Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

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Geist

Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von Geist »

Das ist natürlich nichts Deutsch(-Österreichisch)spezifisches, aber wenn wir schon immer wieder betonen, dass wir aus der Vergangenheit gelernt haben, überrascht es durchaus wie schnell wir doch wieder in alte Muster zurückfallen.
Abgesehen davon, das Du relativierst ist das ist mal eine gewagte These, zumal diesbez. auch noch ordentlich pauschalisiert wird - so zumindest der Eindruck. Sollte dies nicht so sein, so wäre es mir neu, wenn sich, wie von Dir beschriebene rassenideologische Merkmale und Assoziationen während einer Zeitschleife dermaßen fest im mind etablieren (wir reden hier von einer Zeitschleife von einige Jahren in denen eine entsprechende Indoktrinierung stattfand), das diese sich auf folgende Generationen auch noch übertragt bzw. unterbewusst verflechtet sind. Gibt es dazu eine Quelle?

Oder wie muss ich das verstehen?
Und das ist etwas was mich ziemlich nervt. Wir sind in Deutschland und Österreich einfach so unglaublich schnell mit negativen Sterotypen zur Hand. Egal ob Muslime, Russen oder Chinesen. Alles wird so schnell politisiert, instrumentalisiert und in ideologische Systemfragen umgemünzt
Du relativierst auch hier, wieder einmal.

Gruß
Geist
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Laogai
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von Laogai »

otternase hat geschrieben:
punisher2008 hat geschrieben:Willst du mir erzählen die Ärzte hätten sie sterben lassen wenn nicht vorher jemand bezahlt? Das kann ich mir nicht mal für China vorstellen.
da ist Deine Vorstellungskraft offenbar zu begrenzt, um auch die Realität abzubilden. Doch, genau so ist das in aller Regel...
So ein Schmarren, wenn die Eltern für die lebenserhaltenden Maßnahmen, die hier betrieben wurden, in Vorkasse hätten gehen müssen wäre das Kind schon viel früher gestorben.
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beowulf
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von beowulf »

Jetzt reicht's aber.Wissen Sie, was mich total nervt?Das ist, wenn jeglicher Bericht eines deutschen Mediums über schlimme Vorfälle in China REFLEXARTIG von manchen Chinesen und insbesondere auch von sogenannten deutschen "China-Kennern" als Hasspropaganda gegen China abgetan werden.Zu deiner Erinnerung, der Vorfall in Foshan wurde nicht nur von manchen deutschen Medien verfolgt, sondern vorallem auch von Medien aus China, Japan oder Medien aus englischsprahigem Raum.Im Vergleich zu englischsprachigem Raum wird in Deutschland viel zu wenig über die Vorfälle in China berichtet.
Man kann über einen Vorfall berichten, man kann ihn instrumentalisieren. Und ich kritisiere zweiteres.

Jetzt Deutschland und China auf die gleiche Stufe zu stellen, ala "so was gibt es hier auch" oder "so was könnte auch hier passieren", ist enfach nur absurd.Ich sehe auch einen gewaltigen Unterschied zwischen einem scheinbar betrunkenen Jugendlichen und einem in einer Blutlache liegenden zwei jährigen Mädchen! Nein, so was wie in Foshan hätte NIEMALS in gleicher Weise in Deutschland passieren können.Davon bin ich überzeugt.
Ach Blödsinn, kann genauso passieren, ist schon passiert und wird wieder passieren:
http://de.wikipedia.org/wiki/Zuschauereffekt

Man kann jetzt über das generelle Niveau sprechen, welches ich in großen Teilen Deutschland u. Österreichs höher einschätze als in den diversen Großstädten in China (am Land selbst, bin ich mir wiederrum nicht so sicher) aber das hängt von vielen Faktoren ab, die ich oben schon angesprochen habe. Wenn du glaubst, dass das eine "chinesische" Eigenheit ist, die alleine auf die "chinesische Kultur" zurückzuführen ist oder am "Kommunismus", bewegst du dich in dumpfen eindimensionalen Schablonen und reizt das Thema aus um deine Agenda voranzutreiben. Genauso wie diverse (vor allem deutsche, aber natürlich nicht ausschließlich) Journalisten das betreiben.

Ich finde es interessant warum es in China so hohe Wellen schlägt und wie das Thema in China angegangen wird. Ich finde es auch positiv wenn durch die Diskussion in China tatsächliche Defizite (Rechtsprechung bei Unfällen, Samariter Gesetzt etc.) angesprochen und beseitigt werden. Mich kotzt es aber an wenn der Entwicklungsprozess in China, bei uns politisch ausgeschlachtet wird.

