Dann frag ich mal in die Runde:
Ist das, was in der Bibel steht interpretierbar oder nicht?
Wenn nicht, dann müssten sich die Betreffenden ja folgerichtig als Anhänger des Kreationismus bezeichnen.
Hierzu mal ein Wiki-Link:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kreationismus
Nun hat die Naturwissenschaft - obwohl natürlich noch einiges der Klärung bedarf - einige wesentliche Grundlagen des Kreationismus widerlegt.
Ergo: Nicht alles, was in der Bibel steht stimmt.
M.E. ist es viel mehr so, dass sich der geneigte Leser in vielen Bereichen das für ihn Passende raussuchen kann, weil sich die Bibel (deren Autoren) bei wesentlichen Dingen durchaus widersprechen.
Mein Lieblingsbeispiel dazu: Da heisst es einerseits, dass Du auch Deine Feinde lieben sollst und dem der Dich schlägt auch noch die andere Wange hin halten sollst - andererseits gibts da auch das allseits bekannte "Auge um Auge - Zahn um Zahn"-Prinziep ...
Da heisst es: Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbild - und der soll sich (warum eigentlich?) kein Bildnis von Gott machen.
Auch leuchtet mir nicht ein, weshalb Gott so erzürnt über den Sündenfall war.
Als allwissender Gott, der er ja ist, hätte er wissen müssen, dass Eva in den Apfel beisst - und es, wenns ihn denn gestört hätte (und er den nachfolgenden Menschen das Paradies gegönnt hätte) verhindern können.
Die Bibel ist voll von solchen Ereignissen, die Gott alles andere als allwissend erscheinen lassen.
Für mich ist seine Beschreibung und sein Handeln typisch menschlich (im Guten wie im Schlechten) und da schliesst sich für mich der Kreis, denn ich bin ja der Ansicht, dass der Mensch für alle seine Taten selbst verantwortlich ist und er die Verantwortung dafür nicht auf ein höheres Wesen schieben kann (auch wenns manchmal bequemer ist und ggfs. das eigene Gewissen beruhigen soll).
Wenn Gott den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen hat (was ja so in der Bibel steht), dann ist Gott nichts anderes als ... ein Mensch.
Schlimmer noch: Der Part "nach seinem Ebenbild" heisst (ja impliziert es geradezu), dass er die Menschen geklont hat. Und Klone sind nun mal nicht so perfekt, wie das Original. Das ist das Übel des Genetic Engeneering.
Insofern ist Gottes Zorn über seine nicht perfekten Kopien dann doch wieder verständlich - wenn da nicht seine vorgebliche Allwissenheit wäre, die ihn das alles eben - ja - vorher wissen lassen müsste.
So, jetzt kann munter diskutiert werden
