Jobsuche in Peking, bin ich zu naiv?

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minuteman
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Jobsuche in Peking, bin ich zu naiv?

Beitrag von minuteman »

Hallo erstmal an alle, bin neu hier und fand die Beitrage bisher sehr aufschlussreich!

Zur Ausgangslage: Ich bin 26, m, Diplom BWL (Uni Frankfurt), ledig. Letztes Jahr mit dem Studium fertiggeworden und die Wirtschaftskrise als Anlass genommen, ein Sinologiestudium aufzunehmen, ohne mit der Absicht, es komplett durchzuziehen, sondern eher die Sprache so gut es geht zu erlernen. Im August 2010 geht es dann für (vorerst) 5 Monate an die Peking Universität.

Jetzt zum Problem: Ich habe vor, während der 5 Monate an der Peking Uni nebenbei nach einer Vollzeitstelle zu suchen, die ich direkt im Anschluss an die 5 Moante Peking Uni antreteten wollen würde. Gemäß meiner Ausbildung würde ich nach einem Job in der Wirtschaft suchen (genauer Bereich ist eigentlich egal).

Nun die Frage: Ist es fahrlässig, naiv oder sogar dumm, mit der Erwartungshaltung nach Peking zu gehen, dass ich schon einen Job im Wirtschaftsbereich finden werde? (Wohlgemerkt, was die Vergütung angeht bin ich flexibel, aber mind. 5000 Yuan sollten schon drin sein).

Wäre über eure Anregungen und Erfahrungen diesbezüglich sehr dankbar!

LG
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HK_Yan
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Re: Jobsuche in Peking, bin ich zu naiv?

Beitrag von HK_Yan »

Das einzig naive was ich sehe sind die 5000元, ansonsten ist die Idee doch nicht schlecht.

5000 ist auch für viele Chinesen nicht mehr wirklich attraktiv.
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Pinyin
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Re: Jobsuche in Peking, bin ich zu naiv?

Beitrag von Pinyin »

Also einen Job kannst du schon finden. Gerade wenn du deine Chinesischkenntnisse verbesserst, wirst du ganz gute Chancen haben einen Job zu finden.

Ich rate dir davon ab, dich unter Wert zu verkaufen. Für einen Job als Diplom BWLer sollten min. 10.000 Yuan drin sein.

Ich kenne durchaus welche die ohne Universitätsabschluss weit über 10.000 Yuan verdienen. Also such eine Stelle die deiner Qualifikation entspricht.
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domasla
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Re: Jobsuche in Peking, bin ich zu naiv?

Beitrag von domasla »

Hier wird schon wieder nur über das Geld geredet. Wofür soll das gezahlt werden? Für die bloße Existenz?
minuteman hat geschrieben:(genauer Bereich ist eigentlich egal).
Ach, komm... Wenn diese Einstellung durchschlägt, wird das mit dem Job nichts.

Es muss doch etwas geben, was dich nicht gerade langweilt. Irgendwelche Interessen. Jetzt musst du nur noch trainieren zu sagen, dass du es gerne machen möchtest. So lässt sich auch gezielter suchen. Und aussichtsreicher.

D., der noch Argumente vermisst, warum es ausgerechnet China sein soll.
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Re: Jobsuche in Peking, bin ich zu naiv?

Beitrag von ingo_001 »

HK_Yan hat geschrieben:5000 ist auch für viele Chinesen nicht mehr wirklich attraktiv.
Zumindest bei denen, die in den großen Städten leben.
Wenns nicht gerade Beijing, Shanghai, Hongkong etc. sein sollen, kommt man auch mit 5000 Yuan monatl. angenehm gut hin, denke ich.

* Domaslas Frage ist sicher auch berechtigt: Warum ausgerechnet China?
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.
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minuteman
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Re: Jobsuche in Peking, bin ich zu naiv?

Beitrag von minuteman »

@alle: Vielen Dank für die ganzen Antworten, ermutigt auf jeden Fall schonmal.

Es wurde die Frage gestellt, welcher Wirtschaftsbereich es für den Job sein soll und warum ausgerechnet in China: Ich hatte oben geschrieben, dass der Bereich egal sei, weil ich die Chancen nicht schon von Anfang an reduzieren möchte. Aber wenns denn soweit sein sollte, kommen für mich eher 2 Bereiche in Frage: Finanzindustrie, aufgrund meiner Spezialisierung und zahlreicher Werkstudententätigkeiten hier in der BRD, oder der Bereich "Messen / Eventmanagement" aus Interesse und Neugier.

