Leistungsdruck macht Schüler in China krank

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NHR
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von NHR »

corneta hat geschrieben:Auch wenn ich mich jetzt in die Nesseln setzte - Bildung ist der einzige Weg, der einem Volk zur Selbstbestimmung verhilft. Wie die dann aussieht, möchte ich hier nicht weiter diskutieren :wink: .

Ich bin mir durchaus im Klaren, dass das bei den Kindern teilweise Schäden hinterlässt, aber ich wäre vorsichtig, diese Art der Bildungsvermittlung zu verdammen.

Wenn ich da manche Auswüchse in deutschen Grundschulen beobachte, dann bin ich froh, dass ich keine Kinder im schulpflichtigen Alter habe. Kinder von Bekannten dürfen das 1x1 nicht auswendig lernen, sondern sie müssen das umständlich errechnen. Wenn man dann als Elternteil beschließt, dass sowas zur Grundbildung gehört und auch dem Kind auffällt, dass man wesentlich schneller zum Ziel kommt, wenn man das auswendig weiß, bekommt es zur Belohnung eine 6 weil die Rechenwege fehlen. Hausaufgaben gibt es auch nicht mehr, man will ja die Schüler mit helfenden Eltern nicht übervorteilen. In Deutschland ist man inzwischen so weit, dass die ganze Klasse sich nach dem Schwächsten richtet. Ich hab ja nichts gegen Solidarität, aber was passiert mit dem Potenzial der wirklich guten Schüler? Diese werden als Streber gemobbt - Leistung wird bestraft.

Privatschulen haben den Vorteil, dass ich als zahlendes Elternteil Anspruch auf eine Dienstleistung habe und erwarte, dass diese bestmöglich erfüllt wird. Die Lehrer stehen unter einem ganz anderen Druck, denn es zählt Leistung und nicht Anwesenheit.

Sicher, man kann nicht alle Kinder über einen Kamm scheren, aber ein bisschen mehr Enrsthaftigkeit und Leistungsabforderung würde den meisten gut tun. Das, was in China zu viel an Disziplin gefordert wird, dass fehlt in Deutschland an vielen Stellen. Und jetzt noch eine gewagte These: Die nachlassenden Anforderungen, die wir an unsere Kinder stellen, lassen sich ganz deutlich an unserer Gesellschaft ablesen. Da die Kinder in der Schule nicht mehr auf Herausforderungen stoßen, suchen sie sie außerhalb und überschreiten dabei Grenzen, an die wir früher garnicht gedacht haben. Unterforderung kann genauso schädlich sein, wie Überforderung.

Ich möchte das Leid, was manchen Kinder in China widerfährt nicht verharmlosen. Ich bin nur immer dafür, beide Seiten der Medaille zu betrachten.
Nach der Wende kamen zwei "Ossis" an meine Schule. Der eine machte später Abitur, der andere packte grade noch den Hauptschulabschluss.
Keiner von beiden war irgendwie weiter im Stoff, als sie ankamen.

Aber das ist halt die typische Mär, damals war alles besser, der Rasen grüner, die Schulen elitärer.

Warum das Bildungssystem immer schlechter wird? Ich sehe da zwei Gründe:
1. Antiautoritär ist noch immer in. Meine Mutter ist Lehrerin und naja, vergessen wir das. Die Elternvertretung hat da teils 20 mal mehr Macht als jeder Lehrer.

2. Deutschland hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle "nicht so gebildeten" Ausländer aufzunehmen. Hoffe, das war politisch korrekt genug.



