JA, für den Kulturkreis spezifische Themen gehören dazu, ganz klar. Aber wo siehst du den weiblichen Zyklus, Eisprung, AIDS, Kondome etc. (alles Themen, die RT aufgelistet hat) als typisch für die deutsche Kultur? Ich sehe schon ein, dass man am Rande auch solche Themen ansprechen kann (FALLS die Kursteilnehmer selbst auch einverstanden sind). Nur, ZWECK des Unterrichts soll die Vermittlung einer Sprache, gerne auch mit Beispielen aus solchen Bereichen, sein, NICHT die sexuelle Aufklärung als solches. Vor dem "warum nicht" sollte man eigentlich erst mal das "warum" klären. Welche Notwendigkeit hat sexuelle Aufklärung im Sprachkurs? Wird es von den Schülern ausdrücklich gewünscht? Wenn nicht, dann sehe ich keine Rechtfertigung dafür.NHR hat geschrieben:Ein Sprachkurs, der eine lebendige Sprache vermittelt, wird zwangsläufig alltagsthemen des Kulturkreises, in dem diese Sprache verankert ist, anschneiden.
Genauso wie man in einem Chinesischkurs höchstwahrscheinlich über Meister Kung, Tempel, Drachenbotfest, chinesisches Neujahr, die aktuelle politische und gesellschaftliche Situation usw reden wird, so wird in einem Deutschkurs u.a. über die deutsche Kultur, Gesellschaft und Politik gesprochen.
Ob das, was der Schüler im Unterricht diesbezüglich von sich gibt, der Wahrheit entspricht, steht auf einem anderen Blatt Papier.
Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen
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Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen
Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen
In meinem Sprachkurs in Taiwan wurde alles mögliche von Scheidungsproblemen, HIV, Kondomen bis hin zu unverheirateten Eltern, unehelichen Kindern, ungewollter Schwangerschaft usw durchgenommen.
Dahingehend natürlich die Situation in Taiwan, aber wir mussten auch einbringen, wie es in unseren Ländern so ca darum steht.
Sehe also nicht, inwiefern das nicht normal sein sollte.
Sexualkunde muss echt nicht sein, aber darum gehts ja auch gar nicht so sehr.
Da gings bei unserer Lehrerin z.B. eher um die Frage, wieso so viele Taiwaner/innen so schnell und unverkrampft miteinander in die Kiste springen, dabei jedwede common knowledge (= Sex führt zu Schwangerschaft) ausblenden und sich nicht vorher informieren.
Für so ein Thema muss man keine Unterthemen wie den Eisprung (sprich Sexualkunde) etc ansprechen.
Dahingehend natürlich die Situation in Taiwan, aber wir mussten auch einbringen, wie es in unseren Ländern so ca darum steht.
Sehe also nicht, inwiefern das nicht normal sein sollte.
Sexualkunde muss echt nicht sein, aber darum gehts ja auch gar nicht so sehr.
Da gings bei unserer Lehrerin z.B. eher um die Frage, wieso so viele Taiwaner/innen so schnell und unverkrampft miteinander in die Kiste springen, dabei jedwede common knowledge (= Sex führt zu Schwangerschaft) ausblenden und sich nicht vorher informieren.
Für so ein Thema muss man keine Unterthemen wie den Eisprung (sprich Sexualkunde) etc ansprechen.
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Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen
Äh...sorry, dass ich dir da sogar Recht gebe, aber der Unterricht in dem ich hier über dieses Thema sprechen muss (von der Schulleitung so verlangt), ist kein üblicher Deutschsprachkurs mit Grammatik und so ein Firlefanz, sondern ein expliziter Vorbereitungskurs auf den TestDaf, wobei ich Lösungsstrategien für den schriftlichen Teil anbiete. Dazu gehört auch eine inhaltliche Besprechung diverser allgemeiner Themen, die die Welt bewegen. Und im schriftlichen Teil ist es da nicht so sehr selten, dass die Schüler einen kurzen wissenschaftlichen Aufsatz auch zum Thema AIDS schreiben sollen und was man tun kann, um sich gegen AIDS zu schützen.punisher2008 hat geschrieben:Du bist als Deutschlehrer eingestellt nicht wahr? Also meiner Meinung nach sind da Themen wie Verhütung und Kondome weniger angebracht. Ist das im Sinne der Schulleitung? Nichts dagegen, dass es auch für solche Themen den richtigen Ort und die passende Zeit gibt. Aber ob das ein Sprachkurs ist, möchte ich jetzt mal stark anzweifeln. Dass die Mädchen in deiner Klasse so reagieren wundert mich nicht. Nicht jedem ist es angenehm, in einem Sprachkurs über sexuelle Themen zu diskutieren. Was erwartest du denn? Es kann doch nicht in deinem Interesse sein, deine Schülerinnen in Verlegenheit zu bringen. Es gibt nun mal Dinge, die man (besonders als Ausländer) in China nicht unbedingt in der Öffentlichkeit ansprechen sollte. Z.B. habe ich in all meinen Kursen immer Politik oder Religion vermieden, weil ich weiß, dass die zu den Tabuthemen gehören. Privat mit Bekannten kann ich über alles diskutieren, aber nicht im Unterricht, da gibt es bei mir Grenzen. Ich denke mal, deine Schülerinnen werden wohl irgendwo einen Weg finden, den Umgang mit Kondomen zu lernen, oder Infos über AIDS zu finden. Glaub mir, dazu brauchen sie keinen Deutschkurs.
