Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen

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belrain
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Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen

Beitrag von belrain »

RoyalTramp hat geschrieben: Wir leben jetzt erst seit 1 1/2 Jahren in Shanghai und haben hier keine Freunde oder sonstigen Kontakte und sind von daher weitgehend "unbefleckt". Ja, von daher ist meine Freundin immer noch "landeiig", denn mit dem Übertreten der Stadtgrenze ist aus ihr nicht plötzlich ein völlig anderer, top aufgeklärter, super moderner Mensch geworden.
RoyalTramp hat geschrieben: Wir haben hier in Shanghai außer zu einer Cousine (ihrerseits) und einem fernen Bekannten (meinerseits) sowie meinen (ausländischen & chinesischen) und ihren (rein chinesischen) Arbeitskollegen hier keinen weitergehenden Kontakt zu anderen Leuten (insbesondere Expats), aber dafür umso mehr zu den Leuten, wo wir herkommen. Also über "Kontakte" in China allgemein, kann ich nicht klagen (wenn man nicht-geschäftliche Beziehungen auch als "Kontakte" deklarieren darf).
RoyalTramp hat geschrieben: Ansonsten bietet der Kontakt zu den Studenten und unser beider Arbeitsbeziehungen ausreichend genug Kontakte, um hier den Gepflogenheiten nachspüren zu können.
Was denn nun, keine Kontakte oder doch viele?
Nicht-geschaeftliche Kontakte sind auch gueltig :wink: Keine Sorge, davon habe ich auch einige. Aus unterschiedlichen Schichten, aber es stimmt schon, man umgibt sich mehr mit denen, die auf gleicher Welle sind - gesellschaftlich, geistig, etc. Sowohl unter Chinesen als auch unter Expats.
RoyalTramp hat geschrieben: Peking...Shanghai...Hongkong...scheint ja nix anderes mehr in China zu geben, außer diesen 3 Megastädten...na dann kein Wunder, wie bei manchen so ein Bild entstehen konnte...
Hmmm, ich war noch in Harbin, Changchun, Baotou, Nanjing, Qingdao, Dalian, Dafeng, Zhangjiagang, Whenzhou, Rui'An, ..... hab leider nicht merh alle im Kopf. Aber, natuerlich nur geschaeftlich. Ok, meine Freizeit habe ich damit verbracht durch die Strassen zu gehen und mir einige Dinge anzuschauen, mal mit Leuten zu reden - war schwer aufgrund meiner geringen Chinesischkenntnisse (die aber immer besser werden) etc. Und in den meisten Staedten bot sich mir ein aehnliches Bild wie in Shanghai - nur eben in klein. Klar, in den gaaaaaaaaanz kleinen Doerfern, da erlebt man noch das echte China. Allerdings wird sich keiner von diesen Expats, die nur ihren Spass wollen, jemals dorthin begeben - in ihrer Freizeit. Und wenn sie dort geschaeflich sind, wissen die Geschaeftspartner mit grosser Wahrscheinlichkeit, wie sie diese Expats zufriedenstellen koennen.
RoyalTramp hat geschrieben:
Auch hier - wie kommst du darauf das die allermeisten Expats keine Beziehung eingehen, weil sie bereits vergeben sind? Auch hier kann ich nur sagen, aus meinem Bekanntenkreis waren die meisten Expats Single. Moeglicherweise hat der Eine oder Andere eine deuutsche Freundin zu Hause gelassen, aber nur wenige waren verheiratet, als sie herkamen.
Ich meine mit Beziehung wirklich etwas Langfristiges als nur für ein oder zwei Monate...
Ich wollte wissen, wie du darauf kommst das die meisten Expats die herkommen vergeben sind?
Vor allem, wenn man bedenkt das du ja keinen Kontakt zu Expats hast - hast du selbst geschrieben.
RoyalTramp hat geschrieben: Ich habe nie geschrieben, dass der Lehrer "verantwortlich" im Sinne von "schuldig" ist. Kannst du nicht lesen? Schau dir bitte ALLE meine Posts durch. Ich habe schon zwei Posts vorher jemanden diese Arbeit abgenommen und ganz genau zitiert, was ich wann wo wie über den Lehrer geschrieben habe. Aber ich kann euch nicht alles vorkauen und ein wenig selber lesen müsst ihr schon. Er war der Auslöser...war nicht unschuldig...und hat gar als Lehrer eine besondere Schuld auf sich genommen, aber ich habe NIE gesagt, er würde DIE Schuld tragen. Was gibt es daran nicht zu verstehen?
Also, wenn er der Ausloeser war, ist er schuldig - sonst kann er nicht der Ausloeser sein.
Das er als Lehrer seine Studentinnen nicht anbaggern soll ist klar, habe ich auch geschrieben und das sehe ich als seine Schuld auch an. Aber nicht, dass er der Ausloeser war und damit das Maedchen quasi umgebracht hat. Dafuer kann es viele Gruende geben.
Du selbst hast geschrieben, die Gesellschaft uebt einen enormen Druckk auf die Maedchen aus. Vielleicht sollte man also anfangen, in der Gesellschaft Veraenderungen zu bewirken, bevor man aufgrund von Indizien einen Auslaender verurteilt.
Hier muss mal wieder die Geschaeftwelt herhalten: Im Job machen Chinesen das so, wenn sie einen Auslaender in der Firma haben. Laeuft alles gut - super Chinesen. Laeuft was schief - scheiss Auslaender.
RoyalTramp hat geschrieben: Und deswegen ist deine Einlassung und die der anderen hier für mich ganz persönlich einfach nur eine Verarsche oder aber ihr könnt tatsächlich nicht lesen.
Wenn du dich von mir verarscht fuehlst, misinterpretierst du lediglich meine (sachlichen) Aussagen bzw. ueberliesst einiges.
RoyalTramp hat geschrieben: Hier in China gelten immer noch gesellschaftliche Normen und Regeln, die sich in vielen Dingen kolossal von denen unterscheiden, die wir bei uns im Westen gewohnt sind. Was im Westen als normal oder okay betrachtet wird, wird hier in China eben mitunter noch lange nicht als normal oder okay betrachtet
stimmt
RoyalTramp hat geschrieben: (und man kann einfach nicht hergehen und sagen, die Normen sind scheiße, die Normen sind gut...das wäre Ethnozentrismus pur). Man stößt hier schon sehr früh an gewisse moralischen Grenzen, die bei uns schon lange nicht mehr existieren.
Jain
Wenn ich meine eigene Moralvorstellung habe, bin ich sehr wohl in der Lage zu sagen, das finde ich sch...
Auf der anderen Seite: Korruption, Betrug, Sex in der Geschaeftswelt etc. ist Teil chinesischer Kultur. Viele chinesische Aerzte kruemmen auch nur einen Finger, wenn sie nicht vorher Geld kassiert haben. Chinesische Beamte lassen fuer "Hong Baos" gerne fuenfe gerade sein. Fuer 20 RMB werden die km-Staende von Gebrauchtwagen geaendert etc. Muss ich das gut finden, weil ich "Gast" in diesem Land bin? Wenn ja, muesste ich hier meine eigene Moral ueber Bord werfen.
Natuerlich muss ich mich anpassen und einige Dinge sollte man nicht tun - wild rumpoppen gehoert fuer mich zu eben diesen Dingen, aber nicht weil ich mir um die psyche chinesischer Meadels sorgen mache, sondern 1. weil ich verlobt bin und 2. weil ich nur ein Leben habe und ich mir nicht irgendwelche Krankheiten einfangen will. Aber deshalb muss ich als Auslaender nicht besonders vorsichtig im Umgang mit Chinesen sein - unbeachtet dessen, weshalb ich einen/eine kennenlerne. Dann igelt man sich naemlich ein, hat keine Kontakte, verbittert innerlich und schiebt hinterher alles auf die boesen anderen die einem das Leben in China erschwert haben.
RoyalTramp hat geschrieben: Und das sollte jeder wissen, der hier nach China kommt, um hier zu arbeiten, zu leben oder zu studieren. Das verlange ich einfach!
Welches Recht hast du anderen vorzuschreiben bzw. von Ihnen zu verlangen, wie sie sich auf ihre Zeit in China vorbereiten sollen? Genauso kannst du von den Chinesen verlangen, sich an uns anzupassen, wenn sie sich mit uns abgeben wollen.
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Hendrik
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Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen

Beitrag von Hendrik »

belrain hat geschrieben:Genauso kannst du von den Chinesen verlangen, sich an uns anzupassen, wenn sie sich mit uns abgeben wollen.
Was für ein fantastischer Seitenhieb gegen Chinesische Studenten, die in D-Land studieren und dabei massenweise Kleider und Schmuck importieren als Nebenjob ohne je ein Cent Steuern zu zahlen. Da stürzt sich bestimmt gleich der Finanzminister vom Dach! Und wer ist Schuld?
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RoyalTramp
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Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen

Beitrag von RoyalTramp »

PAX hat geschrieben:Ich lese sehr wohl mit, Tramp, aber ich konnte bei den anderen Usern jetzt nicht so eine "Extremsituation" wie in deinem Fall feststellen. Zumal solche Situationen in deinem Umfeld ja kein Einzelfall zu sein scheinen.
Vielleicht, weil ich als Lehrer mit völlig anderem Engagement dabei bin und in meinem Umfeld tatsächlich umhorche, um endlich besser verstehen zu können, wie es hier in China läuft, und dadurch automatisch auch öfter von solchen Fällen vernehme? Okay...seit ich da aus Hunan weg bin ist mir so eine extreme Situation nicht mehr begegnet...bin ich auch überhaupt nicht traurig drum.
Entschuldige wenn ich dir unterstelle, dass du und deine Freundin keinerlei Kontakt habt und wie Einsiedler leben, aber so ließt es sich nunmal aus deinen Beiträgen heraus. Natürlich habt ihr allein durch eure Arbeit schon einen gewissen Kontakt zu anderen Menschen, aber ja ich meinte durchaus auch mal den Besuch einer Bar, Disco, ect. Gerade in solchen Etablissements kann man meiner Meinung nach sehr gut die Veränderungen in der chinesischen Jugendkultur erkennen. Ein Clubbesuch heute ist mit einem in den späten 90'ern gar nicht mehr zu vergleichen. Ich sag nur Table-/Käfigdance mit einem Hauch von Stoff am Körper. (Und das in ner normalen Chinesen-Disco, kein Puff, Triadentreffpunkt oder so)
*hust* *hust* Mir war schon klar, wie du das mit den Kontakten meintest, deswegen hatte ich ja auch so geantwortet (da muss ich gleich noch Belrain ins Gebet nehmen, der meint, da mal wieder einen Widerspruch aufgetan haben zu wollen, um meine Position ad absurdum zu führen), denn durch meine Arbeit und durch die Arbeit meiner Freundin können wir hier nicht über einen Mangel an allgemeinen Kontakten beklagen. Aber es entwickeln sich halt keine wirklich echten Freundschaften, sondern lediglich ferne Bekanntschaften.

Was deine Disko-Erfahrung betrifft ist das unbenommen, aber DORT findest du nicht DIE Jugendkultur, oder willst du dem Großteil der chinesischen Jugendlichen eine Kultur absprechen, nur weil sie es sich nicht trauen oder leisten können, in solche Etablissements zu gehen? Ich glaube eher nicht. Also: In der Diskothek eine Veränderung der Jugendkultur auszumachen ist an den Haaren herbeigezogen. Es ist richtig, dass sich dort innerhalb der Jugendkultur einige Tendenzen und Entwicklungen beobachten lassen, aber diese Dinge sind weit davon entfernt sich ihren Weg in die Konventionalität zu bahnen. Du sprichst von einer Subkultur und sorry: Sie wird in China nie zu einem Mainstream werden, jedenfalls nicht in den nächsten 50 bis 100 Jahren, da ist der gesellschaftliche Widerstand seitens der unzähligen Jugendlichen selber maßgeblich...da muss noch nicht einmal die Partei groß was tun. Wie ein Vorredner bereits gesagt hat: In der Breite sind solche Etablissements bei den Jugendlichen verpönt und das nicht, weil die Jugendlichen irgendwelchen Kadern gefallen wollen, sondern weil sie selbst davon innerlich überzeugt sind.

Übrigens 2 Punkte dazu:
1) Als ich in Hangzhou selbst als Student war, habe ich mich auch das ein oder andere Mal in einer dortigen Bar am Westsee oder auch in einer Disse im Stadtzentrum (das "Wahaha", wem das was sagen sollte), und was du über die Diskotheken sagst, dass hat es auch damals vor 6 Jahren gegeben, was für mich heißt: So groß sind die Veränderungen in der jugendlichen SUBKULTUR nicht. Klingt eher nach Stagnation. Gut. Es hatte da keine Tabledancer gegeben, aber das hat wohl eher mit der Disko zu tun, als damit, dass man vor 6 Jahren da noch ganz andere Moralvorstellungen gehabt hatte.
2) Als wir hier frisch in Shanghai waren, hatte ich es mir als Ziel gesetzt, meiner Freundin eine hiesige Bar zu zeigen, da sie sowas noch nie von innen gesehen hat. Ich habe ihr da das Zapatas vorgestellt, an das ich mich noch schwach erinnern konnte...wo es von Expats ja nur so überquillt. Nachdem sie am Anfang eher zurückhaltend war, hat sie anschließend, als dann innen die Diskomucke anlief, nur getanzt, ganze 3 Stunden (und ich durfte am Rand der Tanzfläche auf ihre Tasche aufpassen -.-). Als wir dann zurück sind, habe ich sie gefragt, wie sie es fand. Sie sagte: interessant (übrigens, sie wurde glatt von einem Ausländer auf der Tanzfläche angemacht...so ein Zufall?), dass ich der Meinung war, dass es ihr wohl nicht schlecht gefallen habe. Als ich dann aber mal 1 Monat später wieder darauf zu sprechen gekommen bin, ob sie nicht mal wieder Lust hätte: Nie wieder! Sie "hasst" solche Orte mit all diesen schmierigen und gierigen Leuten. (-> ihr O-Ton) Hallo? Zapatas? Das ist mit eine der wenigen Bars und Diskos, die noch einigermaßen einen guten Ruf in der Stadt genießt.