Und warum China: Bauchgefühl, Faszination an der Sprache, Schrift & Lebensweise und selbstverständlich auch (erhoffte) interessante ökonomische Gegebenheiten, und damit meine ich definitiv nicht die Bezahlung, sondern eine subjektiv interessante Tätigkeit in einer fremden Kultur bzw. Umgebung.

Und was meint ihr bzgl. Visum? Sollte tatsächlich eine Stelle gefunden werden, stimmt es, dass diese Angelegenheiten i.d.R. vom Arbeitgeber erledigt werden (voraussgesetzt man wird nicht betrogen etc..)?

LG
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bossel
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Re: Jobsuche in Peking, bin ich zu naiv?

Beitrag von bossel »

ingo_001 hat geschrieben:
HK_Yan hat geschrieben:5000 ist auch für viele Chinesen nicht mehr wirklich attraktiv.
Zumindest bei denen, die in den großen Städten leben.
Viele? Ist doch sehr relativ. Meine ehemaligen Studenten aus Shaoguan mußten mit ihrem Bachelor mit Jobs zufrieden sein, die mtl. 1500 bis 2500 RMB bringen, egal ob in GZ oder kleineren Städten. Sowas dürfte dann wohl auch für den größten Teil der Hochschulabsolventen in China gelten.
Wenns nicht gerade Beijing, Shanghai, Hongkong etc. sein sollen, kommt man auch mit 5000 Yuan monatl. angenehm gut hin, denke ich.
Auch in Peking & Shanghai kommt man mit 5000 dicke hin. Es sei denn, man hat ein Zahnarztabo & braucht Schokolade zum Überleben, wie unser Trampel (aber der ist ja auch kein Chinese). :mrgreen:



minuteman hat geschrieben:Und was meint ihr bzgl. Visum? Sollte tatsächlich eine Stelle gefunden werden, stimmt es, dass diese Angelegenheiten i.d.R. vom Arbeitgeber erledigt werden
Kommt auf den Arbeitgeber an.
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Re: Jobsuche in Peking, bin ich zu naiv?

Beitrag von Pinyin »

Ja es kommt auf den Arbeitgeber an. Habe erlebt, dass vom Unternehmen alles was mit dem Visum zu tun hat (unternehmensabhängig) erledigt wird und manche AN beantragen selber ihr Visum. Wenn du einen Job hast, wird es auch kein Problem sein ein Visum zu bekommen. Es soll sogar viele AN geben, die mit einem Touristenvisum arbeiten ;-)

Ums Visum musst du dir also keine Sorgen machen.

Einige chinesische Unternehmen stellen Ausländer für die Kommunikation mit ausländischen Unternehmen ein (gerade im Bereich Handel/Export). Da wird es sicher Jobmöglichkeiten für dich geben. Neben BJ kommen auch Städte wie Shanghai oder Qingdao (einige dt. Unternehmen) in Frage.
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Re: Jobsuche in Peking, bin ich zu naiv?

Beitrag von Aremonus »

Finanzindustrie ist eigentlich eher in Shanghai stark... Aber in Beijing dürftes duch auch einen Job finden, gerade im Versicherungswesen. Da sind dann auch locker 10000+ drin. Ansonsten könntest du dich natürlich auch bei diversen deutschen Unternehmen in Beijing bewerben, das dürfte ebenfalls interessant (und besser bezahlt) sein.
5000 reicht in Beijing schon zum überleben, aber es ist ziemlich knapp; eine Bekannte verdient 10000 und die lebt in Beijing damit schon nicht gerade gut; eine eigene Wohnung zu kaufen bleibt mit so einem Salär beispielsweise unmöglich...
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
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Re: Jobsuche in Peking, bin ich zu naiv?

Beitrag von Taiyang »

Aremonus hat geschrieben: 5000 reicht in Beijing schon zum überleben, aber es ist ziemlich knapp; eine Bekannte verdient 10000 und die lebt in Beijing damit schon nicht gerade gut; eine eigene Wohnung zu kaufen bleibt mit so einem Salär beispielsweise unmöglich...
Mit 10.000 kann man in Beijing sehr gut leben. Ich verdiene ein bisschen weniger als das & wenn ich nicht andauernd shoppen gehen würde oder mir Importnutella für 70RMB kaufen würde, könnte ich mit meinem Geld sogar noch was bei Seite legen. "Nicht gerade gut" trifft zu, wenn man andauernd Taxi fährt, nur in westlichen Kneipen verkehrt und auch sonst eher den westlichen Lebensstil pflegt.
Ansonsten würden auch 6000RMB pro Monat reichen um in Peking in einer netten Wohnung zu wohnen und ordentlich Essen zu kaufen.
(& was will ich mit einer eigenen Wohnung?)

