ingo_001 hat geschrieben:Mich beissen nur zwei Personen:
Das sagst Du nur, weil Du sonst von Deiner Frau einen über die Rübe bekommst.
Die Art, wie Du alles in Deinem Sinne zu interpretieren scheinst, spricht da eine andere Sprache. Wenn ich vom aktuellen Stand der Geschichtsforschung rede, dann meine ich nicht irgendwelche brandneuen Erkenntnisse einzelner Wissenschaftler, sondern seit Jahrzehnten akzeptierte Ergebnisse. Der Schwachsinn von wegen "spätrömischer Dekadenz" ist uralt & überholt.
Sehe da keinen Widerspruch mit meiner Aussage
Dann hast Du nicht richtig gelesen:
"Aber es gelang, das Reich nach Aussen zu verteidigen und nach Innen zu festigen. Dazu gab es eine Steuerreform und neue, besser geeignete Verwaltungseinheiten, es gab flexiblere und kostengünstigere Militärstrukturen, und eine Neuordnung der religösen Belange. Es war nicht möglich, den kulturellen Standard früherer Zeiten zu halten, und noch unter Constantin war man in Rom gezwungen, den Triumphbogen mit geplünderten Friesen ältere Bauten zu schmücken. Aber das Reich überwand die Krisen und brach nicht zusammen, durch den Zerfall alter Strukturen wurden neue Lösungen gefunden, die den neuen Herausforderungen entsprach. Moderne Geschichtsforschung sieht deshalb in den besseren Aspekten der Spätantike nicht den fetten, fressenden Römer, der sich das Erbe verplempernd dem Untergang entgegenprasst, sondern eine evolutionäre Phase des Übergangs zum Mittelalter und zu Strukturen, auf denen sogar spätere Invasoren wie Goten, Langobarden und Merowinger aufbauen können, bishin zur karolingischen Translatio Imperii."
Der "Untergang" war eigentlich ein Übergang. Es erfolgte nicht wirklich ein allumfassender, katastrophaler Zusammenbruch, sondern in weiten Teilen eine (mehr oder weniger schmerzhafte & gewalttätige) Transition zu germanischer Herrschaft (die ja oft schon längere Zeit in den entsprechenden Gegenden siedelten).
IIRC wurde es mancherorts erst richtig schlimm, als Ostrom versuchte, sich ehemals weströmische Gebiete einzuverleiben.
Was unterging, war das Reich, die überdachende, einigermaßen einheitliche Herrschaftsstruktur. Lokale & regionale Strukturen blieben zu großen Teilen erhalten. Dekadenz gab es vor, während & nach diesem Untergang.
Wos wirklich nachvollziehbar neue Erkenntnisse gibt, habe ich auch kein Problem diese in mein Weltbild zu integrieren.
Die Erkenntnisse sind aber nicht neu, s.o.