Und du kannst mir wirklich glauben...chinesische Jugendliche SIND so in der Mehrheit drauf, wie meine Freundin (wobei ich sie mit 23 nicht mehr ganz zu den Jugendlichen zähle). Und das von sich aus! Nicht um jemanden zu gefallen. Und bitte nochmal die Relation berücksichtigen: ca. 6/7 der Bevölkerung sind nicht in Städten sozialisiert, entsprechend auch geringer die Zahl der in Städten sozialisierten Jugendlichen, DASS ich meine Freundin da durchaus eher repräsentativ betrachten kann. NICHT für die jugendliche -> Stadtbevölkerung (in Städten sozialisierte), aber insbesondere auch für die schier unüberschaubare Masse an hinzugewanderten Jugendlichen, die es z.B. vorallem im Rahmen eines Studiums oder aber auch im Rahmen einer Tätigkeit z.B. in einem Friseur- oder Bekleidungsgeschäft in die Großstädte verschlägt (habe mal bei dem hiesigen Yongqi-Friseur und Schönheitssalon mich mit einigen Mädchen unterhalten. Von allen dort arbeitenden Mädchen ist eine verschwindend geringe Zahl tatsächlich Shanghai bendi de. Die kommen in der großen Masse aus irgendwelchen Provinzkäfern aus Henan, Anhui etc.)
Ja Peking, Shanghai und HongKong SIND für viele Westler China! Mal ehrlich, wieviele der westlichen Geschäftsleute, Studenten, Touristen, ect. gehen denn woanders hin? Vielleicht 5%?
Diese drei Städte sind nunmal DIE Geschäftszentren der modernen chinesischen Gesellschaft. Was soll ein ein deutscher Bankier der nach China versetzt wird auch in ner Arbeiterstadt wie Jilin oder in einem Dorf an der Westgrenze? Das internationale Geschäftsleben braucht nunmal eine gewisse Infrastruktur und die ist im Osten Chinas eher gegeben als im Westen.
Ich kann dazu nichts sagen, aber soweit ich weiß, haben ausländische Firmen ihre Produktionsstätten immer weit außerhalb der Stadt. Oder in den sogenannten "Technologiezonen". Ich weiß jetzt nicht, wieviele Ausländer dort beschäftigt sind, aber in den Städten, soweit ich es beurteile, handelt es sich in der Regel um Consulting Firmen, aber stellen sie die Mehrheit der ausländischen Geschäftsleute. Wie gesagt: No Ahnung... Oder auch Bankier...in meinen Augen machen sie nur eine Minderheit aus... es sind meines Erachtens überwiegend produktive Firmen wie Bosch, Siemens und und und, die ihre Mitarbeiter ins Ausland verschicken und die siedeln an Orten an, das glaubste mitunter gar nicht... Aber nochmal: So genau kenne ich mich da nicht aus. Just aus einem subjektivem Empfinden heraus...
Für Sinologen, Kenner und gut informierte Laien ist China natürlich viel viel mehr als nur Peking, Shanghai, Hongkong. Aber das ist doch überall so. Japan ist gleich Tokio und Kyoto, Deutschland ist Bayern, Australien ist Sydney und das Outback, usw.
Und das macht das ganze halt so gefährlich, dass dem so ist. Denn selbst in Shanghai ist vieles eben NICHT Shanghai! ;)
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Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen

Beitrag von RoyalTramp »

belrain hat geschrieben:Was denn nun, keine Kontakte oder doch viele?
Nicht-geschaeftliche Kontakte sind auch gueltig :wink: Keine Sorge, davon habe ich auch einige. Aus unterschiedlichen Schichten, aber es stimmt schon, man umgibt sich mehr mit denen, die auf gleicher Welle sind - gesellschaftlich, geistig, etc. Sowohl unter Chinesen als auch unter Expats.
Ach, Belrain. Ich hatte das auf PAX geschrieben. Er hat es verstanden, ich habe es verstanden, und du nicht, dass du da wieder vermeinst, einen Widerspruch ausmachen zu können. Wie naiv muss eigentlich jemand sein, aus den Worten "keine Kontakte" auch dingfest schlussfolgern zu wollen, dass man tatsächlich überhaupt NULL Kontakte habe? Wie soll das gehen, bei einem Job z.B. als Lehrer? Anders als dir, war mir aber bewusst, von welchen Kontakten PAX geredet hatte, und da haben wir, ich und meine Freundin nun tatsächlich keine weitreichenden Kontakte.
Hmmm, ich war noch in Harbin, Changchun, Baotou, Nanjing, Qingdao, Dalian, Dafeng, Zhangjiagang, Whenzhou, Rui'An, ..... hab leider nicht merh alle im Kopf. Aber, natuerlich nur geschaeftlich. Ok, meine Freizeit habe ich damit verbracht durch die Strassen zu gehen und mir einige Dinge anzuschauen, mal mit Leuten zu reden - war schwer aufgrund meiner geringen Chinesischkenntnisse (die aber immer besser werden) etc. Und in den meisten Staedten bot sich mir ein aehnliches Bild wie in Shanghai - nur eben in klein. Klar, in den gaaaaaaaaanz kleinen Doerfern, da erlebt man noch das echte China. Allerdings wird sich keiner von diesen Expats, die nur ihren Spass wollen, jemals dorthin begeben - in ihrer Freizeit. Und wenn sie dort geschaeflich sind, wissen die Geschaeftspartner mit grosser Wahrscheinlichkeit, wie sie diese Expats zufriedenstellen koennen.
Oh my god! Wer sagt denn, dass man erst auf das Dorf muss, um "Landeier" zu treffen? Ist an dir irgendwie die Entwicklung in den letzten Jahren so völlig vorbeigegangen? Was glaubst du woher hier z.B. in Shanghai fast an die 20 Mio. Menschen herkommen? Haben die Shanghaier so krass gepoppt in den letzten 50 Jahren? Oder wie ist dieser massive Zuwachs in der Bevölkerung zu erklären? In China muss man nicht erst auf das Land hinausfahren, Belrain, denn das "Land" zieht hier in massiven Strömen in die Städte! Du siehst sie überall in den Lanzhou Nudel Geschäften, bei den Baozi Läden, in den Friseurläden und bei den "Schrotthändlern" (wie ich sie bezeichne, da sie scheinbar nur Schrott anbieten) und vielen anderen. Und das sind keine Ur-Shanghaier sondern fast ausschließlich "New Citizens", die mit ihren alten und "überkommenen" Moralvorstellungen in die Städte einfallen und in der Vergangenheit eingefallen sind, wie die Motten, die vom Licht angezogen werden. Und mit ihnen auch ihre Kinder im Schlepptau oder aber auch solchen, die sie hier erst bekommen haben. Und DIESE Bevölkerung stellt das Gros hier in Shanghai (das umfasst nicht nur ganz neu Hinzugezogene sondern auch "permanents", die hier schon länger leben) und eben nicht diese ganzen Businesstypen!
Ich wollte wissen, wie du darauf kommst das die meisten Expats die herkommen vergeben sind? Vor allem, wenn man bedenkt das du ja keinen Kontakt zu Expats hast - hast du selbst geschrieben.
Weil die meisten Ausländer hier auf den Straßen, denen ich begegne, mit ihrem hierher gezogenen Anhang durch die Straßen schlendere. Es sind mir nicht soooo viele Ausländer mit chinesischen Freundinnen auf der Straße begegnet.

