4) Und damit habe ich die Richtung schon vorgegeben, wie ich mich filmisch orientiere. Ich finde die alten 70er- und 80er-Klopper einfach begnadet. Die Stories sind zwar fast immer zum Wegschmeißen, aber ich bin ein Bewunderer asiatischer Kampfkünste (ohne selbst davon etwas zu können) und liebe diese bis ins kleinste Detail so verliebten Choreographien, bei denen die Aktionen und Reaktionen ohne wesentliche Filmschnitte erfolgen und teilweise sogar nur in einer Einstellung. Das stört mich an neuen Actionkloppern einfach kolossal, dass die Ästethik zugunsten der Dynamik geopfert und so eine Kampfsequenz hoffnungslos zerschnippelt wird, dass man nahezu überhaupt nix mehr erkennt, wer jetzt wie einen Schlag anbringt. Klar: In neuen Actionfilmen sind die Kämpfe auch eher realistisch gehalten, das sie nicht so toll anzusehen wären, würde man sie in nur einer Einstellung filmen. Aber ist halt nicht mein Ding...back-to-old-school...
5) Jackie Chan...mag ich nur seine 70er/80er Sachen...insbesondere seine amerikanischen Produktionen sagen mir überhaupt nicht zu. Und was ich an ihm überhaupt nicht mag ist sein Gesang: Er soll doch bitte endlich aufhören, zu singen! Er kann es einfach nicht...! ^^
6) Jet Li ist in den letzten Jahren hingegen immer besser geworden...schauspielerisch, wie ich finde...aber mittlerweile auch älter...und seine Fights sind auch nicht mehr so fantasievoll, wie noch in seiner frühen Zeit.
7) Und weil wir ihn schon gerade hatten: Donnie Yen holte in den letzten Jahren mit seinen "Hard-to-Reality"-Fights in der Popularität zu den beiden Größen mächtig auf. Am Anfang immer belächelt und eher nur für B-Produktionen engagiert, hat er es geschafft, sich endlich in die Topliga "hineinzukämpfen". Aber leider ist er ebenfalls schon in die Jahre gekommen, dass man also nicht allzuviel in Zukunft erwarten sollte. Sozusagen der Latecomer im chinesischen/hongkongnesischen Actionfilm. (aber immerhin...bei ihm hat man das Gefühl, dass er sich als einziger weiterentwickelt. Jackie Chan entwickelt sich seit längerem schon zurück und Jet Li stagniert schon seit einer geraumen Zeit...aber kein Vorwurf! Ich wünschte, ich wäre mit 33 nur halb so fit, wie die mit über 50!