Und die Dimension die das ganze angenommen hat, finde ich beängstigend. Bei China wird schon lange nicht mehr nur auf die KP oder das System eingedroschen, sondern auch auf die chinesische Kultur und Menschen.

Einen netten Kommentar dazu habe ich übrigens von einem Muslim gelesen. Er findet das erschreckend, aber für ihn bedeutet es zumindest mal einen Tag "frei zu haben" und nicht als Frauenschlagender Terrorist in den Medien gebrandmarkt zu werden.
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von earleyalgorithmus »

Mein Vater ist ein normaler KP-Mitglieder, gleichzeitig ein Biedermann. Meine Mutter ist Tochter von einem Koch der ehemaligen Pseudeo-"Mandschurei", auch eine normale chinesische Frau, anständig und fleißig. Ich habe von Ihnen niemals Egoismus gelernt. Ich werde auch niemals Leuten in der Not nicht helfen.

Die 18 Männchen in einem Metallmarkt in Foshan können nicht Durchschnittchinesen vertreten. Dessen bin ich sicher. Aber niemand außer China glaubt es. Alle Chinesen werden generalisiert. Alles erscheint wie geplant. Von daher rate ich dass der ganze Fall von somebody inszeniert geworden ist. Viellecht Japaner.
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Laogai
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von Laogai »

earleyalgorithmus hat geschrieben:Alle Chinesen werden generalisiert. Alles erscheint wie geplant. Von daher rate ich dass der ganze Fall von somebody inszeniert geworden ist. Viellecht Japaner.
Ah, und jetzt noch eine Verschwörungstheorie...
Der Fall wird immer interessante :roll:
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Huangming

Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von Huangming »

Werte, die über Jahrhunderte in einer Gesellschaft bestand hatten, können nicht binnen weniger Jahrzehnte zerstört werden. Und selbst wenn es so sein sollte, warum soll es dann ...
Moment Mal, haben Sie jemals von Mencius, dem Großmeister des Konfuzianismus gehört, der die Menschen stets gelehrt hat, dass jemand, der keine Mitgefühle für seine Mitmenschen hat, keinem Menschen würdig ist?(無側隱之心非人也)
Wussten Sie nicht, dass die Güte (仁) und Rechtschaffenheit (义) zu den fünf grundlegenden Prinzipien des menschenlichen Zusammenlebens (五常之道) im Konfuzianismus sind?
Als ein Schüler Konfuzius fragte, was Güte ist, meinte er nur:Güte ist, Menschen zu lieben!
Insbesondere Mencius geht von der Güte der menschlichen Natur aus.Er nennt als Beispiel, dass jeder, der sieht, dass ein kleines Kind in einen Brunnen zu fallen droht, sofort Mitgefühle für dieses Kind bekommt und dementsprechend dem Kind hilft.Dieses MItgefühl gehört zu den vier Tugenden (四善端)des Konfuzianismus und ist laut Mencius das, worin sich Menschen von Tieren unterscheiden!

Im Alten China war zwei Jahrtausend der Konfuzianismus vorherrschende Staatsphilosophie und LEITKULTUR.Ab der Sui-Dynastie konnte jemand nur Beamter werden, wenn er die Klassiker des Konfuzianismus, dazu gehören natürlich sämtliche Lehren von Mencius, beherrschte.Natürlich gab es in China also handfeste Werte, dass man Menschen im Notfall helfen MUSS.
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von violija »

laogai hat geschrieben:
earleyalgorithmus hat geschrieben:Alle Chinesen werden generalisiert. Alles erscheint wie geplant. Von daher rate ich dass der ganze Fall von somebody inszeniert geworden ist. Viellecht Japaner.
Ah, und jetzt noch eine Verschwörungstheorie...
Der Fall wird immer interessante :roll:
Alles nur inszeniert? Von den Japanern?
Eine wirklich unglaubliche Verschwörungstheorie!!
Ich hoffe, nicht alle Chinesen glauben dran.
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von violija »

