Chinareise in der Gruppe

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Neuling
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Chinareise in der Gruppe

Beitrag von clear »

Von China lernen heißt siegen lernen. Dieses Plagiat kam uns manchmal in den Sinn, als uns auf unserer 20tägigen China-Rundreise die aufstrebenden Städte Shanghai, Peking oder Xian von unserer Reiseleitung nahe gebracht wurden. Ein ausgeschlafener Riese ist wach geworden und wird wohl im Laufe der Zeit so manch angeschlagenen und müde gewordenen Goliat auf unserem Globus das Fürchten lernen. Allerdings hatten wir den Eindruck, dass dieser Riese augenblicklich auch viel im eigenen Land zertrampelt.

Wir hatten diese Reise zufällig in einem Angebotsblatt vom Discounter Lidl gefunden, der im Auftrag von Bavaria-Rundreisen mit akzeptablen Preisen warb. Unsere Entscheidung, diese schon lange geplante Reise geführt in einer Gruppe zu absolvieren, war rückblickend wegen der Sprachprobleme auch sinnvoll, obwohl wir sonst eher dazu neigen, uns unsere Mitreisenden im Rahmen von Individualreisen selbst auswählen zu dürfen.

Wir hatten mit unserer Reiseleiterin Frau Li Hui eine kluge und erfahrene Frau an der Spitze, die auch problematische Situationen, wie Krankheiten oder Orientierungsstörungen Einzelner geduldig und gut zu meistern wusste. Auch die ortskundigen Reiseleiterinnen und Reiseleiter in den besuchten Städten und auf dem Yangtse-Schiff waren gut qualifiziert und konnten uns ebenfalls einen lebendigen Einblick in die Gepflogenheiten ihres Landes vermitteln. Hiermit möchten wir ihnen dafür Dank sagen(falls sie zufällig hier lesen).

Wie ich schon andeutete, war dies für uns nach sehr langer Zeit wieder eine Reise in einer Gruppe (ca.40 Personen). Nun hatten wir diese Reise nicht angetreten, um Gruppenverhalten zu studieren, sondern um unser Weltbild zu erweitern. Es blieb allerdings nicht aus, dass man gezwungenermaßen darauf gestoßen wurde, auch sehr unangenehme Randbedingungen einer solchen Reise zu erleben und verkraften zu müssen.
Unsere Reisegruppe bestand überwiegend aus Familien und Einzelpersonen aus Österreich und Süddeutschland, einem bayerisch sprechenden Türkenehepaar und einer Dame aus Berlin mit indischer Herkunft.
Es gab mehrere Anlässe, die uns in den drei Wochen des „Beisammenseins in der Gruppe“ zunehmend nervten aber wahrscheinlich bei Gruppenreisen dieser Art nicht ungewöhnlich sind.
Dazu nur einige Beispiele:
Einige Mitreisende lieferten sich ständig Wettbewerbe um die besten (vordern) Plätze im Bus oder beim Einchecken auf dem Flughafen. Trotz relativ hohen Alters mancher Teilnehmer zogen diese an uns keuchend und schwitzend vorbei, um nur ja einen guten Platz zu ergattern. Selbst im Flughafengelände hinderten enge Treppen ganz Eifrige nicht am „Fortkommen“. So erzählte uns z.B. die Dame mit indischer Herkunft, dass Sie ein Herr aus unserer Gruppe mit seinem Koffer die Treppe hinuntergestoßen habe ohne danach auch nur ein Wort der Entschuldigung zu finden. Als dieser Herr zufällig am nächsten Tag bei einem „Bussanlaufwettbewerb“ wieder keuchend an uns vorbeizog, konnte ich das Frotzeln nicht unterdrücken und sagte laut zu meiner Frau: „Eigentlich wollten doch wir heute die Sieger sein“. Diese „Frechheit“ sollte ich beim Frühstück am nächsten Tag büßen, indem mich dieser Kämpfertyp als Strafe nicht an den Toaster lassen wollte(wofür ich ihn natürlich herzhaft auslachte).
Nicht nur, dass sich manche im Bus unbedingt vorn ihre Plätze sicherten, sie besetzten dann auch gleich zwei gegenüberliegende Fensterplätze, sodass der Rest sich mit den hinteren Plätzen begnügen musste. Auch die Vorgabe einer Busfahrtunverträglichkeit wurde zur Sichtverbesserung im Bus genutzt, obwohl man vorher eine 11stündige Flugreise schadlos überstanden hatte.
Verblüfft war ich auch einmal beim Einchecken, als die Koffer eines Mitreisenden plötzlich auf dem Kofferband standen, obwohl nach langem Anstehen eigentlich wir dran waren. Es sind alles so kleine „Eigenheiten“ von Mitreisenden, die einen mit der (langen) Zeit aber doch ganz schön auf den Kranz gehen.
Auf dem Rückflug hatten wir dann noch ein besonderes „Erlebnis“. Als wir nach dem Essen im Flugzeug unseren Sitz zum Schlafen in Ruheposition stellen wollten, wollte uns dies unser Hintermann (aus unserer Reisegruppe) verbieten, da er doch nicht schlafen könne und deshalb am Laptop arbeite. Als ich ihn – es war der bayrisch sprechende Türke- darauf hinwies, dass es doch üblich ist, bei einer so langen Reise die Sitze zum Schlafen nach hinten zu stellen, trat er mit voller Wucht gegen meinen Sitz und schimpfte Deitscher Idiot, Dummkuopf. Erst als ich ihm androhte, dass er es mit diesen Beleidigungen mit meinen Rechtsanwalt zu tun bekommen könnte, wurde er ruhiger und wir kamen zum Schlafen.