Trotzdem halte ich das chinesische Ausbildungssystem für unterirdisch und schlechter als das deutsche.
Denn es produziert durch eine grandiose Eindimensionalität überwiegend Fachidioten, die bei Antritt ihrer ersten Arbeitsstelle noch immer 0 Lebenserfahrung haben. Immer nur unsinnigen Shit reingepauken, den sie nach der Prüfung dann eh wieder vergessen. Deutscher Bachelor times 10.
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ingo_001
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von ingo_001 »

Für die letzten Beiträge gibts schon nen passenderen Thread,

http://forum.chinaseite.de/viewtopic.ph ... ungssystem

wo schon etliche Standpunkte vereweigt wurden :wink:
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Hendrik
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von Hendrik »

corneta hat geschrieben: Wenn ich da manche Auswüchse in deutschen Grundschulen beobachte, dann bin ich froh, dass ich keine Kinder im schulpflichtigen Alter habe. Kinder von Bekannten dürfen das 1x1 nicht auswendig lernen, sondern sie müssen das umständlich errechnen. Wenn man dann als Elternteil beschließt, dass sowas zur Grundbildung gehört und auch dem Kind auffällt, dass man wesentlich schneller zum Ziel kommt, wenn man das auswendig weiß, bekommt es zur Belohnung eine 6 weil die Rechenwege fehlen.
Das 1x1 bis 10 kann jeder auswendig lernen. Was ist aber wenn das Kind dann 2 Jahr später 374*822 rechnen muss? Es macht hier schon Sinn dem Kind das Prinzip abzuverlangen. Wenn man den Kindern sagt: Auswendig! dann sind wir in China angekommen. Und die Chinesen bringen auch heute noch nicht viel technischen Erfindergeist zu Tage.
corneta hat geschrieben: Hausaufgaben gibt es auch nicht mehr, man will ja die Schüler mit helfenden Eltern nicht übervorteilen. In Deutschland ist man inzwischen so weit, dass die ganze Klasse sich nach dem Schwächsten richtet. Ich hab ja nichts gegen Solidarität, aber was passiert mit dem Potenzial der wirklich guten Schüler? Diese werden als Streber gemobbt - Leistung wird bestraft.
Volle Zustimmung, da muss sich dringedn was bewegen. Ich denke als Eltern kann man nur dagegen steuern, indem man das Kind fordert jenseits des regulären Schulstoffs. zB zweisprachige Erziehung.
Aber allgemein wird man da nicht viel machen können, denn objektiv gesehen leben wir in Deutschland im Paradies und sehr viele Eltern sehen das auch so.
Was das mobbing von besseren Schülern betrifft, das ist menschlich. Die Schwachen spüren, dass da jemand mehr kann und hauen drauf. Da müsste man mal einerseits bei der Erziehung andere Prioritäten setzen. Hier würde ich es gut finden Chinesisches Denken zu übernehmen. Leistung ist wünschenswert! Andererseits müssen die Lehrer ihren Teil dazu beitragen, schwächeren Schülern zu helfen. Aber das ist wohl eine echte Geldfrage. Die Staatskassen sind leer.
corneta hat geschrieben: Heute entscheiden die Eltern, wie klug ihr Kind ist und nicht das Zeugnis. Wenn alle Kinder auf die Schule gingen, die ihren Leistungen entsprechen würde, dann hätten wir auch nicht mehr das Problem, dass in den Hauptschulen nur Kinder von desintressierten Eltern ihre Zeit absitzen und sich alle anderen um das Abi bemühen.
Sehr richtig beobachtet, volle Zustimmung. Ich würde sogar soweit gehen, dass wenn sich alle Eltern um ihre Kinder kümmern, man die Hauptschule abschaffen könnte. Ein solides Kindergartenprogramm ist dazu aber auch Vorraussetzung.
NHR hat geschrieben: Trotzdem halte ich das chinesische Ausbildungssystem für unterirdisch und schlechter als das deutsche.
Denn es produziert durch eine grandiose Eindimensionalität überwiegend Fachidioten, die bei Antritt ihrer ersten Arbeitsstelle noch immer 0 Lebenserfahrung haben. Immer nur unsinnigen Shit reingepauken, den sie nach der Prüfung dann eh wieder vergessen. Deutscher Bachelor times 10.
Richtig, das Chinesische Schulsystem ist eine Katastrophe.
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Aremonus
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von Aremonus »