Jetzt Deutschland und China auf die gleiche Stufe zu stellen, ala "so was gibt es hier auch" oder "so was könnte auch hier passieren", ist enfach nur absurd.Ich sehe auch einen gewaltigen Unterschied zwischen einem scheinbar betrunkenen Jugendlichen und einem in einer Blutlache liegenden zwei jährigen Mädchen! Nein, so was wie in Foshan hätte NIEMALS in gleicher Weise in Deutschland passieren können.Davon bin ich überzeugt.
Ach Blödsinn, kann genauso passieren, ist schon passiert und wird wieder passieren:
http://de.wikipedia.org/wiki/Zuschauereffekt

Niemals könnte so etwas in Deutschland passieren! Nicht am helligsten Tag und inmitten vieler Mitmenschen, totaler Blödsinn!
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von earleyalgorithmus »

violija hat geschrieben:
laogai hat geschrieben:
earleyalgorithmus hat geschrieben:Alle Chinesen werden generalisiert. Alles erscheint wie geplant. Von daher rate ich dass der ganze Fall von somebody inszeniert geworden ist. Viellecht Japaner.
Ah, und jetzt noch eine Verschwörungstheorie...
Der Fall wird immer interessante :roll:
Alles nur inszeniert? Von den Japanern?
Eine wirklich unglaubliche Verschwörungstheorie!!
Ich hoffe, nicht alle Chinesen glauben dran.
Nee. Die meisten Chinesen online verwünschen jetzt das Regime, das System und werfen ihre Landsleute selbst vor, und zwar sehr heftig.

Die These habe ich noch nicht in einem chinesischen Volksforum gestellt. Hier das erste Mal. Ich recherchiere bisher noch und warte auf weitere Beweise.
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von violija »

Mich kotzt es aber an wenn der Entwicklungsprozess in China, bei uns politisch ausgeschlachtet wird.

Und dieser Satz ist der absolute Schwachsinn! Bei uns politisch ausgeschlachtet? China wird in den deutschen Nachrichten kaum erwähnt
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von violija »

Alles nur inszeniert? Von den Japanern?
Eine wirklich unglaubliche Verschwörungstheorie!!
Ich hoffe, nicht alle Chinesen glauben dran.[/quote]

Nee. Die meisten Chinesen online verwünschen jetzt das Regime, das System und werfen ihre Landsleute selbst vor, und zwar sehr heftig.

Zu Recht! So was Schreckliches darf nicht passieren
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Beitrag von Laogai »

Huangming hat geschrieben:
Werte, die über Jahrhunderte in einer Gesellschaft bestand hatten, können nicht binnen weniger Jahrzehnte zerstört werden. Und selbst wenn es so sein sollte, warum soll es dann ...
Moment Mal, haben Sie jemals von Mencius, dem Großmeister des Konfuzianismus gehört[...]
Ja, von dem habe ich schon gehört. Sicherlich auch die meisten Chinesen, aber...
Huangming hat geschrieben:Ab der Sui-Dynastie konnte jemand nur Beamter werden, wenn er die Klassiker des Konfuzianismus, dazu gehören natürlich sämtliche Lehren von Mencius, beherrschte.Natürlich gab es in China also handfeste Werte, dass man Menschen im Notfall helfen MUSS.
... wie viele Menschen in China konnten in der Sui-Dynastie oder gar später lesen?

Es kann viel geschrieben und gedacht werden in einer Kultur, aber entscheidend ist doch, wie sehr sich das in der Gesellschaft auswirkt!
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von Huangming »

Natürlich können Werte, die über Jahrhunderte in einer Gesellschaft bestand hatten, binnen weniger Jahrzehnte zerstört werden.Ich sage mal als einfaches Beispiel die Einstellung der deutschen Gesellschaft zur Rolle der Frauen und zur Sexualität.Die traditionellen Werte wurden doch auch während weniger Jahrzehnte fast umgeworfen.
Oder man vergleicht Nazi-Deutschland mit Nachkriegsdeutschland.Binnen Jahrzehnte wurde der Nationalismus in Deutschland, der seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil der deutschen Leitkultur gewesen war, fast an den Rand der Gesellschaft verdrängt.