Fazit: Es war eine anstrengende, vom Veranstalter gut organisierte Reise mit einem hohen Erkenntniswert in vieler Hinsicht. China könnten wir nun auch ohne Gruppe bereisen.
Bei Indien, Japan oder Vietnam werden wir wohl leider wieder eine Gruppe mit in Kauf nehmen müssen. Aber ich denke, es gibt nicht nur Wettläufer und Egoisten auf dieser Welt.

Wie sind die Erfahrungen anderer Gruppenreisenden?
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HK_Yan
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Re: Chinareise in der Gruppe

Beitrag von HK_Yan »

Dein präziser Reisebericht mit den vielen Einzelheiten zu Land und Leuten ist sehr beeindruckend. Danke dafür!
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gtvkz8
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Re: Chinareise in der Gruppe

Beitrag von gtvkz8 »

Und meint ihr, ihr habt dabei jetzt China auch nur ein kleines bisschen kennengelernt? Ich würde mal sagen, das habt ihr nicht. Ihr habt vielleicht die für Ausländer interessantesten Sehenswürdigkeiten in den 3 Städten gesehen. Aber vom chinesischen Leben und den Menschen dürftet ihr nicht viel mitbekommen haben, nur vom Leben der Deutschen im Urlaub.
Für mich wäre eine organisierte Reise, dann noch mit der Gruppengröße, nichts als Horror und garantiert kein Urlaub.
Mir hat es immer schon gereicht, dass ich in Xian regelmäßig die Treppe ins höchste Stockwerk nutzen durfte, da die Fahrstühle jeden Abend von Reisegruppen belagert wurden.
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Hendrik
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Re: Chinareise in der Gruppe

Beitrag von Hendrik »

Ich hatte mich schon oft gefragt, wie es bei diesen LIDL Reisen so aussieht. Jetzt weiß ich mehr.
Wie sind die Erfahrungen anderer Gruppenreisenden?
Gruppenreisen sind halt eine Notlösung, wenn man die Sprache des Ziellandes nicht beherscht.
.
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Re: Chinareise in der Gruppe

Beitrag von gtvkz8 »

Hendrik hat geschrieben:Gruppenreisen sind halt eine Notlösung, wenn man die Sprache des Ziellandes nicht beherscht.
Und kein bisschen Abendteuerlustig ist sondern alles vorgekaut bekommen muss...
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Re: Chinareise in der Gruppe

Beitrag von punisher2008 »

gtvkz8 hat geschrieben:Und meint ihr, ihr habt dabei jetzt China auch nur ein kleines bisschen kennengelernt? Ich würde mal sagen, das habt ihr nicht. Ihr habt vielleicht die für Ausländer interessantesten Sehenswürdigkeiten in den 3 Städten gesehen. Aber vom chinesischen Leben und den Menschen dürftet ihr nicht viel mitbekommen haben, nur vom Leben der Deutschen im Urlaub.
Ehrlich gesagt, mich wundern seine Erlebnisse nicht. Was anderes hätte ich gar nicht erwartet. Meine Abneigung gegen Reisegruppen hat sich nur noch verstärkt.
Einige Mitreisende lieferten sich ständig Wettbewerbe um die besten (vordern) Plätze im Bus oder beim Einchecken auf dem Flughafen. Trotz relativ hohen Alters mancher Teilnehmer zogen diese an uns keuchend und schwitzend vorbei, um nur ja einen guten Platz zu ergattern.
Hört sich an wie das typische Verhalten, wofür Deutsche im Ausland berüchtigt sind, z.B. gewisse Leute auf Strandurlaub in Spanien oder Italien, die schon früh morgens Liegestühle am Pool besetzen. Habe ich persönlich zwar nicht erlebt, aber etwas Wahrheit ist wohl an jedem Klischee. Durch solche Beobachtungen wird es leider bestätigt.
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Re: Chinareise in der Gruppe

