Integrationspolitik im Deutschland

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MannAusChina
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Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von MannAusChina »

Seit lange wollte ich meine Meinung zu diesem sensiblen Thema äußern, endlich habe ich heute Zeit gefunden.

Deutschland braucht Zuwanderer, allein Geburtenrate bedingt. Es ist auch vorzusehen, dass die Quote der Zuwanderer aus der deutschen Bevölkerung immer größer wird. Die deutschen Politiker haben versucht, Integrationsmaßnahmen zu ergreifen, aber es ist kein Geheimnis mehr, dass die Integrationspolitik im Deutschland gescheitert worden ist. Viele glauben, dass dies auf der Integrationsunfähigkeit und/oder der Integrationsunwilligkeit der Zuwanderer zurückzuführen ist.

Ich hatte mal eine Talkshow im Fernsehen gesehen. Ich errinne mich nach an einem türkischen Mädchen, der Moderator interviewt hat. Sie ist im Deutschland geboren und aufgewachsen, aber sie will nichts mit Deutsche zu tun zu haben. Während des Interviews wurde sie ein Bild von einem sehr bekannten deutschen Politiker gezeigt und gefragt, ob sie ihn kennt. Sie sagte nein. Warum? Weil er ein Deutscher ist! Ich habe damals kaputtgelacht.

Aber was hat sie dazu gebracht, so eine feindliche Einstellung gegen die Gesellschaft, in der sie lebt, einzunehmen? Aus meiner Erfahrung in den letzten 10 Jahren kann ich sagen, dass es hautsächlich daran legt, dass die Deutsche generell noch nicht bereit sind, Zuwanderer zu akzeptieren. Die meisten Deutsche sind zwar „Ausländer “ gegenüber höflich, aber dahinter versteckt sich das Überlegenheitsgefühl und Distanzierung. Die meisten Deutsche haben tief im Bewusstsein eine klare Trennung zwischen „wir, die Deutsche“ und „ihr, die Ausländer“. Viele „Ausländer“ fühlen sich von der Gesellschaft ausgegrenzt werden wie Fremdkörper.

Meine Frau trifft regelmäßig mit anderen Müttern. Sie bringen die Kinder mit, sodass die Kinder zusammen spielen können und die Frauen sich unterhalten können. In dieser Gruppe gibt’s Familien aus Poland, Tschechen, Bulgarien, aber keine Deutsche. Sie haben schon deutschen Müttern eingeladen, aber keine ist gekommen/geblieben. Beim ersten Elternabend von der Grundschule meiner Tochter hat eine deutsche Frau, angesichts aller Eltern der 24 Kinder in der Klasse, die Frage gestellt „Warum gibt’s in unserer Klasse soviel Ausländer?“

Woher sollen wir als „Ausländer“ die Motivation haben, sich in eine Gesellschaft zu integrieren, in der wir nicht akzeptiert werden? Langsam kann ich das türkische Mädchen verstehen. Es wird keine erfolgreiche Integrationsmaßnahme geben, solange die Deutsche sich der „Ausländer“ gegenüber nicht entschließt! Und das wird früher oder später ein riesiges Problem für Deutschland sein!
Bin schon 16 Jahre permanent in Deutschland. Vielleicht klinge ich daher manchmal etwas überzogen, aber ich kann meine Toleranzgrenze für Double B nicht mehr weiter erhöhen. Bitte um Nachsicht.
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wingtsun
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Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von wingtsun »

Thilo Sarrazin hat mal in der Zeitschrift Lettre International gesagt: "Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert."
Das ist das einzige Zitat von Sarrazin, dass ich unterstütze. Das mit dem Kopftuch ist zwar eine übertriebene Veranschaulichung, aber wenn sich die Ausländer selber nicht mal integrieren wollen, dann können wir auch nicht helfen.
Der Arbeitsplatz sucht sich ja auch nicht den Arbeitnehmer sondern umgekehrt. In meiner Schulklasse ist ein Mädchen aus Azerbaidschan das zwar nur mit starken Akzent Deutsch spricht, sich aber an unsere Gesellschaft angepasst hat. Solange sich Ausländer nicht der Gesellschaft anpassen, wird das nichts.
Soviel dazu - ich hoffe mich sieht jetzt keiner als Rassist ;)
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Bernhard
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Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von Bernhard »

Ich stimme zu, dass die Deutschen gegenüber Ausländern oft ablehnend sind, manchmal sogar feindselig. Und ich bedauere es zutiefst.

