Leistungsdruck macht Schüler in China krank

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eStyle
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Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von eStyle »

Chinesische Grundschüler leiden unter so großem Leistungsdruck, dass sie krank werden. Jedes dritte Kind klagt über Bauch- oder Kopfschmerzen. Viele berichten von körperlicher Gewalt durch Eltern und Lehrer. In einer umfangreichen Studie haben Forscher eine erschreckende Bilanz gezogen.

Wie seht ihr die Lage :?:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 79,00.html" target="_blank
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RoyalTramp
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von RoyalTramp »

Kindheit gibt es in China de facto nicht. Man wird als Kind von Anfang an auf seine Funktion für die Familie und Rolle in der Gesellschaft konditioniert. Und das mitunter mit Gewalt. Absolute Katastrophe hier und eigentlich ein Fall für die Unicef...
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von RoyalTramp »

Die Regierung denkt nicht an die Zukunft...hat sie noch nie getan, sondern nur an den wirtschaftlichen Erfolg für den Augenblick, da sie nach dem Prinzip denkt: Erst die Wirtschaft, dann der Mensch, denn ohne Wirtschaft keine Jobs...ohne Jobs kein Geld...ohne Geld nix zu essen. Und daher gilt: Lieber kaputt, als verhungern. Und die Masse macht es mit...und fördert es. Man sollte doch meinen, dass die "Eltern" durch ihre eigenen Erfahrungen etwas klüger sind, was die Erziehung ihrer Kinder betrifft, aber gerade das Gegenteil lässt sich leider häufig verzeichnen. Nicht desto trotz gibt es natürlich auch positive Beispiele für schöne Kindheiten auch in China...
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Hendrik
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von Hendrik »

Die Chinesische Regierung macht alles mit der Brechstange. Damit kann man schon was bewegen, solange der Kollateralschaden kleiner ist als die Vorwärtsbewegung.
.
aquadraht
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von aquadraht »

Hendrik hat geschrieben:Die Chinesische Regierung macht alles mit der Brechstange. Damit kann man schon was bewegen, solange der Kollateralschaden kleiner ist als die Vorwärtsbewegung.
Das ist doch reichlich ignorantes Gerede. Das, was mit den Kindern geschieht, macht nicht die Regierung oder die kommunistische Partei, sondern die chinesische Gesellschaft. Die Regierung etc. macht vermutlich nicht genug, um dem entgegenzuwirken, hat das Problem wohl auch nur teilweise erkannt .Auch Japaner und Koreaner sehen das weniger eng als Europäer oder Amerikaner. Man sollte einfach sehen, dass Kindheit ein soziokulturelles Konzept ist, das sich auch in Europa erst in den letzten 150-200 Jahren entwickelt hat, und auch nicht ohne Friktionen. Da sollte man nicht so grossmäulig sein.

a^2
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Taiyang
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von Taiyang »

aquadraht hat geschrieben: .Auch Japaner und Koreaner sehen das weniger eng als Europäer oder Amerikaner.
Das mag wohl daran liegen, dass sowohl in China, als auch in Japan und Korea man es extrem schwer hat, ohne den entsprechenden Bildungsweg (sprich Bildungseinrichtungen) einen guten Job zu kriegen. In Deutschland kümmert es im Vergleich relativ wenig, ob wer seinen Abschluss an Uni X oder Uni Exzellenz gemacht hat (im Normalfall). Obwohl sich das mittlerweile auch ändert (siehe aktueller Artikel auf Spiegel.de über Früherziehung und Managerkurse für Kleinkinder).
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devurandom
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von devurandom »

Taiyang hat geschrieben:
aquadraht hat geschrieben: .Auch Japaner und Koreaner sehen das weniger eng als Europäer oder Amerikaner.
Das mag wohl daran liegen, dass sowohl in China, als auch in Japan und Korea man es extrem schwer hat, ohne den entsprechenden Bildungsweg (sprich Bildungseinrichtungen) einen guten Job zu kriegen.
Ausserdem kann es hier durchaus noch historische Gruende vorliegen. Das 科举 Beamtenpruefungssystem transportiere jahrtausend lang eine simple Botschaft: "Es zaehlt nicht, was fuer Abstammung Du hast. Wenn Du besser im Lernen bist als die anderen, kommst Du weit." (Mitunter sogar zu den hoechsten Stellen der Machtstruktur). Im Vergleich zu dem damals starren Erbrechten der europ. Adelssysteme stellte dieses system imho eine rudimentaere Transparenz zwischen den gesellschaftlichen Schichten da. Auch nach Abschaffung dieses System ist der Kerngedanke bei den Leuten tief in die Seele verwurzelt. Alle Laender, die frueher das 科举 System angewendet haben (u.a. Japan, Korea, Vietnam), zaehlen heute zu den Laendern mit dem haertesten Konkurenzkampf im Bildungssystem.
In Deutschland kümmert es im Vergleich relativ wenig, ob wer seinen Abschluss an Uni X oder Uni Exzellenz gemacht hat (im Normalfall). Obwohl sich das mittlerweile auch ändert (siehe aktueller Artikel auf Spiegel.de über Früherziehung und Managerkurse für Kleinkinder).
Deutschland hat eine breit aufgestellte Mittelschicht (ja, es ist heute immer noch so). Als ich erst herkam, war ich hoch erstaunt drueber, dass hierzulande kaum einer Woerter wie "White-collar, Blue-collar" kennt, Eltern ihre Kinder zu einer "einfachen" Ausbildung statt akademischen Laufbahn ermutigen und ein normaler Bandarbeiter ein Haus und (gar nicht so mickrigen) Wagen sich leisten kann. (Ja, es gibt auch Bandarbeiter, die sowas nicht leisten koennen, will hier an der stelle schon mal die typische deutsche Gemecker vorbeugen. ;-)). Mit der heutigen Globalisierung und der daraus folgenden globalen Wohlstandsverteilung wird diese, moechte ich doch mal sagen, zwar sympatische aber global gesehen nicht wirklich "faire" Struktur sicherlich abnehmen. Damit wird sicher der Bildungsdruck auch hierzulande steigen.