Beitrag von gzs »

Tja, so ist das halt mit Gruppenreisen. Wir haben unsere Chinareise 2007 auch mit Gruppe gemacht, allerdings nur 18 Personen. Genug Idioten hatten wir trotzdem dabei :)

Land und Leute lernt man damit nicht kennen, aber man bekommt einen Überblick den man als Basis für die nächsten Reisen nutzen kann. Gerade wenn man nicht viel Zeit hat, weil nur drei Wochen Urlaub drin sind, ist eine Gruppenreise oft die einzige Lösung. Dazu kommen in China noch die Sprachprobleme, das ist in anderen Ländern oft einfacher, weil mehr Leute englisch sprechen. Aber das wird sich die nächsten Jahre auch erledigen.
Hört sich an wie das typische Verhalten, wofür Deutsche im Ausland berüchtigt sind, z.B. gewisse Leute auf Strandurlaub in Spanien oder Italien, die schon früh morgens Liegestühle am Pool besetzen.
Hast du schon mal Russen im Urlaub erlebt? :)
Gerhard

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Re: Chinareise in der Gruppe

Beitrag von punisher2008 »

gzs hat geschrieben: Hast du schon mal Russen im Urlaub erlebt? :)
Persönlich noch nie, nur vom Hörensagen. Sie sollen sich ziemlich katastrophal benehmen. Aber andererseits treten sie wohl nicht so in Massen auf, fallen daher weniger auf.
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Re: Chinareise in der Gruppe

Beitrag von HK_Yan »

Hendrik hat geschrieben:Gruppenreisen sind halt eine Notlösung, wenn man die Sprache des Ziellandes nicht beherscht.
Das ist ein Trugschluss weil auch 98% der Individualtouristen die Sprache nicht sprechen. Ein anderer Trugschluss ist dass man man die Sprache des Ziellandes können sollte. Das braucht ein Urlauber nicht.

Es gibt auch verschiedene Typen von Gruppenreisen. Es gibt auch bestimmt Unterschiede im Publikum ob jemand jetzt mit GeBeKo oder mit Aldi reist. Es gibt auch Leute die einfach keine Lust haben jede Bahnfahrt selber zu organisieren, oder alles alleine zu erleben. Ich kann das schon gut nachvollziehen.
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Re: Chinareise in der Gruppe

Beitrag von gtvkz8 »

gzs hat geschrieben:Gerade wenn man nicht viel Zeit hat, weil nur drei Wochen Urlaub drin sind, ist eine Gruppenreise oft die einzige Lösung.
Ich war nun einmal für 10 Tage in China und einmal für 14, jeweils ohne Gruppe und hab dabei garantiert mehr von Land und Leuten kennengelernt als es in einer Gruppenreise die 3 Wochen dauert möglich sein kann. Die beiden Besuche waren dann auch noch deutlich billiger als eine einzige Gruppenreise (wenn ich nur die Flugpreise und Unterkunftskosten rechne waren es zusammen nicht mehr als 1000EUR inkl. Inlandsflüge, und ich hab nur einmal in einem 3 Sterne Hotel übernachtet, sonst waren es immer 4 Sterne. Ok, hatte auch div. Gutscheinaktionen für die Hotels genutzt, war eher Glück).

Mehr als Hallo und Danke habe ich in der Zeit nie auf Chinesisch gesprochen (ja stolz bin ich nicht drauf, muss unbedingt anfangen ein bisschen mehr zu lernen).
Irgendwer der Englisch spricht findet man immer (zumindest in den Großstädten oder weiter Außerhalb an den Sehenswürdigkeiten). Man sollte sich dann halt nach jüngeren Leuten umschauen, die Wahrscheinlichkeit das sie wenigstens ein paar Brocken Englisch können ist sehr groß. Freiwillig werden sie einem aber in der Regel nicht helfen, da kannst du 10 Minuten lang vor deren Augen einen Stadtplan studieren. Musst sie schon ansprechen wenn du was wissen willst. Dürfte in Deutschland aber ähnlich sein, außer das sie Leute dort dann einer Person mit anderer Hautfarbe eher nicht helfen und weggehen.
punisher2008 hat geschrieben:Persönlich noch nie, nur vom Hörensagen. Sie sollen sich ziemlich katastrophal benehmen. Aber andererseits treten sie wohl nicht so in Massen auf, fallen daher weniger auf.
Hehe, dann komm jetzt mal nach Beijing. Hier gibts grad Russen in Masse. Vermutlich wollten die alle mal im Winter in die Wärme fliegen :lol:
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Re: Chinareise in der Gruppe