Allerdings muss ich sagen: Ich glaube nicht an ein "deutsches Überlegenheitsgefühl". Zwar fühlen sich manche Deutsche tatsächlich überlegen, aber das ist eher, weil sie reicher sind. Angehörige reicher Länder fühlen sich oft als etwas Besseres. Aber seit der Nazizeit gibt es wohl nur noch wenige Deutsche, die die deutsche Kultur (oder sogar Rasse) als anderen überlegen darstellen. OK, ein paar Unverbesserliche gibt es immer, aber das ist eine Minderheit.

Und ich denke, dass ist allgemein das Problem bei einer Ablehnung gegenüber Ausländern: Abgelehnt werden diejenigen, die mutmaßlich nichts zum Wohlstand beitragen, oder deren Heimatländer man nicht mag bzw. fürchtet.
In den 60-er und 70-er Jahren wurden die Amerikaner oft sehr zuvorkommend behandelt. Eben weil Amerika als ein Vorbild galt. Auf Leute aus ärmeren Ländern schaut man eben leicht herunter. Und Leute aus potenziell gefährlichen Ländern oder mit potenziell gefährlichen Anschauungen fürchtet man.

Und ich möchte sagen: Das Ganze ist nicht ein typisch deutsches Phänomen. In vielen anderen Ländern ist es genau so (bekannt sind z.B. England und Frankreich; und auch die USA). Und ich würde sagen: Auch in China ist es so. Der Westen wird von vielen Chinesen immer noch als Vorbild angesehen (wirtschaftlich; nicht unbedingt politisch), und deswegen begegnen die meisten Chinesen Westlern sehr zuvorkommend; bei anderen Ausländern sieht es wohl nicht immer so aus.

Abschließend möchte ich sagen: Manche Ausländergruppen integrieren sich besser als andere. Asiaten integrieren sich meistens recht gut. Italiener und Griechen auch. Leute aus dem ehemaligen Jugoslawien meiner Erfahrung nach auch (obwohl andere wohl andere Erfahrungen gemacht haben). Es sind meist die Türken und noch ein paar Gruppen, bei denen sich ein gewisser Prozentsatz nicht integrieren will.
Das zeigt meiner Meinung nach auch, dass es nicht nur an den Deutschen liegt...
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Phytagoras
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Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von Phytagoras »

Aus meiner Erfahrung in den letzten 10 Jahren kann ich sagen, dass es hautsächlich daran legt, dass die Deutsche generell noch nicht bereit sind, Zuwanderer zu akzeptieren.
Find ich teilweise Schwachsinn. Man kann doch nicht alle Deutsche verallgemeinern, genausowenig wie man es mit Ausländern machen kann.

Klar gibts welche, denen Ausländer ein Dorn im Auge sind. Und genauso gibt es Ausländer, die Parallelgesellschaften hier in DEutschland aufbauen, in denen sie bleiben.
Und ich denke, dass ist allgemein das Problem bei einer Ablehnung gegenüber Ausländern: Abgelehnt werden diejenigen, die mutmaßlich nichts zum Wohlstand beitragen, oder deren Heimatländer man nicht mag bzw. fürchtet.
Ich würde nicht "fürchten" sagen. Ich würde sagen, dass es damit zu tun hat, dass sich Teile der Migrationsgruppe sich einfach wie Sau verhalten. Muss man sich nur einige Bezirke in Köln anschauen, was da abgeht.
Leider denken die Leute (mich eingeschlossen) dann, dass viele der Leute aus dieser Migrationsgruppe unfähig sind.

