Friedensnobelpreis

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Mathias
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Mathias »

Topas hat geschrieben:... Schlagt doch mal einen Gegenentwurf vor, wie denn ein Beitrag, der die gleichen Informationen beinhaltetm idealerweise laut eurer Meinung aussehen sollte ...
Er sollte z.B. aussehen, wie der Artikel der NZZ zum Thema. :wink:
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PAX
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von PAX »

Hier ist der Artikel zu dem Thema aus der Bild. Bitte nicht gleich mit Fäkalien werfen, ich bin Medienwissenschaftler und muss im Zuge des Studiums jede größere Tageszeitung Deutschlands lesen.

http://www.bild.de/BILD/politik/2010/10 ... -nr-1.html

Ich muss zugeben, ich bin über diesen Herrn nicht wirklich gut informiert, der Artikel jedoch stellt ihn als typischen Heroen dar, der gegen die Repressalien der KP kämpft. Ein gutes Beispiel wie westliche Propaganda funktioniert. Glorifizierung von einzelnen und Ausnutzung der Unwissenheit der Massen. Funktioniert immer sehr gut, so lange man einen Buh-Mann als "Feind" oder "Bedrohung" des eigenen Standarts hat. Was damals die Sowjetunion war, ist heute China.

So, ich werd mich nun mal schlau machen wer der Kerl eigentlich ist und was genau er macht.
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Liberator
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Liberator »

Dagegen. Denn Liu Xiaobo erfüllt keine dieser Kriterien:
Alfred Nobel hat geschrieben:[Der Friedensnobelpreis geht] an denjenigen, der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt hat.
Hervorhebungen durch Laogai.
Nach der Definition auch dagegen :roll:
Gibt halt nur einen Friedens-, leider keinen Freiheits- oder Menschenrechts-Nobelpreis, schade eigentlich. An alles hat auch der alte Nobel nicht gedacht...
laogai hat geschrieben:
88--Guiyang--88 und aquadraht hat geschrieben:
beowulf hat geschrieben:..generell Vorwürfe, dass die Chinesische Bevölkerung nicht westlich zivilisiert ist. Liu Xiaobo ist ja vor allem für seinen Ausspruch bekannt, dass China 300 Jahre lang amerikanischen Kolonialismus benötigt)..
Hast Du dafür eine Quelle?
Wikipedia, dort wird auf Open Magazin verwiesen. Er sagt allerdings nichts von amerikanischem Kolonialismus.
Naja, das Zitat ist von 1988 und vergleicht den damaligen Entwicklungsstand von HK und der PRC.
Würde ich nicht als eine Forderung nach der (Wieder)einführung des Kolonialismus in China verstehen.
Xian
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Xian »

Liberator hat geschrieben:
Naja, das Zitat ist von 1988 und vergleicht den damaligen Entwicklungsstand von HK und der PRC.
Würde ich nicht als eine Forderung nach der (Wieder)einführung des Kolonialismus in China verstehen.

Siehe hier:
In a 1988 interview with Hong Kong's Liberation Monthly (now known as Open Magazine), Liu was asked what it would take for China to realize a true historical transformation. He replied in this way: "(It would take) 300 years of colonialism. In 100 years of colonialism, Hong Kong has changed to what we see today. With China being so big, of course it would take 300 years of colonialism for it to be able to change to how Hong Kong is today. I have my doubts as to whether 300 years would be enough."[11] Liu later admitted that the response was extemporaneous. The quote was nonetheless used as evidence against him. He has commented, "Even today [in 2006], patriotic 'angry youth' still frequently use these words to paint me with 'treason.'[11]


Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Liu_Xiaobo" target="_blank


Liebe Grüße,
Xian
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Xian »

AlJazeera zum Thema:

http://www.youtube.com/watch?v=myiYr7Ld9gw" target="_blank


Liebe Grüße,
Xian
Bernhard
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Bernhard »