Gruss
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Taiyang
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von Taiyang »

devurandom hat geschrieben:Damit wird sicher der Bildungsdruck auch hierzulande steigen.
Ist ja schon voll am Laufen mit der Beschränkung der Master-Plätze und Eigungsprüfungen selbst für Wirtschaftswissenschaften. Aber längst nicht mit Japan, Korea oder China vergleichbar (um bei den genannten Ländern zu bleiben -woanders (Indonesien, zB.) ist es auch nicht anders)

Großer Unterschied ist allerdings nachwievor, hier geht der Druck von der Gesellschaft aus, in Deutschland aber speziell von den Eltern (noch...)
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devurandom
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von devurandom »

Taiyang hat geschrieben:
devurandom hat geschrieben:Damit wird sicher der Bildungsdruck auch hierzulande steigen.
Ist ja schon voll am Laufen mit der Beschränkung der Master-Plätze und Eigungsprüfungen selbst für Wirtschaftswissenschaften.
Gerade die Wiwis muesste man doch weiter einschraenken, schliesslich gibt es seit Jahren viel zu viele davon an den Unis. Es wird nicht einmal von den Lobbyverbaenden Mangel an solcher "Qualifikation" gemeldet, soll wohl schon was heissen. ;-)

Gruss
/dev/urandom, macht gerne ueber die Wiwis und Sowis lustig
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von Topas »

Das traurige an der Sache ist - und das gilt sowohl für Asien als auch Europa und dem Rest der Welt - das jeder ( selbst die Wirtschaft ) Bildung am hochpreisen ist, andererseits jedoch dies ohne Verschuldung ( wer aus mittleren und unteren Schichten kommt ) nicht möglich ist.

Das Drama fängt dort an, wo Metalplättchen über Menschlichkeit gestellt wird. Klar gibts Unterschiede zwischen Land a und Land b...aber genau so ist auch in Deutschland Wissen von Geld abhängig, bzw wer es nicht hat, dem bleiben gewisse Bildungstüren verschlossen.

Gerade jedoch Bildung als Gut muss kostenlos und frei sein. Das heisst jetzt nicht, dass Unis die profs umsonst arbeiten lassen sollen, sondern vielmehr, dass allen unabhängig etwaiger Vorqualifikationen, Mindesteinkommen etc jederzeit Zugang zu dem Wissen haben sollten, um es sich bei Interesse, bedarf etc immer noch selbst beibringen zu können. Und genau da hakt es meiner Meinung nach ganz gewaltig. Dadurch das Bildung kostet, wird Bildung teilweise zurückgehalten, oder ist nur bestimmten und vom "Wissensbesitzer" ausgewählten Gruppen vorbehalten.

Für jemand, der mit 17 jahren noch Flausen im Kopf gehabt hat ( was ganz normal ist in dem alter ) und sich dementsprechend nicht besonders im Abi gemacht hat, oder gar nicht erst diesen machen durfte, der hat es umsoschwieriger, wenn er mit etwa 26 Jahren ( also mit reiferen und zielgerichteteren gedanken ) diesen Weg doch noch beschreiten will. Harz fördert kaum zweitausbildung, Studium lässt sich von fabrikarbeit nicht finanzieren...und die staatliche Förderung ist auch nicht umsonst ( Verschuldung, vor allem wenns keinen reichen Onkel gibt, auch unser Forumsonkel kann da nicht weiterhelfen ) .

Die Folge : Es entscheidet sich also in der Jugendphase bereits der zukünftige Weg ab, wobei doch von Jugendlichen teilweise eine solche Entscheidung und Verantwortung noch gar nicht abverlangt werden kann. Und später, wenn er7sie dann gereift ist, dann heisst es blechen, und zwar teilweise soviel blechen, das es nahezu unmöglich wird.

