Nach der Wende kamen zwei "Ossis" an meine Schule. Der eine machte später Abitur, der andere packte grade noch den Hauptschulabschluss.corneta hat geschrieben:Auch wenn ich mich jetzt in die Nesseln setzte - Bildung ist der einzige Weg, der einem Volk zur Selbstbestimmung verhilft. Wie die dann aussieht, möchte ich hier nicht weiter diskutieren.
Ich bin mir durchaus im Klaren, dass das bei den Kindern teilweise Schäden hinterlässt, aber ich wäre vorsichtig, diese Art der Bildungsvermittlung zu verdammen.
Wenn ich da manche Auswüchse in deutschen Grundschulen beobachte, dann bin ich froh, dass ich keine Kinder im schulpflichtigen Alter habe. Kinder von Bekannten dürfen das 1x1 nicht auswendig lernen, sondern sie müssen das umständlich errechnen. Wenn man dann als Elternteil beschließt, dass sowas zur Grundbildung gehört und auch dem Kind auffällt, dass man wesentlich schneller zum Ziel kommt, wenn man das auswendig weiß, bekommt es zur Belohnung eine 6 weil die Rechenwege fehlen. Hausaufgaben gibt es auch nicht mehr, man will ja die Schüler mit helfenden Eltern nicht übervorteilen. In Deutschland ist man inzwischen so weit, dass die ganze Klasse sich nach dem Schwächsten richtet. Ich hab ja nichts gegen Solidarität, aber was passiert mit dem Potenzial der wirklich guten Schüler? Diese werden als Streber gemobbt - Leistung wird bestraft.
Privatschulen haben den Vorteil, dass ich als zahlendes Elternteil Anspruch auf eine Dienstleistung habe und erwarte, dass diese bestmöglich erfüllt wird. Die Lehrer stehen unter einem ganz anderen Druck, denn es zählt Leistung und nicht Anwesenheit.
Sicher, man kann nicht alle Kinder über einen Kamm scheren, aber ein bisschen mehr Enrsthaftigkeit und Leistungsabforderung würde den meisten gut tun. Das, was in China zu viel an Disziplin gefordert wird, dass fehlt in Deutschland an vielen Stellen. Und jetzt noch eine gewagte These: Die nachlassenden Anforderungen, die wir an unsere Kinder stellen, lassen sich ganz deutlich an unserer Gesellschaft ablesen. Da die Kinder in der Schule nicht mehr auf Herausforderungen stoßen, suchen sie sie außerhalb und überschreiten dabei Grenzen, an die wir früher garnicht gedacht haben. Unterforderung kann genauso schädlich sein, wie Überforderung.
Ich möchte das Leid, was manchen Kinder in China widerfährt nicht verharmlosen. Ich bin nur immer dafür, beide Seiten der Medaille zu betrachten.
Keiner von beiden war irgendwie weiter im Stoff, als sie ankamen.
Aber das ist halt die typische Mär, damals war alles besser, der Rasen grüner, die Schulen elitärer.
Warum das Bildungssystem immer schlechter wird? Ich sehe da zwei Gründe:
1. Antiautoritär ist noch immer in. Meine Mutter ist Lehrerin und naja, vergessen wir das. Die Elternvertretung hat da teils 20 mal mehr Macht als jeder Lehrer.
2. Deutschland hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle "nicht so gebildeten" Ausländer aufzunehmen. Hoffe, das war politisch korrekt genug.
Trotzdem halte ich das chinesische Ausbildungssystem für unterirdisch und schlechter als das deutsche.
Denn es produziert durch eine grandiose Eindimensionalität überwiegend Fachidioten, die bei Antritt ihrer ersten Arbeitsstelle noch immer 0 Lebenserfahrung haben. Immer nur unsinnigen Shit reingepauken, den sie nach der Prüfung dann eh wieder vergessen. Deutscher Bachelor times 10.