"
Wenn es um Werte und Normen geht kann man den buddhistischen Einfluss auf die chinesische Gesellschaft so gut wie vergessen. Von ein paar Mönchen abgesehen gehen die meisten Chinesen nicht in einen buddhistischen Tempel, weil sie der Lehre Buddhas folgen, sondern um für den eigenen Vorteil (Glück, Reichtum, Kindersegen) zu bitten. Das ist heute so und war früher nicht viel anders.
"

Der Buddhismus ist wohl ein schlechtes Beispiel dafür?Der Buddhismus hatte kein besonders großes Ansehen im Alten China gehabt(im Gegensatz zu Japan).Der Buddhismus wurde erst im 4 Jahrhundert von Fremdherschern in Nordchina groß verbreitet, um ein Gegenpol zur chinesischen Kultur zu schaffen.Der Buddhismus war, von der kurzen Herrschaft der Kaiserin Wu Zetian mal abgehen, nie eine Staatsreligion eines han-chinesiscshen Reiches gewesen.Selbst in ihrer Blüte unter der Tang- Dynastie kam es noch zur landesweiten Buddhistenverfolgung, weil ein Kaiser der Meinung war, dass der Buddhismus keine chinesische Religion sei. Einige westliche Missionare im 17. Jh kannten das nicht und trugen zuerst buddhistische Mönchskutten, um in China positiv aufzufallen.Dann haben sie Idioten gemerkt, dass Chinesen sie als Buddhisten verachteten, und haben dann konfuzianische Gewände getragen und sind dann voll erfolgreich in die chinesische Oberschicht integriert worden.

"Er hat neun Jahre als politischer Gefangener im "relativ freien Taiwan" verbracht, sechs davon, als Taiwan keineswegs "frei" war, sondern eine Diktatur."

Ich würde trotzdem behaupten, dass Taiwan unter der "weißen Diktatur" viel freier war als China unter Mao.
Ich würde sogar sagen, dass Taiwan unter Chiang kai-Shek demokratischer war als die heutige VR China.Denn selbst in den 50er Jahren, auf dem Höhepunkt des sogenannten Weißen Terrors, als Taiwan noch infolge des chinesischen Bürgerkrieges unter Kriegsrecht stand, gab es direkte regionale Wahlen auf der Kreis-und Stadtebene in Taiwan.Der parteienlose Gao Yushu konnte bei der Wahl von Taipeh 1954 den KMT-Kandidaten Wang Minning besiegen und Bürgermeister der Stadt Taipeh werden.Von solchen Zuständen können die heutigen Festlandchinesen noch träumen!Können Sie sich vorstellen, dass heutezutage ein KPCh-Kandidat in China abgewählt wird?Ich nicht!Denn bis heute dürfen Staatsbürger der VR China nur auf der Dorfebene den Leiter des Dorfkomitees direkt wählen, der jedoch dem Parteisekretär der Parteizelle der KPCh des Dorfes untersteht.

"
Weiterhin hat die Politik Maos (den ich damit keineswegs verteidigen möchte) nicht darauf abgezielt die chinesische Gesellschaft zu Egoismus und Wegsehen umzuerziehen. Stichwort Lei Feng!"

Die zahllosen Kampagnen Maos, insbesondere die Kulturrevolution, haben aber die chinesische Gesellschaft zu Egoismus und Wegsehen umzuerzogen und die traditionellen Werte des Konfuzianismus zerstört.Wenn sogar der Staatspräsident Liu Shaoqi oder der Generalmarschall Peng Dehuai, im Handumdrehen zu Staatsfeinden erklärt werden konnten und von den Massen in offener Straße ernierdrigt und anschließend zu Tode gequält werden konnten, wer war schon von dem Terror sicher außer Mao persönlich?
Laut Konfuzianismus ist der Lehrer wie der eigene Vater zu ehren und zu behandeln.In der Kulturrevolution haben unzählige Schüler ihre Lehrer, Studenten ihre Professoren auf die Straßen gezerrt, geschlagen und öffentlich gedemütigt.Es ist der Zusammenbruch einer bisherigen Wertvorstellung.
Es gibt wohl mittlerweile genug Dokumenentationen zur chinesischen Kulturevolution im Westen , dass ich hier nicht erklären muss, was da alles vorgefallen ist, oder?