Ich kann mich noch an meine Grundschulzeit erinnern. An unserer Schule gab es recht viele Kinder mit Migrationshintergrund ausm nahen Osten. Und das waren auch zum Großteil genau die, die Probleme gemacht haben. Prügeleien aufm Schulhof, Klauen vom Kiosk u.ä.
Da macht man sich halt ein Bild.

Es wird schon nen Grund haben, warum "wir" Deutsche ggü. Leute ausm nahen Osten anders eingestellt sind, als z.B. Franzosen oder Asiaten. Die machen, so scheint es mir, weniger Probleme. Mag natürlich auch daran liegen, dass es davon weniger in Deutschland gibt.

Es wird keine erfolgreiche Integrationsmaßnahme geben, solange die Deutsche sich der „Ausländer“ gegenüber nicht entschließt!
Wieso sollte ich z.B. auf sie zugehen? Versteh nicht warum. Ich muss mich ja nicht integrieren.

Wenn ich in ein fremdes Land gehe, dann achte ich auch die Tradition und die Kultur dort und versuche mich anzupassen. Und das selbst bei nem Urlaub.

Da kann man doch erwarten, dass, wenn Leute aus dem Ausland wirklich hier leben wollen, genau das selbe machen...


[Zwei kleine Anekdoten:

1.) Hatte letztens im Zug diesen Dialog mitbekommen. Zwei Jugendliche ausm nahen Osten belästigen ein Mädchen und fragen: "Auf was stehst du? Geile Kurdenärsche wie unsere oder dreckige Deutsche?"...

2.) Hatte meinen Zivi beim Ausländeramt hier gemacht (bzw. war ich 1 Woche dort im Zuge des Zivildienstes). Unsere Stadt hatte ausländischen Familien Sprachkurse bezahlt. Als wir rausfuhren und die Leute zur Rede stellten, die nicht 1 Stunde davon besucht hatten, obwohl sie Zeit hatten, mussten wir ne Übersetzerin mitnehmen. Wir brauchten auch nur eine türkische Übersetzerin, denn alle Familien, die wir an dem Tag besucht haben (also die, die den Kurs nicht besucht haben, obwohl bezahlt...) waren alle türkischstämmig...]
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VielUnterwegs
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Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von VielUnterwegs »

Ich hatte vor einer Weile einen sehr interessanten Artikel gelesen, bei dem es darum ging was Integration eigentlich ist und ob man das fordern kann oder sollte. Wer legal in einem Land lebt, dort Arbeitet, seine Steuern zahlt und die Gesetze im Grossen und Ganzen achtet ist eigentlich integriert genug, egal welcher Abstammung seine Freunde sind oder welche Sprache er zuhause spricht. Das ist naemlich seine Privatsache.
Bernhard
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Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von Bernhard »

Phytagoras hat geschrieben:
Und ich denke, dass ist allgemein das Problem bei einer Ablehnung gegenüber Ausländern: Abgelehnt werden diejenigen, die mutmaßlich nichts zum Wohlstand beitragen, oder deren Heimatländer man nicht mag bzw. fürchtet.
Ich würde nicht "fürchten" sagen. Ich würde sagen, dass es damit zu tun hat, dass sich Teile der Migrationsgruppe sich einfach wie Sau verhalten. Muss man sich nur einige Bezirke in Köln anschauen, was da abgeht.
Leider denken die Leute (mich eingeschlossen) dann, dass viele der Leute aus dieser Migrationsgruppe unfähig sind.

Ich kann mich noch an meine Grundschulzeit erinnern. An unserer Schule gab es recht viele Kinder mit Migrationshintergrund ausm nahen Osten. Und das waren auch zum Großteil genau die, die Probleme gemacht haben. Prügeleien aufm Schulhof, Klauen vom Kiosk u.ä.
Da macht man sich halt ein Bild.
Das ist m.M. nach mehr ein soziales als ein ethnisches Problem.