beowulf hat geschrieben: In China selber haben diese Extremen wenig Rückhalt. Meist sind sie kaum bekannt oder aufgrund ihres polemischen und radikalen Stils sehr unbeliebt.
Ich muss sagen: Obwohl ich der chinesischen Regierung eher kritisch gegenüberstehe, habe ich mich mit der chinesischen "Dissidenten-Szene" wenig beschäftigt.
Es scheint tatsächlich einige zu geben, die ihr eigenes Land verachten und vor Lobhudeleien gegenüber dem Westen fast ihre Zunge verschlucken. Ein abschreckendes Beispiel ist auch Xu Pei, die allerdings in China nie Dissidentin war und für ihre extremen Positionen nie leiden musste, sondern erst nach ihrer Ankunft in Deutschland angefangen hat, "Dissidentin" zu spielen. Ich finde das traurig und auch eine Irreführung der einfachen Leute in China, die offensichtlich von den tatsächlichen Zuständen im Westen gar nicht so viel wissen.
beowulf hat geschrieben: Anders natürlich im Westen. Bei uns werden sie als Fackel der Freiheit begriffen. Ist auch verständlich, sie sind gegen den "Feind" und bewundern uns bei jeder Gelegenheit.
Das ist nun wieder Polemik von der anderen Seite. China als Ganzes wird unter normalen Leuten nicht als "Feind" aufgefasst. Als Konkurrent vielleicht, aber nicht als "Feind". Und wenn die KP als Feind begriffen wird, dann weil der Kommunismus in Westeuropa über Jahrzehnte eine reale Bedrohung war. Natürlich lässt sich die chinesische nicht mit der sowjetischen KP vergleichen. Aber ein ungutes Gefühl bleibt subjektiv eben doch bestehen.
Du hast es da vielleicht ein bisschen leichter, weil Österreich im Kalten Krieg weitgehend aus der Schusslinie war. Dennoch sollte man die Leute nicht in eine Ecke stellen, in der sie sich naturgemäß nicht befinden. Mach's nicht wie manch andere Leute hier im Forum (oder in anderen Foren).
beowulf hat geschrieben: Man sollte hier keine Umwege machen und ihm direkt der CIA/NED geben. Das ist wirklich unfair gegenüber den fleißigen Bienen im Hintergrund. Liu ist ja nur eine hochstilisierte Symbolfigur ohne nennenswerte Eigenleistung. Ich finde das nicht in Ordnung.
Da könnte ich jetzt etwas dazu sagen, aber ich verkneife es mir.
Deswegen nur eine Frage: Willst du damit sagen, dass das Nobelkommittee nichts als ein Handlanger Amerikas ist?
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Bernhard »

Ting Budong hat geschrieben:Im Übrigen gibt es die Wikinger schon lange nicht mehr, das ist wohl auch im Internetfilter hängen geblieben.
1 : 0 für Ting Budong :mrgreen:
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Bernhard »

xyz678 hat geschrieben: Die deutschen Medien sind eine Hure. Das habe ich schon 2008 festgestellt. Deswegen boykottiere ich den ganzen Mist schon bewusst.
so viel zum Thema "Sachlichkeit"....
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Bernhard »

Topas hat geschrieben:Aber auch das sind politische Positionen, auch solche Entscheidungen wären politisch motiviert.
Natürlich hat ein Friedensnobelpreis fast immer einen Bezug zur Politik. Bedenklich wird es aber, wenn das Nobelkommittee für eine politische Ideologie Partei ergreift und bei sich widersprechenden Definitionen von "Frieden" bzw. im Streit um seine Durchsetzung sich ganz eindeutig für eine Seite und gegen die anderen stellt. Zumal wenn der Kandidat sich nicht objektiv zu einer Verbesserung der Lage anderer beigetragen hat (wie es z.B. bei Kleinkrediten der Fall ist) oder sich bei unvoreingenommener Betrachtung gegen Unrecht gestellt hat (z.B. Martin Luther King), sondern eine umstrittene politische Agenda verfolgt.
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Bernhard »

Skorpid hat geschrieben: Egal ob das alles richtig ist was er sagt, Zensur ist schlecht, Demokratie ist gut, etc., das hat für mich nix mit "Frieden" zu tun, ist ja schließlich ein Friedensnobelpreis, denn wieviele Kriege und Kämpfe und Militäraktionen werden denn durch weniger Zensur und Demokratie in China vermieden? Ich denke so gut wie keine.
Es kommt darauf an, was man unter "Frieden" versteht. Wenn man damit die Abwesenheit von Krieg und anderen bewaffneten Konflikten meint, dann hast du sicher Recht. Wenn man darin aber allgemein ein friedliches und friedvolles Zusammenleben der Menschen einschließt, dann berühren Dinge wie Zensur, Rechtsstaatlichkeit, Transparenz etc. sehr wohl Fragen nach dem "Frieden".
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Bernhard »

