aquadraht hat geschrieben:Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung von 2006 diagnostiziert bei 9,6% der Bundesbürger ein stabil rechtsextremes Weltbild, wobei wesentliche Elemente dieses Weltbildes von gut 30% der Bevölkerung geteilt werden. Andere Folgestudien kommen zu ähnlichen Ergebnissen: bei 7-10% der Bundesbürger ist das Weltbild komplett, bei gut 30% teilweise NPD-kompatibel. Übrigens ist der Westen in den Einstellungen ein wenig rechtsextremer als der Osten, allerdings nicht viel. Ich habe derzeit nicht viel Zeit, aber ich kann gelegentlich mal ein Konspekt der Studien über rechtsextreme Einstellungen zusammenstellen und posten.
Das kommt dabei heraus, wenn man alles für bare Münze nimmt. Man sollte sich zunächst einmal darüber informieren, was diese "Stiftung" ist. Denn der Begriff wird immer gern dafür verwendet, um in der Öffentlichkeit als seriös und unparteiisch zu gelten. Tatsächlich ist die FES aber die AgriProp der SPD. So, da erscheint sie schon in einem ganz anderen Licht.
Und so ging das: Im Jahre 2006 befragten Psychologen und Soziologen aus dem „Narrensaum“ (so der Soziologe Dr. Weiss) der Universität Leipzig bundesweit 5.000 Ethno-Deutsche zu ihrer Meinung, die sie zu vorgegebenen Aussagen hatten. Im zweiten Durchgang wurden später 150 ausgewählte Teilnehmer zu Gruppendiskussionen eingeladen.
In Meldungen war zu lesen, daß die Ergebnisse der „Studie“ besorgniserregend seien.
Danach seien 26,7 % Prozent der Befragten ausländerfeindlich und 39 % fühlten sich durch Ausländer überfremdet. „Am gravierendsten ist die weit verbreitete Ausländerfeindlichkeit“, sagte Ko-Autorin Katharina Rothe. Derartige Ressentiments würden mit besorgniserregender Selbstverständlichkeit geäußert – auch bei Personen, die in der ersten Studie nicht durch rechtsextreme Äußerungen aufgefallen waren. Während die Studie" die Unterscheidung zwischen „guten und schlechten Migranten“ als „rechtsextremes Gedankengut“ klassifiziert, hat sie selbst keine Bedenken, „die Deutschen“ in gut und schlecht einzuteilen. Die AgriProp faßt zusammen: „Rechtsextremes Gedankengut findet sich nicht nur am Rande sondern in der Mitte der Gesellschaft, quer durch alle Bevölkerungsschichten“.
In einem bei der Deutschen Welle ausgestrahlten Interview am 22.06.2008 bezeichnete der an der FU-Berlin lehrende Politologe Prof. Klaus Schroeder diese „Studie“ als „absurd“ und „lächerlich“. Sie sei zu pauschalierend und „die eigene Folie, die eigenen Kriterien“ werden nicht offengelegt. Die 60 Befragten konnten erzählen was sie wollten, rechtsradikale Absichten wurden hineininterpretiert. Auf die Frage, ob die „Studie“ nicht doch irgendeine nützliche Erkenntnis enthalte, antwortete Schroeder, doch: sie sei ein gutes Beispiel, „wie politisch motivierte Wissenschaft funktioniert“.
So weit zu dem Thema.
Na, Pan, die Sache läuft aber schon recht lange. Und noch keine Akten da?!