Zu den anderen Sachen später, denn ich muss jetzt zum Zahnarzt... *Grauen*
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Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen

Beitrag von belrain »

RoyalTramp hat geschrieben: Oh my god! Wer sagt denn, dass man erst auf das Dorf muss, um "Landeier" zu treffen?
Hab ich auch nicht geschrieben, oder? Habe nur geschrieben, dass ich in anderen Staedten Chinas eine aehnliche Entwicklung gesehen habe wie in Shanghai.
RoyalTramp hat geschrieben: Ist an dir irgendwie die Entwicklung in den letzten Jahren so völlig vorbeigegangen?
Was glaubst du woher hier z.B. in Shanghai fast an die 20 Mio. Menschen herkommen? Haben die Shanghaier so krass gepoppt in den letzten 50 Jahren? Oder wie ist dieser massive Zuwachs in der Bevölkerung zu erklären?
Wie gesagt, ich habe Bekannte aus unterschiedlichen Schichten. Ich weiss, dass ein grosser Teil der Bevoelkerung Shanghais aus anderen Provinzen stammt.
RoyalTramp hat geschrieben: ..... Und DIESE Bevölkerung stellt das Gros hier in Shanghai (das umfasst nicht nur ganz neu Hinzugezogene sondern auch "permanents", die hier schon länger leben) und eben nicht diese ganzen Businesstypen!
Aber eben diese Businesstypen und der damit vorhandene Wohlstand(swunsch) fuehrt sie doch erst in die Stadt. Korruption ist nicht nur im grossen Business in China sondern Alltag - dazu gehoert auch Bestechung mit anderen Naturalien.
RoyalTramp hat geschrieben: Weil die meisten Ausländer hier auf den Straßen, denen ich begegne, mit ihrem hierher gezogenen Anhang durch die Straßen schlendere. Es sind mir nicht soooo viele Ausländer mit chinesischen Freundinnen auf der Straße begegnet.
Liegt vielleicht daran, dass ein auslaendisches Paar mehr auffaellt, waehrend eine Chinesin, die neben dem Auslaender hergeht in der Masse "untergeht". Oder an der Gegend, obwohl ich letzteres eher nicht glaube.
RoyalTramp hat geschrieben: Zu den anderen Sachen später, denn ich muss jetzt zum Zahnarzt... *Grauen*
Viel Vergnuegen :wink:
Und Gute Besserung
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Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen

Beitrag von RoyalTramp »

So, bin wieder zurück und das Grauen ist mir heute erspart geblieben...nächste Woche Montag aber... :S

Ich mache mal von daher weiter, wo ich stehen geblieben bin:
Also, wenn er der Ausloeser war, ist er schuldig - sonst kann er nicht der Ausloeser sein.
Das er als Lehrer seine Studentinnen nicht anbaggern soll ist klar, habe ich auch geschrieben und das sehe ich als seine Schuld auch an. Aber nicht, dass er der Ausloeser war und damit das Maedchen quasi umgebracht hat. Dafuer kann es viele Gruende geben.
Du selbst hast geschrieben, die Gesellschaft uebt einen enormen Druckk auf die Maedchen aus. Vielleicht sollte man also anfangen, in der Gesellschaft Veraenderungen zu bewirken, bevor man aufgrund von Indizien einen Auslaender verurteilt.
Hier muss mal wieder die Geschaeftwelt herhalten: Im Job machen Chinesen das so, wenn sie einen Auslaender in der Firma haben. Laeuft alles gut - super Chinesen. Laeuft was schief - scheiss Auslaender.
Nein, ein Auslöser ist nicht zwangsläufig auch schuldig im Sinne der Hauptverantwortliche. Oder willst du die Lunte dafür ganz alleine verantwortlich machen, dass das Dynamit explodiert? Wohl eher nicht. Und wieso sollte sich die Gesellschaft ändern? Warum sollte sie sich in diesem Fall dem Bedürfnis des westlichen Mannes anpassen? Verstehe ich nicht.

Indes gebe ich dir Recht, dass hier ein immenser Druck auf allen lastet und nicht zuletzt dieser hat zu dem Selbstmordversuch an der Uni geführt, an der ich gearbeitet habe. Aber nochmal: Wenn der australische Arbeitskollege sie nicht verarscht hätte, hätte dieses Mädchen wohl kaum versucht, sich umzubringen, denn dann hätte es für sie dahingegehend keiner Notwendigkeit bedurft, da sie niemandem eine Schande gemacht hätte, wenn sie und der Arbeitskollege dann geheiratet und meinetwegen nach Australien zurückgegangen und dort eine eigene Familie gegründet hätten (im Gegenteil denke ich sogar, dass den Eltern das sehr Recht gewesen wäre, denn für viele Chinesen stellt nunmal Ausland gleich Reichtum dar). Aber dadurch, dass sie von dem Jungen verarscht wurde, hat sie sich und ihre Familie "bloßgestellt", was hier in China mitunter was ganz anderes bedeutet, als in unseren heimatlichen Breitengraden. Oder willst du mir jetzt sagen, dass dir das Phänomen des "face" hier in China nicht bekannt ist? Dem australischen Arbeitskollegen scheinbar nicht und das ist einer der elementarsten Grundfehler, die man hier als "aufgeklärter" Ausländer machen kann, dieses Phänomen so zu unterschätzen. Übrigens auch ein Umstand, der gerade diesem australischen Arbeitskollegen bekannt gewesen sein musste, wie hoch der Druck hier bereits ist, der auf den Jugendlichen lastet, denn er hatte ja tagtäglich mit völlig übermüdeten und überforderten Jugendlichen zu tun. Und statt sich zusammenreißen, hat er dem Mädchen noch mehr Druck aufgehalst, dass aber irgendwann mal jemand an diesem ganzen Druck, der hier permanent einwirkt, zerbricht, dazu muss man nicht erst ein Diplom in Psychologie haben.