Gehälter für Chinesen mit BA in zb. Computer Science liegen auch nur maximal bei 5000. Wenn überhaupt. Viele arbeiten für 3000RMB und weniger Gehalt.


Ein Tipp an den Threaderöffner: lerne so gut es geht Chinesisch. Mit Abschluss in Wirtschaft und guten Chinesischkenntnissen dürftest du hier schon was finden. Es wäre aber sicherlich auch nicht verkehrt, vielleicht primär deutsche Firmen anzuvisieren, da könntest du dein Studium wahrscheinlich besser einsetzen, als in einer chinesischen Firma.
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Re: Jobsuche in Peking, bin ich zu naiv?

Beitrag von happyfuture »

Taiyang hat geschrieben:... oder mir Importnutella für 70RMB kaufen würde, ...
Korrektur:

750gr Glas original nutella für 78 RMB :mrgreen:
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Re: Jobsuche in Peking, bin ich zu naiv?

Beitrag von Pinyin »

Kenne auch eine Chinesin die Computer Science studiert und einen BA gemacht hat. Ihr Gehalt liegt bei ca. 3000 Yuan.

Versuch doch ein paar dt Firmen zu kontaktieren. In BJ sind beispielsweise Siemens, VW, Deutsche Bank,... Aber auch europäische und amerikanische Firmen sind interessant.

Es werden regelmäßig Ntework-Abende von großen Firmen in diversen Hotels organisiert. Geh da mal hin und tausch ein paar Visitenkarten aus. So kommst du an Kontakte.
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Re: Jobsuche in Peking, bin ich zu naiv?

Beitrag von Aremonus »

Mit 10.000 kann man in Beijing sehr gut leben. Ich verdiene ein bisschen weniger als das & wenn ich nicht andauernd shoppen gehen würde oder mir Importnutella für 70RMB kaufen würde, könnte ich mit meinem Geld sogar noch was bei Seite legen. "Nicht gerade gut" trifft zu, wenn man andauernd Taxi fährt, nur in westlichen Kneipen verkehrt und auch sonst eher den westlichen Lebensstil pflegt.
Ansonsten würden auch 6000RMB pro Monat reichen um in Peking in einer netten Wohnung zu wohnen und ordentlich Essen zu kaufen.
Naja, die Bekannte ist Chinesin und muss nicht nur leben, sondern auch noch fürs Alter vorsorgen, Versicherungen bezahlen, Steuern zahlen und eben - wenn möglich noch für eine Wohnung sparen.

Aber natürlich kommt es immer noch auf die Erwartungen an. Man kommt in Beijing auch mit 2000 Yuan durch, wenn man in 'ner WG lebt, immer selbst kocht und sich nur ums Leben allein und nicht um die Zukunft kümmern muss.^^

Für den Threadsteller denke ich, dass er schon mehr als 10k im Monat kriegen sollte, wenn er fair bezahlt wird. Ob er das wirklich braucht oder lieber was spart kann er ja dann immer noch selbst entscheiden :wink:
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Re: Jobsuche in Peking, bin ich zu naiv?

Beitrag von bossel »

Aremonus hat geschrieben:5000 reicht in Beijing schon zum überleben, aber es ist ziemlich knapp; eine Bekannte verdient 10000 und die lebt in Beijing damit schon nicht gerade gut;
Nicht gerade gut? Das liegt wohl eher an den Ansprüchen Deiner Bekannten, als am Gehalt. & wenn sie unbedingt eine Eigentumswohnung will, wäre auch das drin, nehme ich an. Allerdings müßte sie sich dann natürlich aaO etwas einschränken. Sie ist nicht zufällig mit RT verwandt? :P


Pinyin hat geschrieben:Es werden regelmäßig Ntework-Abende von großen Firmen in diversen Hotels organisiert. Geh da mal hin und tausch ein paar Visitenkarten aus. So kommst du an Kontakte.
Bei TheBeijinger gibt es übrigens ab & zu Ankündigungen von solchen Abenden.
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Taiyang
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Re: Jobsuche in Peking, bin ich zu naiv?

Beitrag von Taiyang »

Aremonus hat geschrieben: Naja, die Bekannte ist Chinesin und muss nicht nur leben, sondern auch noch fürs Alter vorsorgen, Versicherungen bezahlen, Steuern zahlen und eben - wenn möglich noch für eine Wohnung sparen.

Das muss man nicht nur als Chinesin... :roll:



Mitte April gibt es in Peking wieder die alljährliche Jobmesse für Ausländer. Da gibts zwar meistens nur Englisch-Lehrer-Gesuche oder Freelancer-Stellen für die ganzen englischsprachigen Heftchen, aber manchmal auch die ein oder andere Firma, die jemanden für die Wirtschaft suchen.

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