Es gibt viele viele viele Menschen, die - wenn sie denn diese Chance kriegen würden - sich freiwillig in einer beruflichen Richtung ausbilden lassen, einfach weil bei der freien und kostenlosen ( und damit nicht existenzbedrohenden und teilw. bevormundschaften ) Bildung die motivation da ist. Aber da Geld im Spiel ist, und in unserem ( wie in anderen Systemen ) jugendliche Fehlentscheidungen fast nicht mehr abänderbar sind, und mensch so in bestimmten Richtungen gezwungen wird, ist eine breite Demotivation bzw Egalität vernehmbar. Dann wird immer von fehlenden Lebensperspektiven der jugendlichen gesprochen :(
Topas grüsst recht herzlich WHSAP
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von Topas »

dev......und du ? Was studierst du , bzw welche Ausbildung hast du ?
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von Topas »

mit dem Privileg stimme ich dir zu, aber ob das alleine reicht ?

Selbst wenn es keine privilegien gibt, solange es Geld gibt, wirds Arm und reich geben. Und solange dies der Fall ist, wird es immer Menschen geben, die sich Bildung nicht leisten können, bzw in irgendwelche - ich nenne es mal Rahmen - gezwungen werden.

Bildung ist abhängig vom Geld.....das ist dass Übel !
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von bossel »

Taiyang hat geschrieben:Großer Unterschied ist allerdings nachwievor, hier geht der Druck von der Gesellschaft aus, in Deutschland aber speziell von den Eltern (noch...)
In China geht auch nicht unerheblicher Druck von den Eltern aus. Was übrigens einen nicht unerheblichen Teil der Probleme verursachen dürfte. Die Kinder werden einerseits bis zum Gehtnichtmehr verhätschelt & je älter sie werden, dann uU von ihren Eltern unter immer stärkeren Druck gesetzt, "etwas aus sich zu machen". Sehe ich gerade in der Familie meiner Ex, & da ist das mit dem Verhätscheln noch relativ, da die Mutter 5 Kinder hat (davon 3 Söhne).


Topas hat geschrieben:Gerade jedoch Bildung als Gut muss kostenlos und frei sein.
Halte ich für ein Gerücht.
Das heisst jetzt nicht, dass Unis die profs umsonst arbeiten lassen sollen, sondern vielmehr, dass allen unabhängig etwaiger Vorqualifikationen, Mindesteinkommen etc jederzeit Zugang zu dem Wissen haben sollten
Ich denke doch, daß das in D mit dem BAFöG recht ordentlich geregelt ist.
Für jemand, der mit 17 jahren noch Flausen im Kopf gehabt hat ( was ganz normal ist in dem alter ) und sich dementsprechend nicht besonders im Abi gemacht hat, oder gar nicht erst diesen machen durfte, der hat es umsoschwieriger, wenn er mit etwa 26 Jahren ( also mit reiferen und zielgerichteteren gedanken ) diesen Weg doch noch beschreiten will.
Bin einen ähnlichen Weg gegangen & kann sagen, daß es vor ein paar Jahren noch problemlos möglich war. Wie sich das seit HartzIV geändert hat, kann ich nicht sagen. Aber ich schätze mal, man kriegt auch heute noch BAFöG für den Besuch des Abendgymnasiums.
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von Aremonus »

Nunja, in China wird die Härte ja auch von den Eltern gefordert - nicht von der Regierung. Das scheint sich jetzt aber auch zu ändern; ein guter Coiffeur kann in China sehr, sehr gut verdienen, während ein Absolvent einer Topuni nicht selten ohne oder mit einem relativ schlechten Job dasteht; von den Absolventen mittelmässiger oder schlechter Universitäten ganz zu schweigen.

Interessanterweise ist das Abitur in China aber nicht so schwer wie in der Schweiz (Deutschland kenn ich nicht...), aber man hat viel mehr Schulstunden. Mit Druck alleine lässt sich eben nicht viel lernen. In Sichuan wurde die Problematik inzwischen wohl erkannt. Ab nächstem Semester werden die Abendschulstunden in den Gymnasien abgeschafft... (Bin mir aber nicht sicher, ob das Provinzweit, National oder Regional ist).
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
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Re: Leistungsdruck macht Schüler in China krank

Beitrag von Topas »

Also Bafög gibt es definitiv nicht für die Oberstufe ( Klasse 11 - 13 )
Schülerbafög gilt nur bis zur 10 Klasse

Ein weiteres Manko: Bafög wird nur für die Regelstudienzeit vergeben ( was in einigen Studiengängen nicht mal 10 % schaffen ). Zwar gibt es Studienabschlusshilfe ( 1 Jahr ). Diese ist aber an Formalien geknüpft, und zwar so, dass ein Student, der das Fach x,y und z am Ende der normalen Förderung nicht bestanden hat, problemlos abschlussgefördert wird, während ein Student aus der selben Uni und dem selben Studiengang, dem lediglich das Fach K fehlt, der Hahn zugedreht wird.

Desweiteren ist im Bafögsatz meines Wissens nach nicht die Studiengebühren enthalten ( damit meine ich nicht die 500 Euro die ständig in den Nachrichten auftauchen, sondern die "anderen" "normalen " Gebühren die je nach Uni um die 200 Euro liegen )
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