Indes: Er hatte nicht vorausahnen können, dass sich das Mädchen dann seinetwegen versucht, sich umzubringen, aber soweit hätte es erst gar nicht kommen müssen, wenn er einfach nur ehrlich gewesen wäre. Ehrlichkeit! Ist das zuviel verlangt? Ist das schon total unnormal in unserer westlichen Wertegesellschaft, wenn man Ehrlichkeit fordert?
Wenn du dich von mir verarscht fuehlst, misinterpretierst du lediglich meine (sachlichen) Aussagen bzw. ueberliesst einiges.
Nein, ich fühle mich tierisch verarscht, weil ich alles und wirklich alles für euch tausend Mal nochmal wiederholen muss, um wen es hier überhaupt geht et cetera pepe. Manchmal habe ich das Gefühl mich hier mit 7-jährigen zu unterhalten, dass ich immer und immer wieder wesentliche Aspekte wiederholen oder richtigstellen muss, weil sie bei euch keine Beachtung finden oder völlig falsch dargestellt werden.
Jain. Wenn ich meine eigene Moralvorstellung habe, bin ich sehr wohl in der Lage zu sagen, das finde ich sch... Auf der anderen Seite: Korruption, Betrug, Sex in der Geschaeftswelt etc. ist Teil chinesischer Kultur. Viele chinesische Aerzte kruemmen auch nur einen Finger, wenn sie nicht vorher Geld kassiert haben. Chinesische Beamte lassen fuer "Hong Baos" gerne fuenfe gerade sein. Fuer 20 RMB werden die km-Staende von Gebrauchtwagen geaendert etc. Muss ich das gut finden, weil ich "Gast" in diesem Land bin? Wenn ja, muesste ich hier meine eigene Moral ueber Bord werfen.
Sollst du nicht, aber das sind chinesische Probleme, die Chinesen bitte selber lösen sollen, wenn sie sich daran stören. Mir geht es hier aber um Ausländer und die Probleme, die diese hier mitunter in China verursachen.
Dann igelt man sich naemlich ein, hat keine Kontakte, verbittert innerlich und schiebt hinterher alles auf die boesen anderen die einem das Leben in China erschwert haben.
Sorry, aber das ich nun z.B. an der Xiangtan Uni keinen Job als Deutschlehrer bekomme, habe ich diesem Lehrer zu "verdanken". Es ist wirklich nicht so, dass ich mir hier das Leben selber erschwere. Auch die Vorurteile, mit denen ich in der Familie meiner Freundin zu kämpfen hatte, habe ich mir nicht selbst eingebrockt. You know? Sprich: Diese von mir hier so scharf angegriffenen Leute machen mir das Leben in China in der Tat schwerer, als es ohne sie auch schon wäre. Danke dafür!
Welches Recht hast du anderen vorzuschreiben bzw. von Ihnen zu verlangen, wie sie sich auf ihre Zeit in China vorbereiten sollen? Genauso kannst du von den Chinesen verlangen, sich an uns anzupassen, wenn sie sich mit uns abgeben wollen.
Das lasse ich für Ausländer in Deutschland sogar gelten, aber hier sind wir in China und hier sind wir die Ausländer, die hier auf die hiesige Leitkultur, wenn sie sich nicht anpassen wollen, so doch wenigstens Rücksicht darauf nehmen sollen!
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Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen

Beitrag von sophia »

Skorpid hat geschrieben:Bitte ein Link zum Ursprungs-Thema, ich weiß garnicht um welche Vorurteile es gerade geht...

Also ich bin ich China nur auf "positive" Vorurteile gestoßen....
entschuldigung,meinst du mit positiv vielleicht negativ?
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Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen

Beitrag von RoyalTramp »

belrain hat geschrieben:Hab ich auch nicht geschrieben, oder? Habe nur geschrieben, dass ich in anderen Staedten Chinas eine aehnliche Entwicklung gesehen habe wie in Shanghai.
Du hast als Argument genannt, dass ja nur die wenigsten Ausländer hier auf Landeier stoßen, weil sie nicht in die Dörfer gehen. Ich wollte den damit entstandenen Eindruck widerlegen, dass man als Ausländer erst auf die Dörfer gehen muss, um auf Landeier zu stoßen. Nochmal: Du findest sie hier in der Stadt an allen Ecken und Enden. Diese Bevölkerung aus hier neulich erst Immigrierten und ehemaligen Immigrierten aus den Provinzen stellen sogar das Gros in Shanghai dar. Und wie ich betont habe: Diese Menschen haben nach dem Überschreiten der Stadtgrenze nicht von heute auf morgen ihre "alten" und "überkommenen" Moralvorstellungen vom Lande über Bord geworfen und sind plötzlich ganz neue Menschen.
Wie gesagt, ich habe Bekannte aus unterschiedlichen Schichten. Ich weiss, dass ein grosser Teil der Bevoelkerung Shanghais aus anderen Provinzen stammt.
Der weit größte Teil besteht aus in den letzten 50 Jahren Immigrierten. Die mitunter negativen Geburtenrate, die 1-Kind-Politik und viele Dinge mehr...und trotzdem ist die Stadt jedes Jahr rasant gewachsen. Woher kommen wohl die ganzen Leute?
Since 1993, Shanghai has been the first region of China to have a negative fertility growth rate in its registered population, while the total number of registered people is increasing owing to in-migration. According to the 2000 population census, the rate of natural increase was -1.9 per 1,000. [...]
There were once sharp rises and falls in the population caused by migration throughout the period from 1949, the establishment of the People's Republic, to the year 1980. Since then, the migration rates have tended to be stable with a constantly larger in-migration than out-migration rate, and the wave motions were much less obvious than those of the prior period, with an average net in-migration figure of 39,800 each year. The main determinants for those moves are job transfer, education, and technical training. [...]
Additionally, the size of the floating population of Shanghai is expanding. Based on a survey conducted on October 20, 1998, the total "drifting population without household registration in Shanghai Municipality had reached 1,246,000, among which 1,058,000 were moving from neighboring provinces and foreign countries and all the others from suburban counties.[...]

Nach United Nations ESCAP
Oder aber auch Migrant Wave Drives Shanghai's Population Growth

Und noch viele andere Seiten im I-Net. Den wirklichen "echten" Shanghaier scheint es demnach "kaum noch zu geben", denn der scheint aus der Stadt lieber abgehauen zu sein. (<- absichtliche Übertreibung meinerseits, daher in Anführungszeichen) ;)
Aber eben diese Businesstypen und der damit vorhandene Wohlstand(swunsch) fuehrt sie doch erst in die Stadt. Korruption ist nicht nur im grossen Business in China sondern Alltag - dazu gehoert auch Bestechung mit anderen Naturalien.
Die Korruption ist in erster Linie monetärer Art, zweitens sachbezogener Art. Prostitution ist eher am unteren Ende bei der Korruption anzusiedeln und da überwiegend nur auf die Businesswelt beschränkt, da sich das von den "armen Schluckern" hier keiner leisten könnte, tausende von Kuais für Freudenmädchen aus dem Fenster zu werfen.
Liegt vielleicht daran, dass ein auslaendisches Paar mehr auffaellt, waehrend eine Chinesin, die neben dem Auslaender hergeht in der Masse "untergeht". Oder an der Gegend, obwohl ich letzteres eher nicht glaube.
Das mag sein, aber mir fallen gemischte Paare schon eher auf, als nicht gemischte Paare. Aber vielleicht vertue ich mich da auch in meiner Wahrnehmung.
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Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen

Beitrag von bossel »

Jurufi hat geschrieben:Wofür es jetzt genau ist, wusste meine Freundin trotzdem nicht , da nie mit diesem Thema beschäftigt ... woher also auch?
Na, das paßt ja dann wieder. Ohne große Ignoranz wird man auch nicht so versnobbt.
Scheint Irgendwie dein Vorstellungsvermögen zu sprengen... sorry.
Ja, tut es. Wenn die Dinger irgendwo in der hintersten Ecke der Supermärkte versteckt würden, könnte ich es verstehen. Ist aber nicht so.