Bo Yang war ein Kulturkritiker.Er stand in der Tradition der Vierten-Mai-Bewegung, aus der auch die Kommunistische partei Chinas hervorging, die die chinesische Kultur als Ursache für die Rückständigkeit Chinas sah.Natürlich wies die chinesische Kultur zu der damaligen zeit gravierende Mängel auf.Immerhin stand China fast drei Jahrhunderte lang unter einer brutalen Fremdherrschaft, die mit aller Macht versucht hatte, sie zu unterdrücken und zur ihrem Machterhalt umzuformen.Zum Beispiel wurde in der Qing-Dynastie die liberale Yangmin-Schule des Konfuzianismus so sehr unterdrückt, dass sie fast in Vergessenheit geriet.Zur Erinnerung:
Traditionell galt der Beruf als Handwerker und Händler bei den Konfuzianern als unsitterlich und verachtenswert.Das hatte zur Folge, dass kofuzianisch dominierte Dynastien den Händlerstand meist unterdrückt und somit eine Herausbildung einer kapitalistischen Gesellschaft fast unmöglich gemacht haben.Die Yangmin-Schule vrtrat jedoch die Meinung, dass Handwerker und Händler die gleiche soziale Position erhalten sollten wie Gelehrter. Die Yangmin-Schule vertrat auch liberale politische Ansichten.Der große Denker der Yangmin-Schule Huang Zongxi forderte schon im 17.Jh, die Macht der Monarchen einzuschränken oder gar den Mornachen gänzlich abzuschaffen.Er sagte wörtlich: Die Person, die unter dem Himmel am größten schadet, ist der Monarch.Wenn es keinen Monarchen gäbe, dann könnte jeder für sich selbst profitieren, dann könnte sich jeder seinen eigenen Interessen widmen.

Er war kein Einzelfall.Es gab zum Ende der Ming-Dynastie eine Reihe von großartigen liberalen konfuzianischen Denkern wie Gu Yanwu, Wang Fuzhi, Zhu zhiyu.Parallel dazu wurden auch zahlreiche westliche wissenschaftliche Werke von Konfuzianern ins Chinesische übersetzt.Nach der Eroberung Chinas durch die Qing wurde aber die orthodoxe Cheng-Zhu-Schule wieder gestärkt.Sowas wie die bedingugnslose Obrigkeitsgehorsamkeit gewann wieder die Oberhand.

Was ich sagen möchte ist: Anfang des 20. Jh verloren die Chinesen ihre Vertrauen in die eigene Kultur.Es herrschte eine weitverbreitete Meinung unter den Intellektuellen, dass die traditionelle chinesische Kultur verantwortlich sei für die Rückständigkeit Chinas.Diese Selbstleugnung und dieser Selbsthaß der eigenen Kultur fanden ihren Gipfel in der Kulturrevolution nach der Machtübernahme der Kommunisten.

Sowohl Bo Yang als auch die radikalen Kulturrevolutionäre der KPCh begingen jedoch den Fehler, die jahrtauend alte chinesische Kultur in einen Topf zu werfen.Man hätte viel besser einige Traditionen und Werte, die zu dem modernen Zeltalter gepasst hätten, herausfiltern können und weiterpflegen können, wie die Japaner und Westler es taten.ich meine, die Eurooäer haben nach der Aufklärung auch nicht alle christlichen Werte über Bord geworfen, obwohl das Monopol der christlichen katholischen Kirche die zivilsatorischen Enwicklung im Westen lange Zeit gehemmt hatte.

Stattdessen hat man in der VR China alles traditionelle als feudal, reaktionär und rückständig abgestempelt und weggeworfen.

Folglich ist ein Vakuum der Werte und Moral entstanden.Das ist besonders nach dem de-facto Zusammenbruch der kommunistischen Ideolgien deutlich geworden.

Taiwan hat die chinesische Kultur, im Gegensatz zur VR China, aufrechterhalten.In Taiwan geht es mit menschlichem Miteinander nicht so brutal zu wie in Festlandchina.Die chinesische Kultur an sich kann also nicht hauptverantwortlich sein für die moralischen Zustände in der VR China.
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Beitrag von Laogai »

Huangming hat geschrieben:Bo Yang war ein Kulturkritiker.Er stand in der Tradition der Vierten-Mai-Bewegung, aus der auch die Kommunistische partei Chinas hervorging, die die chinesische Kultur als Ursache für die Rückständigkeit Chinas sah.Natürlich wies die chinesische Kultur zu der damaligen zeit gravierende Mängel auf.
Die Worthülse "Natürlich wies die chinesische Kultur zu der damaligen zeit gravierende Mängel auf" habe ich zwar schon mehrfach gelesen, aber nie verstanden :(
Könntest du sie mir bitte erläutern!? Welche "Mängel" kann denn eine "Kultur" zu welcher Zeit aufweisen?