Richtig, das Chinesische Schulsystem ist eine Katastrophe.
Sehe ich auch so, verglichen mit Deutschland. Wobei ich aber eingestehen muss: für ein Entwicklungsland ist die Bildung in China noch immer sehr gut, besonders die Abdeckung. Jeder Idiot auf dem Land kennt genügend Zeichen und Mathe, um sich gut zurecht zu finden. Vergleicht man das mit Ländern mit einem ähnlichen BIP pro Kopf, z.B. Kongo, Samoa oder Tonga, ist das Bildungssystem des Landes echt lobenswert. Jeder hat zudem zumindest eine Chance, an eine gute Uni zu gehen und auf sozialen Aufstieg zu hoffen.
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von andy »

Aremonus hat geschrieben:
Richtig, das Chinesische Schulsystem ist eine Katastrophe.
Jeder hat zudem zumindest eine Chance, an eine gute Uni zu gehen und auf sozialen Aufstieg zu :twisted: hoffen.
Nein die Chance hat in China nicht jeder.
Nur die Kinder deren Eltern in der Lage sind das Schulgeld ( Aufnahmegebühr + Jährliche Gebühr ) zu bezahlen können nach der Mittelstufe weiterhin die Schule besuchen.
Bereits ab Beginn der Oberstufe sind die Kosten je nach Schule so hoch, das es immer noch sehr viele Eltern gibt die es vorziehen Ihre Kinder lieber arbeiten zu lassen anstatt Ihnen die Schule zu finanzieren.
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jd
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von jd »

NHR hat geschrieben:Warum das Bildungssystem immer schlechter wird? Ich sehe da zwei Gründe:
Immerhin ganze zwei Gründe... :?
NHR hat geschrieben:1. Antiautoritär ist noch immer in. Meine Mutter ist Lehrerin und naja, vergessen wir das. Die Elternvertretung hat da teils 20 mal mehr Macht als jeder Lehrer.
Irgendwie ist bei mir in den letzten Jahren, was die Medienwirksamkeit angeht, eher der gegenläufige Trend im Gedächtnis verhaften geblieben. In zahlreichen Medien (Fernsehen, Internet, Presse, Buchmarkt, Rundfunk) propagierten Pädagogen, (Kinder-)Psychologen und andere eine "neue" Hinwendung zu mehr Disziplin im Leben von Kindern, zu einer stärkeren Führung durch die Erwachsenen im Sinne einer Rahmensetzung.

Und populäre Kindererziehungsmethoden mit alternativem Touch wie z. B. Montessori-Pädagogik missversteht man meines Erachtens, würde man das mit "antiautoritärer" Erziehung gleichsetzen.

Die Rückfragen lauten daher also: Was verstehst Du unter "antiautoritär"? Und: Ist das nach Deiner Ansicht oder der Erfahrung Deiner Mutter für die Gesinnung der Schüler-Eltern prägend? Falls ja, an was für einer Schule unterrichtet denn Deine Mutter?
NHR hat geschrieben:2. Deutschland hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle "nicht so gebildeten" Ausländer aufzunehmen. Hoffe, das war politisch korrekt genug.
Ich würde behaupten, dass auch die "nicht so gebildeten" Ausländer den pejorativen Aspekt dieser - in dieser Form(ulierung) sicherlich falschen - Behauptung durchaus erfassen könnten. In diesem Sinne war die Aussage, da der Subtext offen zu Tage tritt, eher nicht "politisch korrekt genug". Aber ob letzteres der Fall ist, entscheidet wiederum wohl weniger die Formulierung selbst, als der Empfänger der Nachricht. Ich sehe das dementsprechend also wahrscheinlich anders als eine unbestimmte Anzahl von Mitlesern dieses Postings...

Der eigentliche Anlass dieser Antwort gilt aber eigentlich der meines Erachtens falschen Behauptung, Deutschland habe "es sich zur Aufgabe gemacht, alle "nicht so gebildeten" Ausländer aufzunehmen." Aus der Sicht eines im Ausländerrecht tätigen Rechtsanwalts darf ich wohl behaupten, einen gewissen Einblick in die deutsche Ausländerpolitik zu haben und kann diese Behauptung nicht unwidersprochen lassen. Bereits die ersten drei Absätze des Kurzeintrags bei Wikipedia zum Asylrecht widerlegen meiner Meinung nach Deine Behauptung. Bereits 1993 wurde das grundgesetzlich geschützte Asylrecht einschneidend begrenzt und es ist kein Zufall, dass seither die Zahlen von Asylantragstellungen rückläufig sind und 2007 sogar auf den niedrigsten Stand seit 1977 sanken.