Beitrag von punisher2008 »

gtvkz8 hat geschrieben: Hehe, dann komm jetzt mal nach Beijing. Hier gibts grad Russen in Masse. Vermutlich wollten die alle mal im Winter in die Wärme fliegen :lol:
Na dann sind sie ja am richtigen Ort. Unter den Beijingern werden sie wohl zumindest durch schlechtes Benehmen nicht auffallen. :mrgreen:
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Re: Chinareise in der Gruppe

Beitrag von clear »

Meine Absicht war es nicht, mit meinem "Reisebericht" Vorurteile über Gruppenreisen zu unterfüttern.
Neben den für uns sehr negativen Gruppenerlebnissen, muss man fairerweise sagen, dass man für das Geld einen solchen "Überblick" über das Land und die Denkweise der dort lebenden Menschen kaum bekommen kann. Kritisches Denken vorausgesetzt.
Nach wie vor bin ich der Meinung, dass vielleicht jüngere Menschen evt. durchaus das Abenteuer brauchen, sich selbst durch ein solch fremdes Land durchzuwursteln, allerdings höchstens mit der Hälfte der Sehenswürdigkeiten, die einem so geboten werden. Vertiefende Eindrücke müssen natürlich, wenn einem etwas besonders gefällt, individuell nachgeholt werden.
Wir waren prinzipiell mit der Organisation und dem daraus erfolgten "Erkenntnisgewinn" der Reise zufrieden. Mein Anliegen war eigentlich, zu erfahren, ob unsere "Erlebnisse" bei solchen Gruppenreisen üblich sind oder ob dies zufällig nur eine Ausnahmeerscheinung war.
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Re: Chinareise in der Gruppe

Beitrag von robbe »

clear hat geschrieben:.
Mein Anliegen war eigentlich, zu erfahren, ob unsere "Erlebnisse" bei solchen Gruppenreisen üblich sind oder ob dies zufällig nur eine Ausnahmeerscheinung war.
Naja du hast ja die Reiseteilnehmer beschrieben, verwunderlich halte ich ein solches Verhalten daher nicht :P unabhängig ob die Reise nach China geht oder sonst wohin
Ich konnte sowas allerdings erst einmal selbst im Urlaub erleben. Aber das sind ja nicht unbedingt nur Verhaltensweisen, die mit Urlaub/Reisen verbunden sind ;)
robbe
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Re: Chinareise in der Gruppe

Beitrag von robbe »

gtvkz8 hat geschrieben: Ich war nun einmal für 10 Tage in China und einmal für 14, jeweils ohne Gruppe und hab dabei garantiert mehr von Land und Leuten kennengelernt als es in einer Gruppenreise die 3 Wochen dauert möglich sein kann. Die beiden Besuche waren dann auch noch deutlich billiger als eine einzige Gruppenreise (wenn ich nur die Flugpreise und Unterkunftskosten rechne waren es zusammen nicht mehr als 1000EUR inkl. Inlandsflüge, und ich hab nur einmal in einem 3 Sterne Hotel übernachtet, sonst waren es immer 4 Sterne. Ok, hatte auch div. Gutscheinaktionen für die Hotels genutzt, war eher Glück).
Das hat wohl aber auch mit Erfahrung zu tun und auch mit der Vorbereitungszeit (wobei das auch ohne geht, wenn man es sich zutraut). Erfahrung und Zeit sich vor dem Urlaub die Reise zurecht zu legen, haben viele nicht. Vor allem Erfahrung. Man will ja nicht Urlaub machen, mit dem Risiko es könnte so absolut gar nichts klappen, weil man alles selbst organisieren muss. Dann bucht man lieber eine Gruppenreise.
gtvkz8 hat geschrieben: Freiwillig werden sie einem aber in der Regel nicht helfen, da kannst du 10 Minuten lang vor deren Augen einen Stadtplan studieren. Musst sie schon ansprechen wenn du was wissen willst.
Das konnte ich auch schon einige Male beobachten :D Lieber mal zig Minuten mit den Mitreisenden diskutieren wo es denn nun lang geht, anstatt jemanden zu fragen ;)
Sprachlich ging es mir auch schon oft, mehr als Hallo, Danke etc. ging oft nicht



Bei der ganzen Diskussion über die Vorteile/Nachteile von Gruppenreisen, muss man natürlich auch noch bedenken, dass es versch. Ulraubstypen gibt: Entspannung oderErlebnis oder beides kombiniert
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Re: Chinareise in der Gruppe

Beitrag von Haima »

Guten Abend,

Alles hat seine Vor- und Nachteile.

