Ist es nicht - au contraire:aquadraht hat geschrieben:Sorry, Ingo, aber Deine Ableitung des Krieges aus dem Revierverhalten ist mit Verlaub Blödsinn.
Vielmehr ist es eine Mischung aus kreativer Intelligenz + instinktivem Verhalten.
Wo Du gerade die Insekten ins Spiel bringst: Das Wachstum menschlicher Städte und das immer schematischer werdende Verhalten von deren Bewohmern weisen viele Ähnlichkeiten mit staatenbildenden Insekten auf, die von verschiedenen Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachbereiche auch in Form von Studien näher untersucht wurden - und werden ... nicht zuletzt auch in Bezug auf die weitere Entwicklung der Mega-Cities.aquadraht hat geschrieben:Bei den Primaten, also Schimpansen, Gorillas, Bonobos etc. gibt es kein Analogon zu menschlichen Kriegen. Man kann das Verhalten mancher Ameisen- und Termitenpopulationen mit vielen Verrenkungen mit den menschlichen Kriegen vergleichen, aber diese Vergleiche hinken so, dass sie eher Rollstühle brauchen als Krücken.
Dazu gabs mal ne interessante Doku, weiss aber leider nicht mehr, auf welchem Sender ich die gesehen hab.
Das Argument zieht nicht, denn: Tiere wechseln auch ihr Revier, wenn das Bisherige abgegrast oder die Beutetiere gefressen sind.aquadraht hat geschrieben:Menschliche Kriege haben mit den Produktionsweisen der Menschen und den daraus folgenden gesellschaftlichen Organisationsformen zu tun, nicht mit irgendwelchen Revieren oder Instinkten. Wo soll das "Revier" der Römer gewesen sein, oder das der Hunnen oder Mongolen? Welche Reviere suchten die Spanier in Südamerika, und wieso mussten sie dabei praktisch die gesamte Urbevölkerung ausrotten? Warum hat es keine chinesischen Ausrottungsfeldzüge gegeben, wohl aber spanische, portugiesische, holländische und englische (von einem bestimmten deutschen Vernichtungskrieg noch nicht geredet)?
Gleiches Verhalten auf einem anderen Level.
Ich bin Lichtjaahre davon entfernt dieses Verhalten durch die Evolution zu entschuldigen - eher das Gegenteil.aquadraht hat geschrieben:Man kann die Biologie nicht als Entschuldigung nehmen. Menschen haben Jahrtausende zusammengelebt, ohne sich auszurotten. Und sie haben auch oft die Torheit begangen, aufeinander loszugehen. Der menschliche Verstand ist zu Toleranz und Güte fähig wie zu Fanatismus und Irrsinn. Man sollte sich da nicht auf erfundene Naturgesetze rausreden.
Gerade weil der Mensch ja vernunft begabt ist - und es ja auch genug Beispiele dafür gibt - ist es umso wichtiger diesen Weg weiter zu gehen.
Dazu muss man aber die dem entgegenlaufenden Verhaltensweisen kritisch hinterfragen und auf den Punkt bringen - und vor allem: Die nötigen Konsequenzen ziehen.
* Mit Gottes "vervorgehobener Schöpfung" hat das nichts zu tun.
Es ist ein verdammt langwieriger Lernprozess, der da durchlaufen werden muss, wenn man denn weiter kommen will.
Und die Möglichkeit hat der Mensch ja durchaus.