Nur eine geringe Anzahl der Asylantragsteller kann mit einer positiven Asylentscheidung rechnen; eine etwas größere Zahl - evtl. die 10 Prozent aus dem Wikipedia-Artikel - kommt in den Genuss eines Abschiebungsschutzes mit der Folge eines dauerhaften Bleiberechts.

Das von Dir als Grund der Bildungsmisere ausgemachte Problem liegt also nicht in der deutschen Zuwanderungspolitik. Insoweit könnte man allenfalls die Aussage treffen, dass es den deutschen Behörden faktisch oft schwer fällt (bzw. von den Betroffenen schwer gemacht wird), abgelehnte Asylantragsteller wieder in ihr Heimatland abzuschieben. Mittel der Wahl ist für einen abgelehnten Asylantragsteller der NICHT-Besitz von Personaldokumenten. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, nimmt ohne Feststellung der Identität (Personalien, Staatsangehörigkeit usw.) nämlich kein Staat einen "vermeintlichen" Staatsbürger bei sich (wieder) auf.

Im Übrigen dürfte es sich auch so verhalten, dass die meisten Asylantragsteller, seien sie gebildet oder nicht, bereits deshalb nicht zum Problem für das deutsche Bildungssystem werden, weil sie zumeist eher direkt in den Arbeitsmarkt, dort wohl meist in den Niedriglohnsektor, streben.

Für die geduldeten Ausländer ohne dauerhaftes Bleiberecht dürfte Ähnliches gelten, wobei oftmals eine Erwerbstätigkeit durch die Ausländerbehörde nicht gestattet wird.

Eine gewollte Öffnung Deutschlands für Zuwanderungswillige begrenzte sich auf den Bereich von Hochqualifizierten. Und die sind nun wirklich kein Problem der behaupteten deutschen Bildungsmisere.

Das Bildungssystem in Deutschland muss stattdessen wohl eher diejenigen Ausländer zu integrieren versuchen, was mit Folgeproblemen verbunden ist, die aus Familien stammen, deren Angehörige oft bereits seit mehreren Generationen in Deutschland leben und auf die daher die Beschreibung, Deutschland habe es sich zur Aufgabe gemacht, "nicht so gebildete" Ausländer ins Land zu holen, gleich doppelt nicht passen will.

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ingo_001
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von ingo_001 »

NHR hat geschrieben:Warum das Bildungssystem immer schlechter wird? Ich sehe da zwei Gründe:
1. Antiautoritär ist noch immer in. Meine Mutter ist Lehrerin und naja, vergessen wir das. Die Elternvertretung hat da teils 20 mal mehr Macht als jeder Lehrer.

2. Deutschland hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle "nicht so gebildeten" Ausländer aufzunehmen. Hoffe, das war politisch korrekt genug.
Unterschreib ich Beides und hab mich darüber schon im besagten anderen Thread geäussert.
Wobei beim 2. Punkt die "grandiose" Kombination von über Jahrzehnte verfehlter (fehlender) Integrationspolitik auf aktive wie passive Integrationsunwilligkeit trifft.
NHR hat geschrieben:Trotzdm halte ich das chinesische Ausbildungssystem für unterirdisch und schlechter als das deutsche.
Denn es produziert durch eine grandiose Eindimensionalität überwiegend Fachidioten, die bei Antritt ihrer ersten Arbeitsstelle noch immer 0 Lebenserfahrung haben. Immer nur unsinnigen Shit reingepauken, den sie nach der Prüfung dann eh wieder vergessen. Deutscher Bachelor times 10.
Oh nur keine falsche Scham ...
Genau diese Art von Fachidioten gibts hier auch (Wirtschaftswissenschaftler, Psychologen etc.)
Der einzige Unterschied liegt darin, dass man denen das eigenständige Denken, das (im günstigsten Fall) in der Schule beigebracht wurde (schlimm genug, dass das nicht die Eltern gemacht haben), im Rahmen des Studiums wieder aberzogen wird und sie zu blinden "Theorie-Gläubigen" gemacht werden, die im worst case die realen Verhältnisse nicht mehr als solche erkennen.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von NHR »