Wenn Deutsche in solch prekären Verhältnissen wohnen müssten, wären viele davon auch nicht andres. In manchen Städten in Ostdeutschland (ich habe das von Berlin-Neukölln gehört) sind es Deutsche, die am Rande der Gesellschaft sind und sich entsprechend benehmen.
Ich würde sogar die These wagen, dass manche Delikte in entsprechenden Vierteln häufiger wären, wenn die Bewohner alle ethnische Deutsche wären. Aber das ist nur eine Hypothese von mir...

Mit "fürchten" meinte ich: Manche Gruppen sind gut integriert, trotzdem werden sie oft die Zielscheibe von blöden Bemerkungen. Das beste Beispiel sind die Chinesen. Die meisten Chinesen hier in Deutschland sind gut integriert. Und wenn schon nicht integriert, dann zumindest "unauffällig". Trotzdem können die sich einige Kommentare anhören. Selbst chinesische Studenten kriegen von deutschen Professoren oft dumme Sprüche zu hören. Da vermute ich eben, dass die Ursache dafür eine (offene oder latente) Angst vor China ist.
Bei Migranten aus muslimischen Ländern mag das auch mitspielen. Die Leute haben Angst vor dem Islamismus...
Bernhard
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Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von Bernhard »

VielUnterwegs hat geschrieben: Wer legal in einem Land lebt, dort Arbeitet, seine Steuern zahlt und die Gesetze im Grossen und Ganzen achtet ist eigentlich integriert genug, egal welcher Abstammung seine Freunde sind oder welche Sprache er zuhause spricht. Das ist naemlich seine Privatsache.
Das bestreitet auch niemand.

Klar ist es Privatsache, mit wem man befreundet ist, und welche Sprache man zu Hause spricht. Die Betonung liegt allerdings auf "zu Hause". Wenn man des Deutschen nur sehr bedingt mächtig ist, dann betrifft es eben doch die Allgemeinheit.

Außerdem gibt es noch einen anderen Punkt. Auf den bin ich erst gestoßen, seit ich in China-Foren unterwegs bin.
Es gibt nämlich Leute mit Migrationshintergrund, die die Sprache des Landes sehr wohl sprechen und sogar sehr gebildet sind, trotzdem aber ihre neue Heimat verachten.
Ein gutes Beispiel ist unser früherer Forums-Störenfried xyz. Sein Deutsch ist fast perfekt, aber im Herzen verachtet er die Deutschen.

Noch extremer habe ich das in anderen Foren erlebt. Es gibt Leute mit amerikanischem oder britischem Pass aus der ersten Einwanderergeneration, die von ihren (selbst gewählten!) Landsleuten nur von "Barbaren" oder "Drecks-Anglos" (crap Anglos) sprechen. Und dann solche Forderungen erheben wie die Abschaffung der Demokratie (weil es die Herrschaft des Mobs ist, "de-mob-crazy") zu Gunsten der bewährten chinesischen "Meritokratie", Abschaffung von Krankenkassen, Unterdrückung des Christentums, etc.

Deswegen würde ich sagen: Integration heißt auch eine grundsätzliche Bejahung der Gesellschaft, in der man sich entschieden hat zu leben. Nur irgendwie die Gesetze halten und die Sprache beherrschen, ist nicht ausreichend.
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OlafSt
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Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von OlafSt »

Eigentlich ist das ganze sehr einfach:

Wenn ich in ein fremdes Land gehe, dann ist es meine Aufgabe, mich den Gegebenheiten anzupassen. Das ich die Sprache lerne, eine Arbeit finde, Steuern zahle, mich an deren Gesetze halte. Kurz: Ein ganz normaler Bürger dieses Landes werde.

Es ist nicht Aufgabe des Landes, in das ich einwandere, mich zu integrieren. Es ist zwar schön, wenn das Land entsprechend Hilfestellungen gibt - aber mehr kann einfach nicht Aufgabe des Landes sein.
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Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von robbe »

OlafSt hat geschrieben:Wenn ich in ein fremdes Land gehe, dann ist es meine Aufgabe, mich den Gegebenheiten anzupassen. Das ich die Sprache lerne, eine Arbeit finde, Steuern zahle, mich an deren Gesetze halte. Kurz: Ein ganz normaler Bürger dieses Landes werde.