Wenn man das Land nicht kennt und ohne grosse (zeitintensive) Reisevorbereitungen eine interessante Reise erleben will, ist so eine organisierte Gruppentour schon nicht schlecht. Vieles wird einem abgenommen, dafür bezahlt man halt etwas mehr. Naja, bei den Billigangeboten ist es oft nicht soo viel mehr...

Die andere Möglichkeit ist, individuell zu reisen. Das braucht mehr Vorbereitungszeit, dafür hat man intensivere Erlebnisse, die sich dann meist abseits des Touristenstroms abspielen.

Die dritte Variante ist eine Mischung daraus mit individuellen und geführten Teilen. Oft auch ganz spannend....

Soweit mein Überblick, nun aber noch ein paar Worte zum Reisebericht von clear.

Ich organisiere ca. zweimal im Jahr eine Gruppenreise nach China. Da sind jeweils 20 bis 25 Leute dabei. Ich könnte problemlos mehr mitnehmen, finde aber dass schon 25 eher an der oberen Grenze sind. Bei meinen Reisen habe ich solche "Spiele" wie von dir beschreiben noch nie erlebt. Habe auch noch nie entsprechende Rückmeldungen von den Teilnehmenden erhalten. Es gibt bei jeder Reise Punkte, die wieder verbessert werden können. Das wird von den Teilnehmenden oft auch angesprochen und wir versuchen das umzusetzen. Die Reisen finden in einem privaten Rahmen statt, ist also schon nicht so mit deiner Reise vergleichbar. Ich muss eigentlich keine Werbung betreiben, ich erhalte "meine" Leute zum Mitreisen nur durch Hörensagen und Werbung von ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Was macht für mich eine gute und gelungene Gruppenreise aus?

Vom Programm her soll sie ausgewogen sein. Landschaft, Kultur und Städte sollen sich ungefähr die Waage halten.
Im Programm müssen sicher eine U-Bahnfahrt, eine Zugfahrt (Nacht oder Tag), Taxi- und Rikschafahrt dabei sein. Dann ein Besuch bei einer Familie (nicht der Quatsch in den Hutong, sonder eine richtige) und/oder einer Schule. Eine Fahrradtour ist wichtig. Besuch eines Marktes (möglichst wenig touristisch). Genug Zeit, um sich alles anzuschauen.
Huoguo-Topf gehört genauso dazu wie eine Pekingente, ein McDonald's-Besuch (ja!) und JiaoZi. Aber auch ein 8 RMB-Nudel-Topf darf nicht vergessen werden.
Dann muss es so sein, dass die Teilnehmenden nichts für Zusatzprogramme zu zahlen haben. Bei meinen Reisen gilt eigentlich immer AI. Die Zusatzprogramme, die einem die Reiseleiterinnen und Reiseleiter verkaufen, sind fast immer überteuert.
Maximal zwei bis drei Besuche von "Fabrikverkäufen". Ich wähle meist die Teeplantage in Guilin und die Seidenfabrik in Suzhou. Das passt gut zum Ablauf und ist wirklich interessant. Der Rest ist zum Vergessen....

Kostenpunkt bei mir für 20 Tage ca. 3'500 Euro mit Flug und allem dabei....

Ich will hier keine Werbung oder so betreiben, habe sonst genügend Anfragen..., du fragst, was eine gute Gruppenreise ist und wie man das so erlebt. Ich schildere dir mal meine Auffassung als Organisator und Begleiter der Reise. Wenn du bei den meisten meiner aufgeführen Punkte, nein sagen musst, dann ist wohl etwas schief gelaufen. Wenn's viele übereinstimmende Punkte gibt, Gratulation!

Für die Chinakenner noch ein Punkt: Mir ist bewusst, dass man als reiseerfahrener Traveler das ganze etwas anders anschaut. Dort werden andere Prioritäten gesetzt. Mache ich auch so, wenn ich mit der Familie durch China reise. Für eine Kennen-Lern-Reise für ein Publikum meist so zwischen 50 und 70 Jahren ist das nicht so schlecht.

Hoffe, ich konnte dir ein wenig einen Einblick verschaffen.....

Gruss

Haima, hat noch nie erlebt, dass im Bus um die Plätze gekämpft wurde.....
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