Unter antiautoritär verstehe ich zB, dass nicht wenige Eltern ihren Kindern vermitteln, dass Lehrer keine Respektspersonen sind.
Was die Medien sagen und propagieren ist ja schön und gut, mag evtl sogar langfristig helfen.

Tatsache ist aber, dass diese kaum eine Handhabe gegen Störenfriede haben. Zumindest keine kurzfristige.
Ich kenne neben meiner Mutter mehr als einen Lehrer und kann mich ja auch an meine eigene Schulzeit erinnern.


Zum Punkt mit der Einanderungspolitik:
Natürlich kann man mit einem Satz der Sache nicht gerecht werden.
Und ich muss zugeben, dass ich vor ein paar Jahren noch anders gedacht habe.


"Das Bildungssystem in Deutschland muss stattdessen wohl eher diejenigen Ausländer zu integrieren versuchen, was mit Folgeproblemen verbunden ist, die aus Familien stammen, deren Angehörige oft bereits seit mehreren Generationen in Deutschland leben und auf die daher die Beschreibung, Deutschland habe es sich zur Aufgabe gemacht, "nicht so gebildete" Ausländer ins Land zu holen, gleich doppelt nicht passen will."

Also ich weiß nicht so recht, aber wie kann man angesichts der oben beschriebenen Tatsache sagen, dass ich nicht Recht habe.
Für mich sieht das halt so aus:
-Menschen die seit z.T. Jahrzehnten in Deutschland leben dürfen andere Angehörige nach Deutschland holen bzw anheiraten. Ohne einen Deutschtest.
-Damit die sich auch alle willkommen fühlen, werden Anträge auf beispielsweise Türkisch auf den Ämtern ausgelegt. Deutsch sprechen zu müssen, das kann man von Einwanderern schließlich nicht verlangen.
-Das alles beinhaltet auch staatliche finanzielle Hilfe für Menschen, die nichtmal halbwegs akzeptables Deutsch sprechen.


Das soll an sich kein Türken- oder Araberbashing sein, aber diese stellen halt eine große Einwanderergruppe.
Und wie will man Probleme an den Schulen vermeiden, wenn man so lasch ist?
Je nach Grips ist es halt gar nicht so leicht, eine neue Sprache zu lernen.
Dass so viele Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen an den Schulen herumlaufen unterstreicht imo also durchaus meine Behauptung.
Dazu muss ich sagen, dass ich in Taiwan erlebt habe, wie 4 kleine Kinder einer Familie aus China, alle im Alter von 5-12 Jahren, innerhalb eines Jahres so gut Chinesisch gelernt haben, dass sie dem Unterricht an normalen Schulen folgen konnten, also auch fließend Chinesisch sprachen. Das war natürlich mit viel Fleiß verbunden und Lehrer haben gut geholfen. Das Chinesisch der Eltern war nach dem einen Jahr trotz Anstrengung schlecht.
Woran haperts also an deutschen Schulen?



Taiwanische und japanische Freunde haben gut gestaunt, als ich ihnen mal davon erzählte, was hier an den Schulen abgeht.
Komisch, dass selbst die schwarz arbeitenden Philippinos (die Türken Japans) das in diesen beiden Ländern auf die Reihe bekommen, die Sprache zu lernen.
Könnte natürlich auch daran liegen, dass ihnen dort niemand entgegen kommt und sie allenfalls in den nächsten Flieger gen Heimat gesetzt werden, wenn sie sich daneben benehmen.
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von RoyalTramp »