Es ist nicht Aufgabe des Landes, in das ich einwandere, mich zu integrieren. Es ist zwar schön, wenn das Land entsprechend Hilfestellungen gibt - aber mehr kann einfach nicht Aufgabe des Landes sein.
Sehe ich auch so!
ABER: Diese Aussage hilft nicht bestehende Probleme zu lösen, sondern nur zukünftige zu verhindern.

Genauso sehe ich es aber auch, dass es hauptsächlich eine soziales/ökonomisches Problem und nich ethnisches ist.
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Yingxiong
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Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von Yingxiong »

Was ihr alle dabei wieder vergesst: ihr geht von Deutschem Denken aus.

In den Heimatländern dieser Neuzuzügler (Schweizer Begriff) bedeutet Integration evtl. etwas anderes. Woher sollen die dann wissen, dass ihr unter Integration etwas anderes versteht als sie?

Daher sollte Integration auch bedeuten, dass wir auf die Neuzuzügler zugehen.
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Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von robbe »

Yingxiong hat geschrieben: In den Heimatländern dieser Neuzuzügler (Schweizer Begriff) bedeutet Integration evtl. etwas anderes. Woher sollen die dann wissen, dass ihr unter Integration etwas anderes versteht als sie?
Daher sollten sich Neuzuzügler davor informieren. Oder vorm/beim Einwandern darauf aufmerksam gemacht werden.
Yingxiong hat geschrieben: Daher sollte Integration auch bedeuten, dass wir auf die Neuzuzügler zugehen.
Nein. Nicht unter "Zwang".
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Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von Andy_yi »

Viele von euch die das Argument hervorbringen "wer in ein fremdes Land geht..." , vergessen dabei das die Menschen die sich hier angeblich nicht integrieren wollen, nicht hergewandert sind, sondern hier geboren wurden. Somit auch Deutsche sind. Wer hat das recht denjenigen eine Sprache oder eine Kultur aufzuzwingen?

Für mich ist die einzige Problematik an dem Thema, das Thema selbst. FÜr mich resultiert das aus einer Unzufriedenheit der Deutschen Bevölkerung gegenüber der heutigen Politik und Wirtschaft, das wälzt man dann auf die 'Ausländer' ab. Es gibt schlicht kein Maß für Integration. Solange die Deutsche Bevölkerung mit sich selbst nicht zufrieden ist, werden die 'Ausländer' immer diejenigen sein, die sich angeblich nicht integrieren können.
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Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von robbe »

Andy_yi hat geschrieben:Viele von euch die das Argument hervorbringen "wer in ein fremdes Land geht..." , vergessen dabei das die Menschen die sich hier angeblich nicht integrieren wollen, nicht hergewandert sind, sondern hier geboren wurden. Somit auch Deutsche sind. Wer hat das recht denjenigen eine Sprache oder eine Kultur aufzuzwingen?
Das verschiebt die Problematik/Versäumnisse nur in die Vergangenheit als es falsch gemacht wurde.
Andy_yi hat geschrieben:Für mich ist die einzige Problematik an dem Thema, das Thema selbst. FÜr mich resultiert das aus einer Unzufriedenheit der Deutschen Bevölkerung gegenüber der heutigen Politik und Wirtschaft, das wälzt man dann auf die 'Ausländer' ab. Es gibt schlicht kein Maß für Integration. Solange die Deutsche Bevölkerung mit sich selbst nicht zufrieden ist, werden die 'Ausländer' immer diejenigen sein, die sich angeblich nicht integrieren können.
Schwer das als Einzelner zu beurteilen.