88--Guiyang--88 hat geschrieben: .... da es mich nur noch am Rande interessiert was in klein Deutschland passiert.
nichts gegen dich persönlich, aber das ist die Haltung, die wir an besagten chinesischen Dissidenten kritisieren: Eine Geringachtung des eigenen Landes (zusammen mit einer vermeintlichen persönlichen Höherwertigkeit).
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von Bernhard »

Mathias hat geschrieben:
Topas hat geschrieben:... Schlagt doch mal einen Gegenentwurf vor, wie denn ein Beitrag, der die gleichen Informationen beinhaltetm idealerweise laut eurer Meinung aussehen sollte ...
Er sollte z.B. aussehen, wie der Artikel der NZZ zum Thema. :wink:
xyz hat natürlich einen Gegenentwurf für die westliche Medienlandschaft: Staatsmedien!
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von xyz678 »

Bernhard hat geschrieben:xyz hat natürlich einen Gegenentwurf für die westliche Medienlandschaft: Staatsmedien!
Nein. Das habe ich auch nicht gesagt und gewollt. Ich brauche objektive Informationen und keine ideologische Wertungen! Dabei ist es mir sowas von scheiß egal ob sie frei berichten können oder nicht. Mich interessiert nur was berichtet wird. Die Deustchen und ihren westlichen Komplizen gehen mir mit ihrem Gutmenschtum dermaßen auf den Keks, dass ich ihn am liebsten alles vernichten möchte.


Diese besserwisserische geisitige Masturbation des Westens eckelt mich an!!! Ich habe vor, nächstes mal in Peking den ARD-Clown Jochen Gräbert oder den Welt-Typ mal richtig eine auf die Fresse hauen, und zwar im Namen aller Chinesen, für deren Menschenrechte der Westen ja so einsetzt.

Größte Ironie der Menschheitsgeschichte: Der Westen setzt angeblich tatkräftig für die Rechte der Chinesen ein, obwohl die Chinesen ihn hart bekämpfen.
On September 17, 1955, Tsien Hsue-shen:
“I plan to do my best to help the Chinese people build up the nation to where they can live with dignity and happiness.”
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von robbe »

xyz678 hat geschrieben: Ich brauche objektive Informationen und keine ideologische Wertungen!
Du hast im "Westen" die Möglichkeit (ganz legal) objektive Informationen zu erlangen. Wenn du die Bild-Zeitung oder auch "seriöse" Nachrichten schaust und dich von deren Wertungen beeinflussen lässt, bist du selbst Schuld.
xyz678 hat geschrieben:Dabei ist es mir sowas von scheiß egal ob sie frei berichten können oder nicht. Mich interessiert nur was berichtet wird.
Das nicht freie berichten schließt das Berichten objektiver Informationen leider oft aus :(


Du hast die Naivität mit Loffen gefressen oder?
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Re: Friedensnobelpreis

Beitrag von RoyalTramp »

Topas hat geschrieben:
gege hat geschrieben:Der "Westen" tut auch alles dafür, um möglichst oft die chinesische Führung zu provozieren.
Selbst geizen die allerdings auch nicht damit :mrgreen:

Hat er es nun verdient oder nicht? Kohl hat deutlich mehr für den Weltfrieden getan, auch wenn er nicht immer der beliebteste Politiker war.


Öhm, was heist getan. Er hat reagiert, weil es mehr oder weniger über ihn hereingebrochen ist. Kohl ist Anfang der Achtziger nicht Bundeskanzler geworden, weil sein Hauptwahlziel die Wiedervereinigung war. Der eigentliche Urheber dieser Entwicklung ist Gorbatschow, der aktiv und durch sein eigenes Handeln diesen Prozess erst losgetreten hat. Ausgegangen ist die Wiedervereinigung vom Osten und nicht vom Westen ! Wäre Schröder oder sonst wer zu diesem Zeitpunkt Kanler gewesen, würden jetzt einige den Friedensnobelpreis für Schrüder fordern....
Lese gerade den Spiegel-Leitartikel "Geheimakte Deutschland" und da muss ich gestehen, wenn das stimmt, dann war Gorbatschow eine absolute Katastrophe. Was hingegen die außenpolitischen Berater der damaligen Bundesregierung und auch Genscher da aufgetafelt haben, war Diplomatie in feinster Kultur. Und selbst Kohl hat nicht sehr schlecht gepokert. Sehr interessant das Ganze zu lesen. Demnach geht die Deutsche Einheit auf ein Missverständnis zurück, welches die deutschen außenpolitischen Berater eiskalt für sich ausgenutzt haben.
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