Die Integration in D funktioniert halt einfach nicht wirklich. Da ist komplettes Umdenken nötig. Denn wie will man etwas erreichen bei Leuten, bei denen Bildung so überhaupt keinen Wert hat! Betrifft leider zufälligerweise insbesondere unsere türkischen Mitbürger, die hier schon in der 3. Generation eigentlich ansässig sind. Nicht wenige von ihnen, haben ihr "Dorfdenken" aus Anatolien bis heute konserviert. Die Nachbarn meiner Großmutter z.B. allesamt Türken, mit deren Söhnen ich mitunter auch befreundet war. Da war schon von der Familie der Jungs vorherbestimmt worden, dass diese auch genauso wie ihre Väter unter Tag in den Steinkohlebergbau gehen sollten. Keine Familie in der es hieß, dass es dem Sohn einmal besser gehen sollte, dass er ein Arzt oder Ingenieur werden solle oder ähnliches. Nein: Wie der Vater so musste der Sohn auch!

Wo sollen dann da die Kinder von sich aus die Motivation haben, sich anzustrengen und zu lernen, wenn ihnen von der Familie von vorneherein es quasi "abgesprochen" wird, später einmal einen anderen...einen besseren Lebensweg zu gehen? Und wie sollen sie lernen, wenn ihnen vom Elternhaus die notwendige Unterstützung fehlt, da Bildung demnach ja unnötig? Bzw. häufig ist das Elternhaus aufgrund eigener Bildungsdefizite ja auch nicht in der Lage, dem Kind zu helfen...

Da ist etwas katastrophal schiefgegangen und geht immer noch katastrophal schief, aber die Politik traut sich nicht an dieses heiße Eisen ran, weil es dann wieder heißt, sie würde vor dem Stammtisch einknicken...oder eine noch bessere Ausrede: Diese "Dorfsitten" wären halt kulturelle Besonderheiten, die man zu respektieren habe.

Übrigens: Betrifft das nicht nur die von mir hier erwähnten Gruppen, sondern auch in immer mehr deutschen Familien scheint Bildung nicht mehr erstrebenswert. Klar: Warum studieren, wenn später trotzdem arbeitslos? Daheraus kein Antrieb, bessere schulische Leistungen anzustreben, da unnötig, da man eh nicht beabsichtigt an eine Uni zu gehen, sondern stattdessen direkt in den Beruf. Hat außerdem Vorteile: In der Zeit, wo viele Studenten ihr Studium abgeschlossen haben, hat man z.B. in einem handwerklichen Beruf nicht selten bereits seinen Meister und steht mit 24 Jahren dann auf der Gehaltsskala weit über den meisten Studis, die dann erst in den Beruf gehen...

Sprich: Es ist nicht nur so, dass Bildung in D nicht (mehr) als erstrebenswert erscheint, sondern Bildung ist in Deutschland dermaßen "unattraktiv"...völlig "unsexy"! Und für etwas, was total "abtörnend" ist, werden jetzt noch teure Gebühren verlangt... *lol* Wen wundert es da also, dass sich die Dinge da so entwickeln, wie sie sich entwickeln?

Edit: D ist einfach grottig...läuft alles verkehrt, was verkehrt laufen kann. Ich wüsste auf Anhieb nichts, was in Deutschland irgendwie richtig laufen würde...oder fällt jemand anderem spontan etwas ein? Bitte per PN an mich...

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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von Taiyang »

RoyalTramp hat geschrieben: Klar: Warum studieren, wenn später trotzdem arbeitslos? Daheraus kein Antrieb, bessere schulische Leistungen anzustreben, da unnötig, da man eh nicht beabsichtigt an eine Uni zu gehen, sondern stattdessen direkt in den Beruf. Hat außerdem Vorteile: In der Zeit, wo viele Studenten ihr Studium abgeschlossen haben, hat man z.B. in einem handwerklichen Beruf nicht selten bereits seinen Meister und steht mit 24 Jahren dann auf der Gehaltsskala weit über den meisten Studis, die dann erst in den Beruf gehen...
Das klingt jetzt danach, als wären Studenten dumm, weil sie erst mit 24 oder 25 fertig sind...
Derjenige aus dem Handwerksberuf, der mit 24 dann mehr verdient als ein Student nach dem Abschluss, muss dann auch jemand sein, der eh schon nicht dumm/blöd/desinteressiert ist. Du glaubst gar nicht, wie doof manche Schulabgänger sind, wenn sie sich als Azubi bewerben. Das ändert sich dann auch während der Ausbildung nicht & daher glaube ich nicht, dass die dann mehr verdienen als Student nach dem Abschluss.
Und dass jemand mit einer Ausbildung mit 24 bereits im Berufsleben steht, mag daran liegen, dass Ausbildungen idR mit 16 angefangen werden, ein Studium jedoch nicht selten erst mit 19 oder 20. :wink:

Trotzdem hast du Recht mit dem, was du sagst. Bildung ist in Deutschland anscheinend nichts mehr wert. Und wenn, dann nur mit entsprechenden Zertifikaten und Qualifikationsnachweisen. Persönliche Qualitäten, Nebensache. Quereinstieg ist sowieso völlig abstrus und dann habe ich oft das Gefühl gehabt, ich sei schlichtweg überqualifiziert.
Kein Wunder, dass ich sämtlichen ausländischen Freunden, die merkwürdigerweise alle in Deutschland studieren oder arbeiten wollen, eher dazu rate, doch lieber irgendwo anders hinzugehen. Schweiz, Niederlande oder meinetwegen auch Österreich. Aber Deutschland? Da gehts doch den Bach runter.
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von RoyalTramp »

Taiyang hat geschrieben:Das klingt jetzt danach, als wären Studenten dumm, weil sie erst mit 24 oder 25 fertig sind...
Nein, das sollte damit eigentlich nicht ausgesagt werden, denn wie soll es anders gehen, außer mit 24 auch wirklich fertig zu sein? Ich lasse mal jetzt den Bachelor mit 21/22 ahren außen vor, der meiner Meinung nach eh was für'n Anus ist. Das hat also nichts damit zu tun, dass deutsche Studis "dumm" seien, wenn sie mit 24 dann ihr Studium zu einem vernünftigen Abschluss gebracht haben.
Taiyang hat geschrieben:Trotzdem hast du Recht mit dem, was du sagst. Bildung ist in Deutschland anscheinend nichts mehr wert. Und wenn, dann nur mit entsprechenden Zertifikaten und Qualifikationsnachweisen. Persönliche Qualitäten, Nebensache. Quereinstieg ist sowieso völlig abstrus und dann habe ich oft das Gefühl gehabt, ich sei schlichtweg überqualifiziert.
Ja, das mit den Zertifikaten...ob du wirklich was auf dem Kasten hast, ist halt nebensächlich, solange man nur die richtigen Zertifikate hat. Jemandem auch ohne solche Zertifikate mal eine Chance geben, um zu gucken, ob derjenige sich nicht vielleicht doch bewährt, ist mittlerweile so völlig "out". Ich sag ja immer (leicht überspitzt): "In Deutschland kann man doof wie eine Hupe sein, aber mit den entsprechenden Zertifikaten kann man es in Deutschland sogar bis zu einem Chef bringen." Wenn das mal nicht die deutsche Version des "american dream" ist. :P
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von devurandom »