Du brauchst nicht gleich so agressiv sein bossel.
Geht dir mein geschriebenes so nahe?
Aggressiv? Tststs... Wo denn?
Als PvD halte ich natürlich nichts von snobistischer Idiotie, aber aggressiv werde ich da noch nicht? Na, da kennst Du mich nicht richtig.
Naja , Asozial war eigentlich eher das Wort was ich jetzt dafür gewählt habe.
Naja, Snob & Snob. Paßt ja.
Sie meinte eher das der Umgang mit Studenten von niedrigen Universitäten oder generell niedrigen Bildungsstand schwieriger ist.
Was ja eine genauso hirnrissige Aussage ist.
"Verzichtet oder auch verweigert" ist gut, Sexualkunde unterricht wie wir Ihn in Deutschland existiert in China nicht und ist auch nicht gestattet.
Ui, Du kennst Dich aber aus. Welches Gesetz verbietet das denn?
Ob das den Eltern gefällt, oder nicht, hat ja nichts mit "gestatten" zu tun.
Ein Lehrer der diese Themen weiter anschneidet fliegt von der Schule.
Das bezweifle ich. Es wird höchstens Proteste frigider Eltern geben & der Lehrer kriegt vielleicht einen Rüffel, aber mehr wird wohl kaum passieren.



Noch so einer? Hey, RT, aktivierst Du alle Deine alten Kumpels mit ihren ach-so-unschuldigen Freundinnen?
Jack Daniels hat geschrieben:Im Gegensatz zu Deutschland besucht der größte Teil der Chinesischen Jugendlichen ( vorallem die, die auch Universitäten im 1 & 2 Level besuchen ) nämlich keine Diskotheken oder Bars, da Sie wissen wenn sie dort hingehen, wird Ihnen das nachgehalten.
Mann, bist Du gut informiert. Leider falsch.
Es wird wohl eher daran liegen, daß den meisten chin. Jugendlichen die Musik nicht gefällt. Die sind von klein auf auf lahmes Gedudel konditioniert. Nur eine kleine Minderheit scheint sich für Musik abseits des Mainstreams zu interessieren.
Von daher findest du auch keine Veränderungen bei Chinesischen Jugendlichen in der Diskothek, denn Chinesen die dort hingehen sind in Augen von Chinesen sowieso "Schlechte Jugendliche".
Nicht nur bei Eltern und Lehrergenrationen, sondern selbst bei Jugendlichen wird das so gesehen.
Sehr lustig. Habe heute mal spaßeshalber in einer Klasse nachgefragt. 25% waren schonmal in der Diskothek (&, oh Schreck, geben es offen zu). Ein Mädel will demnächst mal mit ihrem Freund hin.
Der Rest will nicht, aber nur 12,5% weil es dort "schlechte Menschen" gibt, die meisten geben als Gründe (zu laute) Musik & zu großes Gedränge an. Übrigens denken durchaus die meisten, daß sich in Discos "schlechte Menschen" rumtreiben. Aber nicht alle Jugendlichen, die in die Disco gehen, werden so gesehen, sondern man ist sich durchaus klar, daß Aufreißer, Dealer, etc. nur eine geringe Minderheit ausmachen.
Ich bekomme es oft genug zu hören von Jugendlichen, die hier nach Deutschland kommen zum studieren "hey wie ist das eigentlich, meine Freunde wollen auf eine Party, in China war ich noch nie auf einer Party" usw.
Was Du so zu hören bekommst... Übrigens sind die Chinesen, die es sich leisten können, nach D zu gehen auch nicht übermäßig repräsentativ.
Oder auch bei meiner Freundin, oder Ihren Freunden, wenn wir über solche Dinge sprechen wird gesagt "Natürlich war ich noch nie auf einer Party, da gehen nur schlechte Jungs & Mädchen hin".
Meine Güte! Hier scheint's irgendwo ein Nest von Verschnupften zu geben.
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Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen

Beitrag von bossel »

RoyalTramp hat geschrieben:Ich habe nie geschrieben, dass der Lehrer "verantwortlich" im Sinne von "schuldig" ist. Kannst du nicht lesen? Schau dir bitte ALLE meine Posts durch.
Auch ein schlechtes Gedächtnis? Habe jetzt nicht ALLE Deine Beiträge durchgelesen, aber trotzdem diese Aussage gefunden:
RoyalTramp hat geschrieben:Als Lehrer steht er da sogar in einer besonderen Schuld, denn die beiden Mädchen waren "Schutzbefohlene"!
[...]
Und eine weitere Schuld hat er sich dadurch aufgeladen, dass er die beiden von vorne bis hinten BELOGEN hat.
:roll:


RoyalTramp hat geschrieben:Ich bin jemand der hier ein Benehmen einfordert, welches mit den hiesigen Gepflogenheiten vereinbart werden kann und nicht mehr.
Chinesische Lehrer machen es. Ausländische Lehrer machen es. Beides sind (vermutlich) Ausnahmen. Paßt also.
Ansonsten bietet der Kontakt zu den Studenten und unser beider Arbeitsbeziehungen ausreichend genug Kontakte, um hier den Gepflogenheiten nachspüren zu können.
Quark. Bloßer Kontakt reicht nicht. Wie gesagt, als ich nur deren Lehrer war, habe ich auch nicht viel mitgekriegt. Nachher, nachdem ich mich mit einigen Studenten angefreundet hatte, kamen die knackigeren Fakten ans Licht.
Peking...Shanghai...Hongkong...scheint ja nix anderes mehr in China zu geben, außer diesen 3 Megastädten...na dann kein Wunder, wie bei manchen so ein Bild entstehen konnte...
Shaoguan kann man wohl kaum als Megastadt bezeichnen.


RoyalTramp hat geschrieben:Und du kannst mir wirklich glauben...chinesische Jugendliche SIND so in der Mehrheit drauf, wie meine Freundin
Na, dann zeig mal die dazugehörigen Statistiken. Nicht mal an der Uni, an der ich jetzt bin (& das ist eine bessere Uni in Peking, konservativ-kommunistischer Laden, mit satt Kommispitzeln unter den Studenten), ist das so. Geschweige denn damals in Shaoguan. & von den Absolventen anderer Unis, die ich kenne, habe ich sowas auch seltenst gehört.


RoyalTramp hat geschrieben:Sorry, aber das ich nun z.B. an der Xiangtan Uni keinen Job als Deutschlehrer bekomme, habe ich diesem Lehrer zu "verdanken". Es ist wirklich nicht so, dass ich mir hier das Leben selber erschwere. Auch die Vorurteile, mit denen ich in der Familie meiner Freundin zu kämpfen hatte, habe ich mir nicht selbst eingebrockt.
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Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen

Beitrag von belrain »