Diverse Verhütungsmethoden beim sexuellen Akt gehören da inhaltlich einfach schlicht dazu. Aber keine Sorge...a) sie stellen nicht meinen Schwerpunkt dar, sondern es sind Rahmenbedingung wie Hygiene, Erhöhung der gesellschaftlichen Position der Frau und und und über die wir in erster Linie reden. Wir gehen da also mit Abstand nicht in media res, wie du vielleicht gedacht haben solltest, und zeige ich denen mit absoluter Sicherheit nicht, wie man ein Kondom korrekt anwendet. Reicht, wenn sie wissen, dass Kondome eine Methode zur Vorbeugung gegen AIDS (und auch ungewollte Schwangerschaften) sind. Aber es gibt neben Kondomen nunmal noch andere Möglichkeiten auch beim Geschlechtsakt...
Ich hoffe, dir da deine Bedenken ein wenig nehmen zu können. Ich werde mich hüten in anderen Grammatikkursen solche Themen so genau anzusprechen oder gar Aufklärungsunterricht zu veranstalten.
P.S.: Und das mit dem Eisprung kam nicht von mir, denn ich wüsste nicht wie man unter Berücksichtigung des Eisprunges AIDS vorbeugen kann, sondern von einem der beiden genannten Studis, als ich zu allgemein gefragt habe, wie man denn verhüten könne. Man kann unter Berücksichtigung des weiblichen Zyklus allenfalls die Überbevölkerung bekämpfen... *lol*
Punisher! Du redest von deinen und meinen Erfahrungen und es ist natürlich logo, dass wir da unterschiedliche Erfahrungen bisher machen konnten, durften, mussten. ABER immerhin habe ich wohl eine sehr große Zahl und wenn nicht sogar die Mehrheit diesbezüglicher Berichte, Nachrichten und Statistiken zu diesem Thema an meiner Seite, dass meine Erfahrung wohl vielleicht doch die eher auf China Verallgemeinerbare ist, als die deine! Und das einzige was dann von der anderen Seite kommt: "Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast". Sicher sollte man nicht jede Statistik bis ins Detail nachbeten, aber wenn sich so viele Berichte und Dinge mit meinen Ausführungen hier eher überschneiden, als mit z.B. deinen, dann sagt dir das was, Punisher? Soooooo verdammt abwegig, was ich hier von mir gegeben habe, scheint das dann wohl mit Abstand nicht zu sein, auch wenn man hier in diesem Thread mitunter versucht hat, mich als geistig Verwirrten abzucanceln.RT, ich zweifle weder Statistiken noch deine Erfahrungen an. Dass du das in deinem Umkreis so gehört hast wie du es beschreibst glaube ich dir gerne. Nur decken sich deine Erfahrungen eben nicht mit meinen, das ist alles. Keiner von uns hat handfeste Beweise, werden wir auch nie haben.
Nochmal: Mit solchen Statistiken und Berichten im Rücken kann ich mir wohl weit eher "anmaßen", über die allgemeine Situation in China zu reden, als man es mir hier von einigen zugestehen möchte. Das heißt jetzt nicht, dass ich den Anspruch erhebe, dass ich die alleinige Wahrheit innehabe, aber ich bewege mich da auf einem sicherem Terrain mit meinen Ausführungen, als diejenigen, die hier gegen meine Darstellungen Position bezogen haben, denn außer persönlichen Erfahrungen ist da bisher überhaupt nichts gekommen, und wo mal ein Text verlinkt worden ist, hat dieser sogar noch meine Position (siehe Ausführung zu den polytechnischen Schulen mit den wahnsinnigen 20%, was absolut exakt in mein Bild hineinpasst, wie ich es von China zu diesem Thema gezeichnet habe) eher unterstützt.