NHR hat geschrieben: .....
Trotzdem halte ich das chinesische Ausbildungssystem für unterirdisch und schlechter als das deutsche. Denn es produziert durch eine grandiose Eindimensionalität überwiegend Fachidioten, die bei Antritt ihrer ersten Arbeitsstelle noch immer 0 Lebenserfahrung haben. Immer nur unsinnigen Shit reingepauken, den sie nach der Prüfung dann eh wieder vergessen. Deutscher Bachelor times 10.
Die Vermittlungsmethoden, Stoffumfang/tiefe, und (wohl auch finanziell bedingte) oft grosse Klassen und daraus resultierte Frontalunterricht des chinesischen Systems ist sicherlich sehr problematisch. Letzlich arbeiten die Chinesen mit ca. 1/20 der Finanzmittel pro Schueler wie in Deutschlang. Bei einem BIP/Kopf von 1/10 ist die Summe auch relativ gesehen wesentlich kleiner als die deutsche Aufwand. Im Quervergleich wuerde ich aber nicht unbedingt sagen, dass das Deutsche System "besser" ist. Angefangen mit fehlenden zentralen Standards dank der Foerderalismus bis Leher, die unter keinem Erfolgs, ja nicht mal rechtfertigungsdruck stehen und oft (natuerlich nicht alle) sich entsprechend verhalten. Durchlaessigkeit in den Schulen hierzulande ist gering wie die Lerneffizienz. Auf erschreckend breiter Basis wird das Vermiteln der Naturwisschenschaften vernachlaessigt. Hab mal Nachhilfe in Mathe und Physik fuer 10,11 Klassler Gymnsiasten gegeben. Der Stoff entsrpach gerade mal das, was ich selbst in der 8,9 Klasse hatte und die Aufgaben, die ich damals loesen musste, waren ca. 3 mal so "pervers". Ich mag mal behaupten, dass ein chin. 12.klassler Gymnasiast mit durchschnittlicher Leistung seinen deutschen Kollegen mit aehnlichen Profil in Mathe und Physik locker in die Tasche steckt. Heisst nun nicht, dass chin. Schueler allgemein besser sind, wie Du schon richtig angemerkt hast, in vielen Faellen eher im Gegenteil, was sicherlich das starre System verschuldet ist. Dennoch wuerde ich nicht sagen, dass das deutsche System "besser" sei. In Sachen zentrale Massstab und Leistungsdruck muss man hier noch eine ganze dazu lernen.
Uebrigens bin ich der Meinung, dass man das Chinesische Hochschulsystem ohne weiteres als katastrophal bezeichnen kann. Ist aber ein anderes Thema.

Gruss
/dev/urandom
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von Aremonus »

Nur die Kinder deren Eltern in der Lage sind das Schulgeld ( Aufnahmegebühr + Jährliche Gebühr ) zu bezahlen können nach der Mittelstufe weiterhin die Schule besuchen.
Auch in China gibt es Stipendien. Und ich kenne Leute, die welche beziehen - auch wenn man nicht gerne darüber spricht.

Ob die chinesischen Gymnasiasten in Mathe wirklich soviel besser sind als die Deutschen, wag' ich zu bezweifeln. Ich kenne viele in China, die im Gymnasium nicht richtig integrieren gelernt und nie mit einer Matrix gerechnet haben...
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von Hendrik »

RoyalTramp hat geschrieben: Sprich: Es ist nicht nur so, dass Bildung in D nicht (mehr) als erstrebenswert erscheint, sondern Bildung ist in Deutschland dermaßen "unattraktiv"...völlig "unsexy"! Und für etwas, was total "abtörnend" ist, werden jetzt noch teure Gebühren verlangt... *lol* Wen wundert es da also, dass sich die Dinge da so entwickeln, wie sie sich entwickeln?
Den kompletten Rest Deines Beitrags unterschreibe ich, an dieser Stelle muss ich nochmals anknüpfen. Ob Gebühren das Studium unattraktiv machen, da bin ich mir nicht sicher. Kurzfristig, ja, auf jeden Fall. Aber langfristig? Möglicherweise kommt man dank Gebühren zu der Einsicht, dass Bildung wertvoll ist und nicht irgend so ein gratis Produkt.

Das konnte man schon experimentell nachweise. Da gab es zwei mal das exakt gleiche Produkt, aber zu unterschiedlichen Preisen. Die Testpersonen bewerteten das teurere im Durchschnitt besser.
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von Aremonus »

Wobei natürlich hohe Studiengebühren die Opportunitätskosten des Studierens - nämlich einfach jahrelang arm zu sein - noch erhöhen. Müsste ich 6k Euro im Jahr mehr für meine Uni bezahlen, hätte 500€ im Monat weniger zum Leben. Und ich bin bereits jetzt eher auf der knappen Seite als Student... Hier müsste man am besten mehr zinsfreie Darlehen oder so einführen. Denn nach dem Studium hat man ja eigentlich das Geld. Wenn man kein Lebenskünstler wird...
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
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