Vielleicht wäre es angebrachter sich um Sozialisierung zu unterhalten. Gibt ja genug Deutsche, die zwar "kulturell" integriert sind, aber nicht gesellschaftlich integriert sind.
Müsste man mal klären wohin sich Ausländer integrieren sollen. Gesellschaft (wenn ja, welche?) oder Kultur?
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Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von MannAusChina »

Ich bedanke mich fuer die zahlreichen Kommentare zum Thema.

Ich habe gar nicht gesagt, dass die Deutsch auf die Auslaender zukommen soll. Es ist mir auch selbstverstaendlich, dass wenn man in einem anderen Land leben moechte, dann muss man sich aktiv anpassen. Aber die Gesellschaft muss doch auch die jenigen Willkommen heissen, die faehig und willig sind, sich in die Gesellschaft zu integrieren.

Ich bin seit 10 Jahre im Deutschland. Ich habe hier studiert ein deutsches Diplom erhalten. Direkt nach dem Abschluss habe ich einen guten Job gefunden. Ich habe hier geheiratet und meine Kinder sind hier zu Welt gebracht. Ich verdiene gut und habe ich Immobilien erworben. Ich zahle rechtzeitig die alle moeglichen Steuer und Gebuehren. Ich habe mich Muehe gegeben, sich wie einem Deutscher zu verhalten. Es ging sogar so weit, dass ich jetzt am Tisch auch meine Nase putze. :lol:

Aber immer wieder spuere ich, dass viele Deutsche mich gegenueber sehr distanziert verhalten, manchmal sogar feindlich. Sie vermeiden absichtlich, mit mir und meiner Familie in Kontakt zu kommen. Ich war frueher immer nett und hoeflich und begruesse jeder, die bei mir in der naehr auftauchen, mit einem freundlichen Laecheln. Aber immer wieder begegne ich solchen kalten, arroganten Blick, als ob ich hier im Deutschland Asyl suche! Nur weil ich offensichtlich einen Auslaender bin, wollen viele Deutsche mich als einer Person gar nicht kennenlernen. Genau sowie die bloede Kuh, die die Frage gestellt hat, warum in der Klasse so viel Auslaender gab.

Ich bin der Meinung, dass es zum Instinkt der Menschen gehoert, sich von der Gesellschaft akzeptiert werden zu wollen. Wenn es bei vielen aber nicht gelungen ist, dann ist es doch nicht fair, nur mit dem Zeigenfinger auf die Zuwanderer zu zeigen. Als Gastgeber soll man sich auch die Frage stelle, bin ich ueberhaupt gastfreundlich? Bin ich ueberhaupt bereit, Leute aus einer anderen ethnischen Gruppe oder mit anderen Glauben, wie die eingenen Landsleute zu behandeln? Bei vielen Deutsche muss ich die zweite Frage leider mit nein beantworten.
Bin schon 16 Jahre permanent in Deutschland. Vielleicht klinge ich daher manchmal etwas überzogen, aber ich kann meine Toleranzgrenze für Double B nicht mehr weiter erhöhen. Bitte um Nachsicht.
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Re: Integrationspolitik im Deutschland

Beitrag von Yingxiong »

robbe hat geschrieben:
Yingxiong hat geschrieben: In den Heimatländern dieser Neuzuzügler (Schweizer Begriff) bedeutet Integration evtl. etwas anderes. Woher sollen die dann wissen, dass ihr unter Integration etwas anderes versteht als sie?
Daher sollten sich Neuzuzügler davor informieren. Oder vorm/beim Einwandern darauf aufmerksam gemacht werden.
Yingxiong hat geschrieben: Daher sollte Integration auch bedeuten, dass wir auf die Neuzuzügler zugehen.
Nein. Nicht unter "Zwang".
Die anderen werden gezwungen? Aber "ich" lasse mich nicht zwingen? Dann ist eine Integration unmöglich, weil "ich" eine Integration nicht zulasse. Dann kann "ich" aber den anderen nicht ankreiden, dass sie sich nicht integrieren wollen.
R.I.P. Little Yingxiong Engelskind 05.01.2013

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