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Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen
Na gut, wenn das so ist, keine Einwände.RoyalTramp hat geschrieben: Äh...sorry, dass ich dir da sogar Recht gebe, aber der Unterricht in dem ich hier über dieses Thema sprechen muss (von der Schulleitung so verlangt), ist kein üblicher Deutschsprachkurs mit Grammatik und so ein Firlefanz, sondern ein expliziter Vorbereitungskurs auf den TestDaf, wobei ich Lösungsstrategien für den schriftlichen Teil anbiete.
Bedenken in dem Sinn hatte ich keine, mir kam die Sache nur etwas.... "seltsam" vor. Aber du hast ja mittlerweile deine Themenwahl im Unterricht begründet.Ich hoffe, dir da deine Bedenken ein wenig nehmen zu können. Ich werde mich hüten in anderen Grammatikkursen solche Themen so genau anzusprechen oder gar Aufklärungsunterricht zu veranstalten.
Ich behauptete ja auch nie, dass meine Erfahrungen 100% die Situation in China widerspiegeln. Es sind einfach nur meine eigenen Eindrücke. Es tut auch nix zur Sache, welcher Prozentsatz in welchem Alter sexuelle Erfahrungen macht, oder? Was ich aber zu den von dir erwähnten Statistiken noch sagen will: solche Angaben beziehen sich auf Aussagen/Befragungen von Uni-Studenten, oder nicht? Wann wurden die gemacht? Dieses Jahr? Vor 10 Jahren? Nehmen wir mal an, dass alle Befragten wirklich wahrheitsgemäß antworteten, sagt das doch nur etwas über ihre "Generation" aus. Was die jüngeren (unter 18?) so alles treiben, wird da gar nicht erfasst. In einer Gesellschaft, die sich so rasant verändert wie die chinesische kann ein Unterschied von 10 bis 20 Jahren schon sehr ins Gewicht fallen. Die Studenten, die du jetzt kennst, sind vielleicht wirklich "braver" und naiver. Aber mit der jüngeren Generation könnte es schon wieder anders aussehen (Verbreitung des Internets, jeder 12-jährige hat schon eigenes Handy, jeder 6-jährige eigenes QQ-Konto, Medien....; vielleicht auch eine Überlegung wert?)Punisher! Du redest von deinen und meinen Erfahrungen und es ist natürlich logo, dass wir da unterschiedliche Erfahrungen bisher machen konnten, durften, mussten. ABER immerhin habe ich wohl eine sehr große Zahl und wenn nicht sogar die Mehrheit diesbezüglicher Berichte, Nachrichten und Statistiken zu diesem Thema an meiner Seite, dass meine Erfahrung wohl vielleicht doch die eher auf China Verallgemeinerbare ist, als die deine!
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Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen
Doch, es gab eben schon so einen Link, am 1.12. von happyfuture gepostet:RoyalTramp hat geschrieben:Das heißt jetzt nicht, dass ich den Anspruch erhebe, dass ich die alleinige Wahrheit innehabe, aber ich bewege mich da auf einem sicherem Terrain mit meinen Ausführungen, als diejenigen, die hier gegen meine Darstellungen Position bezogen haben, denn außer persönlichen Erfahrungen ist da bisher überhaupt nichts gekommen, und wo mal ein Text verlinkt worden ist, hat dieser sogar noch meine Position (siehe Ausführung zu den polytechnischen Schulen mit den wahnsinnigen 20%, was absolut exakt in mein Bild hineinpasst, wie ich es von China zu diesem Thema gezeichnet habe) eher unterstützt.
Unterstützt deine Position eher nichtWas sagst Du dann zu diesem Artikel? (Fake?)
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Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen
@RT & @punisher, ihr beide seid einzigartig!punisher2008 hat geschrieben:Doch, es gab eben schon so einen Link, am 1.12. von happyfuture gepostet:RoyalTramp hat geschrieben:bla bla bla ... , und wo mal ein Text verlinkt worden ist, hat dieser sogar noch meine Position (siehe Ausführung zu den polytechnischen Schulen mit den wahnsinnigen 20%, was absolut exakt in mein Bild hineinpasst, wie ich es von China zu diesem Thema gezeichnet habe) eher unterstützt.
Was sagst Du dann zu diesem Artikel? (Fake?)
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Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen
happyfuture hat geschrieben: @RT & @punisher, ihr beide seid einzigartig!
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