Ok, falscher Thread, ich mache morgen einen neuen dazu auf!
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Re: Kleinkind zweimal überfahren und liegengelassen

Beitrag von punisher2008 »

laogai hat geschrieben:Werte, die über Jahrhunderte in einer Gesellschaft bestand hatten, können nicht binnen weniger Jahrzehnte zerstört werden. Und selbst wenn es so sein sollte, warum soll es dann ...
Doch, können sie. Lies mal wieviel der traditionellen Werte durch die "Kulturrevolution" und dadurch verursachte Hungersnöte und andere Katastrophen zerstört wurden. Das ist tatsächlich innerhalb weniger Jahre/Jahrzehnte möglich, wenn es fanatisch und konsequent genug durchgeführt wird. Wie sonst willst du erklären, dass in einer konfuzianisch geprägten Gesellschaft auf einmal Kinder ihre Eltern denunzieren und Lehrer demütigen und töten? Wo siehst du da noch Spuren von 孝顺, die einem eigentlich Respekt vor den Eltern und Lehrern lehren sollten? Die Gesellschaft war während der Zeit so total fanatisiert dass auch diese jahrhundertealten Werte innerhalb weniger Jahre zerstört wurden. Wie leicht eine Bevölkerung zu unterwerfen und zu fanatischen Anhängern des Regimes gemacht werden kann beweist Nazi-Deutschland. In China kam noch hinzu, dass die "Opferrolle" hochgespielt wurde und ein klares Feindbild geschaffen wurde (ausländische Besatzer, Großgrundbesitzer etc.). Und das gleiche Regime ist auch 60 Jahre später noch an der Macht. Also wen wundert es?
laogai hat geschrieben:Weiterhin hat die Politik Maos (den ich damit keineswegs verteidigen möchte) nicht darauf abgezielt die chinesische Gesellschaft zu Egoismus und Wegsehen umzuerziehen. Stichwort Lei Feng!
Ja, die Parole 学习雷锋 kennt jeder, wird auch heute noch herausgekramt wenn man sie für angebracht hält. Und was bedeutet sie? Nichts, rein gar nichts, nur leeres Gerede, eine weitere Parole, um die Bevölkerung zur Liebe zur Partei und Vaterland zu "überzeugen". Mit ECHTER Nächstenliebe hat das nicht das geringste zu tun. Und selbst wenn Mao damit tatsächlich die Chinesen zu weniger Egoismus und mehr Hilfsbereitschaft erziehen wollte, hat er hoffnungslos versagt. Kurz nach seinem Tod verfiel das Land in einen Wahn von Geldgier und Rücksichtslosigkeit. Ich habe Mao nie speziell studiert, daher weiß ich nicht, inwieweit er selbst für die heutige chinesische Gesellschaft verantwortlich ist. Viel erreicht hat er gesellschaftlich jedenfalls nicht.
Dafür, dass du "Die hässlichen Chinesen" im Original gelesen hast, weißt du aber ziemlich wenig über den Autor. Er hat neun Jahre als politischer Gefangener im "relativ freien Taiwan" verbracht, sechs davon, als Taiwan keineswegs "frei" war, sondern eine Diktatur.
Die Ignoranz vieler Chinesen gegenüber allen Mitbürgern, die nicht zu den "Eigenen" gehören, hat Bo Yang in mehreren Schriften mit unterschiedlicher Heftigkeit kritisiert.
Klar wurde er kritisiert. Ich bleibe aber bei meiner Behauptung, dass er in Taiwan um ein vielfaches besser dran war als hätte er unter Mao gelebt. Ich sagte auch "relativ". Taiwan hat nichts mit der Kulturrevolution vergleichbares miterleben müssen. Gut, er mag politischer Gefangener gewesen sein. Auf dem Festland hätte er für seine Ansichten wohl nicht einen Tag überlebt. Auch wenn Taiwan "Diktatur" war, keiner dort hat nur annähernd so gelitten wie zu der Zeit auf dem Festland. Willst du das bestreiten? Man bemerkt auch im heutigen Taiwan ganz andere Verhaltensweisen und einen allgemein höflicheren und rücksichtsvolleren Umgang der Menschen. Zufall? Oder hat es ihnen tatsächlich genützt, nicht von der KP unterdrückt worden zu sein? Ich kenne Taiwan nur von vor vielen Jahren, trotzdem werde ich den Eindruck nicht los, dass man dort NICHT ohne Hilfeleistung ein kleines Kind wie in Foshan einfach hätte sterben lassen. Nein, das Problem ist nicht einfach die "chinesische Kultur", Hauptursache ist ganz sicher das Regime, Rechtssystem und verlorenen Werte auf dem Festland. Auch Hong Kong und Macau sind chinesisch, trotzdem wäre dort so etwas ganz sicher nicht passiert.
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