RoyalTramp hat geschrieben: Indes gebe ich dir Recht, dass hier ein immenser Druck auf allen lastet und nicht zuletzt dieser hat zu dem Selbstmordversuch an der Uni geführt, an der ich gearbeitet habe.
Also war es der gesellschaftliche Druck - da sind wir uns ja schonmal einig.
RoyalTramp hat geschrieben: Aber nochmal: Wenn der australische Arbeitskollege sie nicht verarscht hätte, hätte dieses Mädchen wohl kaum versucht, sich umzubringen, denn dann hätte es für sie dahingegehend keiner Notwendigkeit bedurft, da sie niemandem eine Schande gemacht hätte, wenn sie und der Arbeitskollege dann geheiratet und meinetwegen nach Australien zurückgegangen und dort eine eigene Familie gegründet hätten (im Gegenteil denke ich sogar, dass den Eltern das sehr Recht gewesen wäre, denn für viele Chinesen stellt nunmal Ausland gleich Reichtum dar). Aber dadurch, dass sie von dem Jungen verarscht wurde, hat sie sich und ihre Familie "bloßgestellt",
Woher willst du das wissen? Woher weisst du, wem sie womit Schande gemacht hat? Alle Infos die du hast beruhen auf "Hörensagen" - in beiden von dir geschilderten Fällen. Ich will nicht bestreiten, dass es so war. Es kann aber auch ganz anders gewesen sein. Du verurteilst jemand, ohne alle Hintergründe zu kennen - du glaubst lediglich alles zu dem Vorfall zu wissen.
RoyalTramp hat geschrieben: was hier in China mitunter was ganz anderes bedeutet, als in unseren heimatlichen Breitengraden. Oder willst du mir jetzt sagen, dass dir das Phänomen des "face" hier in China nicht bekannt ist?
Kenne ich nur zu gut. Chinesen die eine solche Einstellung haben kenne ich mehr als genug und musste feststellen, dass man mit denen nur sehr schwer arbeiten kann. Probleme werden nicht zugegeben, wenn was schief läuft will man es vertuschen etc. Ganz schlimmes Problem der chinesischen Gesellschaft - meiner Meinung nach.
RoyalTramp hat geschrieben: Übrigens auch ein Umstand, der gerade diesem australischen Arbeitskollegen bekannt gewesen sein musste, wie hoch der Druck hier bereits ist, der auf den Jugendlichen lastet, denn er hatte ja tagtäglich mit völlig übermüdeten und überforderten Jugendlichen zu tun. Und statt sich zusammenreißen, hat er dem Mädchen noch mehr Druck aufgehalst, dass aber irgendwann mal jemand an diesem ganzen Druck, der hier permanent einwirkt, zerbricht, dazu muss man nicht erst ein Diplom in Psychologie haben.
Keine Ahnung, wie es bei chinesischen Studenten ist. Ich habe nur gehört, dass zu Klausurzeiten die Belastung extrem hoch sein soll.
Wieviel Belastung jemand aber ausgesetzt ist und was man der Person noch weiter zumuten kann - ich denke mal das kann nicht mal ein Psychologe zu 100% voraussagen - geschweige denn ein "normaler" Mensch.
RoyalTramp hat geschrieben: Indes: Er hatte nicht vorausahnen können, dass sich das Mädchen dann seinetwegen versucht, sich umzubringen, aber soweit hätte es erst gar nicht kommen müssen, wenn er einfach nur ehrlich gewesen wäre. Ehrlichkeit! Ist das zuviel verlangt? Ist das schon total unnormal in unserer westlichen Wertegesellschaft, wenn man Ehrlichkeit fordert?
Woher weisst du, dass er der Studentin nicht gesagt hat, dass er Frau und Kinder hat? Das er nur begrenzte Zeit in China ist?
Wie gesagt, ich will hier nicht schreiben er habe alles richtig gemacht, aber du stellst Behauptungen auf die einfach nicht zu beweisen sind.
Ehrlichkeit - da fällt mir noch was zu ein. Chinesen bezeichnen uns sehr gerne als naiv, weil wir so ehrlich sind. Wir sprechen Probleme immer direkt an, Chinesen reden lieber drum rum und in der Geschäftswelt (ich weiss, zählt nicht) versucht man lieber zu betrügen als mit der Wahrheit heraus zu rücken. Ich fordere auch Ehrlichkeit - aber nicht nur von den "Gästen" in China, auch von den "Gastgebern". Allerdings mache ich mir weder bei der Einen noch der Anderen Gruppe Hoffnung, dass ich bekomme was ich möchte.
RoyalTramp hat geschrieben: Sorry, aber das ich nun z.B. an der Xiangtan Uni keinen Job als Deutschlehrer bekomme, habe ich diesem Lehrer zu "verdanken".
Ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber wenn ich immer anderen die Schuld gegeben hätte weil ich einen Job nicht bekommen habe (ok, waren nur zwei), dann wäre ich heute 1. zutiefst deprimiert und 2. nicht da wo ich derzeit bin.
Schonmal drüber nachgedacht, dass man diese Geschichte nur als Vorwand genommen haben könnte um dich abzuweisen? Auch das ist Teil chinesischer Kultur - Harmoniebedürfnis. Dem Anderen eine schlechte Botschaft übermitteln ohne seine Gefühle zu verletzen.
RoyalTramp hat geschrieben: Es ist wirklich nicht so, dass ich mir hier das Leben selber erschwere. Auch die Vorurteile, mit denen ich in der Familie meiner Freundin zu kämpfen hatte, habe ich mir nicht selbst eingebrockt. You know? Sprich: Diese von mir hier so scharf angegriffenen Leute machen mir das Leben in China in der Tat schwerer, als es ohne sie auch schon wäre. Danke dafür!
Welche Vorurteile denn noch? Womit musstest du in der Familie deiner Freundin kämpfen? Ich kann es ja nicht wissen, war erstens nicht dabei und zweitens sind meine Verlobte und ihre Familie ja nicht repräsentativ. :wink:
RoyalTramp hat geschrieben: Das lasse ich für Ausländer in Deutschland sogar gelten, aber hier sind wir in China und hier sind wir die Ausländer, die hier auf die hiesige Leitkultur, wenn sie sich nicht anpassen wollen, so doch wenigstens Rücksicht darauf nehmen sollen!
Rücksicht nehmen, ja. Anpassen nur teilweise. Wie gesagt, einige Dinge die in diesem Land passieren sind mit meinen moralischen Werten eher schwer zu vereinbaren. Ich komme damit klar, möchte aber selbst nicht so werden.

Was deine Theorie der Ausländer und der "Landeier" angeht.
Gibt da noch ein Problem. Dieser Typ Ausländer, der nur herkommt um seinen Spass zu haben und möglichst viele Mädchen flach zu legen hat mit dem Land, der Kultur, der Mentalität und der Sprache in der Regel nicht viel zu tun. Die "naiven Landeier" haben mit der englischen Sprache aber auch nicht so viel am Hut - haben ja entweder keine Zeit zu lernen oder nie Kontakt zu Ausländern gehabt etc. Glaubst du allen Ernstes, so ein "Idiot" würde sich die Mühe machen ein "Landei" anzubaggern und nicht "zum Schuss" kommen zu können, weil sie nicht versteht was er sagt? Die suchen sich eher die Mädels aus, die sowas kennen und auch etwas die Sprache können, zumindest englisch - was irgendwo vorher schonmal jemand gepostet hat.
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Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen

Beitrag von PAX »

Das war ich Belrain. Eigentlich hast es in deinem letzten Beitrag und Absatz nur anders formuliert. ^^


@ RT: Also deine Freundin ist wirklich seltsam. Einerseits tanzt sie wie ne Wilde 3 Stunden am Stück in dem Laden, aber verteufelt ihn anschließend. Aber wenn sie dort keinen Spaß gehabt hat, wieso durftest du dann so lange ihre Tasche halten, während sie tanzt? Das ist doch irgendwie Paradox. Oder zwingt die KP jetzt Mädels einen gewissen Stundensatz im Jahr zu tanzen? :mrgreen:
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Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen

Beitrag von RoyalTramp »

PAX hat geschrieben:@ RT: Also deine Freundin ist wirklich seltsam. Einerseits tanzt sie wie ne Wilde 3 Stunden am Stück in dem Laden, aber verteufelt ihn anschließend. Aber wenn sie dort keinen Spaß gehabt hat, wieso durftest du dann so lange ihre Tasche halten, während sie tanzt? Das ist doch irgendwie Paradox. Oder zwingt die KP jetzt Mädels einen gewissen Stundensatz im Jahr zu tanzen? :mrgreen:
Ich verstehe es ehrlich gesagt selber nicht, denn mein Eindruck war, dass es ihr eigentlich an dem Abend Spaß gemacht hatte. Aber so kann man sich vertun...
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Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen

Beitrag von RoyalTramp »

@ Bossel

"Einer besonderen Schuld" ist nicht DIE Schuld und "eine weitere Schuld" heißt, dass es noch andere Schuldlagerungen gibt. Bitte lesen. Abgesehen von den ganzen anderen Dingen, aus denen eigentlich eindeutig hervorgeht, dass ich ihn nicht für den allein Schuldigen halte. Aber ist bei Euch (Dir?) eh sinnlos.
Quark. Bloßer Kontakt reicht nicht. Wie gesagt, als ich nur deren Lehrer war, habe ich auch nicht viel mitgekriegt. Nachher, nachdem ich mich mit einigen Studenten angefreundet hatte, kamen die knackigeren Fakten ans Licht.
Was glaubst du, wie das in Hunan war? Ich rede derzeit hier von Shanghai und da sind die Kontakte zu den Schülern an der NOS sehr eingeschränkt, da man nicht von vorne bis abends, mehrmals die Woche und das ein ganzes Jahr zu tun hat. Die meisten Studenten sitzen hier für 2 Monate in den Kursen. Für 5 Stunden pro Einheit. Da bleibt keine Zeit für ausführlichere Kontakte. Aber ich kann die versichern, dass die Situation an der Uni in Hunan eine gänzlich andere war, als hier in Shanghai.
Na, dann zeig mal die dazugehörigen Statistiken. Nicht mal an der Uni, an der ich jetzt bin (& das ist eine bessere Uni in Peking, konservativ-kommunistischer Laden, mit satt Kommispitzeln unter den Studenten), ist das so. Geschweige denn damals in Shaoguan. & von den Absolventen anderer Unis, die ich kenne, habe ich sowas auch seltenst gehört.
Gibt keine Statistiken dazu, also steht hier dein Wort gegen meines. Mit dem Unterschied, dass alleine die Bevölkerungsstruktur eher meine Position stützt (-> siehe Unterscheidung zwischen Stadt- und Landbevölkerung)
Vorurteile sind ein Fehler derjenigen, die die Vorurteile haben.
Nein, das sehe ich nicht so, da du damit die Wertehaltung einer Gesellschaft, in der irgendwie geartete Vorurteile vorhanden sind, verurteilen würdest. Vorurteile gehören aber nunmal zum menschlichen Leben dazu und sind ein "reiner" Schutzmechanismus. Vorurteile sind daher keine Fehler an sich bzw. Vorurteile zu haben ist kein Fehler. Ein Fehler wird es erst, wenn man sich von diesen Vorurteilen dann in seinem Handeln leiten lässt. Ist übrigens nur meine rein persönliche Meinung zu dem Thema "Vorurteile" allgemein.
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Re: Mit Vorurteilen umgehen, die Einen evtl. in China begegnen

Beitrag von NHR »

RoyalTramp hat geschrieben: Du hast als Argument genannt, dass ja nur die wenigsten Ausländer hier auf Landeier stoßen, weil sie nicht in die Dörfer gehen. Ich wollte den damit entstandenen Eindruck widerlegen, dass man als Ausländer erst auf die Dörfer gehen muss, um auf Landeier zu stoßen. Nochmal: Du findest sie hier in der Stadt an allen Ecken und Enden. Diese Bevölkerung aus hier neulich erst Immigrierten und ehemaligen Immigrierten aus den Provinzen stellen sogar das Gros in Shanghai dar. Und wie ich betont habe: Diese Menschen haben nach dem Überschreiten der Stadtgrenze nicht von heute auf morgen ihre "alten" und "überkommenen" Moralvorstellungen vom Lande über Bord geworfen und sind plötzlich ganz neue Menschen.
Die von Dir angeführten Statistiken sagen allerdings nicht aus, dass der Überwiegende Anteil der jungen Shanghainesen sich aus Landeiern zusammensetzt.

The net migration, i.e. the number of immigrants minus emigrants, in 1997 amounted to 47,500, and the percentage increase caused by immigration was 3.6 per 1,000.

Die drifting population ist darin nicht enthalten und für unsere Diskussion auch nicht relevant.
Zu den Einwanderern musst Du gemeldete westliche Expats genauso hinzuzählen wie asiatische Einwanderer. Da wären z.B. die Taiwanesen. In der Taipei Times las ich von ca 1 Mio Taiwanesen in Shanghai. Ob diese Zahl stimmt, habe ich nicht überprüft. Tatsache ist jedoch, dass es um 2001 ca 300.000 waren, das habe ich überprüft. Tendenz war steigend. Die momentanen Strait Relations lassen da auch gar keinen anderen Schluss zu. Grade erst ende Oktober wurde von Shanghai der freie Devisenhandel zwischen RMB und NT$ beantragt. Taiwan ist ein wichtiger Motor für den Boom in China.
Ich persönlich kenne mehrere Taiwanesen, deren Väter und/oder Eltern in Shanghai LEBEN und dort teils nochmal eigene Familien haben.

Ich will gar nicht in Abrede stellen, dass die VR Chinesen der anliegenden Provinzen das Gros der Einwanderer stellen. Nur machst Du es Dir in dieser Sache halt mal zu einfach.
RoyalTramp hat geschrieben:Since 1993, Shanghai has been the first region of China to have a negative fertility growth rate in its registered population, while the total number of registered people is increasing owing to in-migration. According to the 2000 population census, the rate of natural increase was -1.9 per 1,000. [...]
There were once sharp rises and falls in the population caused by migration throughout the period from 1949, the establishment of the People's Republic, to the year 1980. Since then, the migration rates have tended to be stable with a constantly larger in-migration than out-migration rate, and the wave motions were much less obvious than those of the prior period, with an average net in-migration figure of 39,800 each year. The main determinants for those moves are job transfer, education, and technical training. [...]
[/quote]

Nur interessieren die Immigranten vor sagen wir mal 1980 bezüglich dieser Diskussion doch niemanden. Die Kinder derer, die bis 1980 nach Shanghai einwanderten, dürften ebenfalls unter die Rubrik "Stadtkind" fallen.
Interessant wäre nur, wer von den z.B. 15-30 jährigen Shanghainesen eingewandert und wer in Shanghai aufgewachsen ist.
Und da sehe ich in Deinen links keine verwertbaren Informationen.
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