Heimwerken in China = ein Terra incognita?
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Heimwerken in China = ein Terra incognita?
Nun gibts ja in China schon seit Jahren IKEA - aber richtige Baumärkte wie z.B. in Deutschland hab ich da noch nicht gesehen.
Was meint Ihr, wird sich da in nächster Zeit was Grundlegendes daran ändern oder eher nicht?
Was meint Ihr, wird sich da in nächster Zeit was Grundlegendes daran ändern oder eher nicht?
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.
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Re: Heimwerken in China = ein Terra incognita?
B&Qingo_001 hat geschrieben:Nun gibts ja in China schon seit Jahren IKEA - aber richtige Baumärkte wie z.B. in Deutschland hab ich da noch nicht gesehen.
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Re: Heimwerken in China = ein Terra incognita?
Also kein Terra incognita?
Hatte bei meinen bisherigen China-Reisen eher den Eindruck, als wenn für so ziehmlich jeden kleinen Handgriff irgend ein "Fachmann" beauftragt wird, bevor man selbst tätig wird.
Ich dachte sogar schon, dass man Handwerken als etwas versteht, was eher als "niedere Arbeit" angesehen wird.
Hab mich da anscheinend getäuscht.
Hatte bei meinen bisherigen China-Reisen eher den Eindruck, als wenn für so ziehmlich jeden kleinen Handgriff irgend ein "Fachmann" beauftragt wird, bevor man selbst tätig wird.
Ich dachte sogar schon, dass man Handwerken als etwas versteht, was eher als "niedere Arbeit" angesehen wird.
Hab mich da anscheinend getäuscht.
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Re: Heimwerken in China = ein Terra incognita?
Man findet die Baumärkte in einer chinesischen Stadt nicht im Zentrum sondern am Stadtrand. Auch wenige Leute kaufen direkt von Baumärkten die Stoffe und so. Es gibt wahrscheinlich sehr viele B-Waren im Markt. Bessere Idee wäre die Empfehlung und Vermittlung durch Bekannten und Verwandten.
Wenn ich in deine Augen seh', so schwindet mein Leid und Weh.....
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Re: Heimwerken in China = ein Terra incognita?
Ganz im Gegenteil, China ist ein Paradies für DIY!ingo_001 hat geschrieben:Heimwerken in China = ein Terra incognita?
Man darf halt Ikea nicht mit Baumärkten vergleichen und Baumärkte nicht mit Handwerker. Und Handwerker nicht mit Heimwerken verwechseln!
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Re: Heimwerken in China = ein Terra incognita?
DIY ist in China nicht sehr ausgeprägt. Es kommt wohl teilweise daher das Handwerker billig sind (nicht nur der Lohn) und das handwerkliche Arbeit einen sehr niedrigen Stellenwert hat.laogai hat geschrieben:Ganz im Gegenteil, China ist ein Paradies für DIY!
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Re: Heimwerken in China = ein Terra incognita?
Hi,
als ich in BJ gelebt hatte war ganz in der Nähe der grösste Baumarkt der Welt, ein B&Q beim 3.Ring West.
Das ist aber eher Möbel und Deko als Heimwerken. Werkzeug, Farbe, Baustoffe usw. war eher armselig, vielleicht 10% der Fläche.
Bezogen auf die Städte für Leute ab der Mittelschicht (ein paar tsd RMB/Monat):
DIY ist in China eher BuyIY oder "Suche aus" IY. Niemand kommt da auf die Idee die Wohnung selbst zu streichen, aus mehreren Gründen, denke ich. Es ist Vermietersache und wenn nicht, dann hat das noch nie einer gemacht, man kennt keinen der das mal gemacht hat und die "Handwerker" (die meisten deutschen Heimwerker könnten es besser) sind so spottbillig.
Dazu sind die Ansprüche auch recht niedrig. Wer sich keinen Handwerker leisten kann lässt die Wände halt so ranzig wie sie sind.
Es gibt auch keine Kultur dafür. Früher waren das alles staatliche Wohnungen, da hat Papa nie was gemacht, also kennt Sohnemann das eben nicht. Zum Teil vielleicht auch noch ein gewisser Fatalismus als Relikt aus wirklich sozialistischen Zeiten. Wo es unsereins in den Fingern juckt (wo ist der Werkzeugkasten) wenn etwas kaputt, schrottig und oll ist, nehmen Chinesen das einfach hin.
Ich habe mir dort als erstes mal nen Werkzeugset mit Schlagbohrer gekauft. Deutscher Mann ohne Bohrmaschine im Haus geht ja gar nicht. Grössere Sachen hat aber alle der Vermieter gemacht, erstaunlich unkompliziert übrigens.
Gruß,
Norbert
als ich in BJ gelebt hatte war ganz in der Nähe der grösste Baumarkt der Welt, ein B&Q beim 3.Ring West.
Das ist aber eher Möbel und Deko als Heimwerken. Werkzeug, Farbe, Baustoffe usw. war eher armselig, vielleicht 10% der Fläche.
Bezogen auf die Städte für Leute ab der Mittelschicht (ein paar tsd RMB/Monat):
DIY ist in China eher BuyIY oder "Suche aus" IY. Niemand kommt da auf die Idee die Wohnung selbst zu streichen, aus mehreren Gründen, denke ich. Es ist Vermietersache und wenn nicht, dann hat das noch nie einer gemacht, man kennt keinen der das mal gemacht hat und die "Handwerker" (die meisten deutschen Heimwerker könnten es besser) sind so spottbillig.
Dazu sind die Ansprüche auch recht niedrig. Wer sich keinen Handwerker leisten kann lässt die Wände halt so ranzig wie sie sind.
Es gibt auch keine Kultur dafür. Früher waren das alles staatliche Wohnungen, da hat Papa nie was gemacht, also kennt Sohnemann das eben nicht. Zum Teil vielleicht auch noch ein gewisser Fatalismus als Relikt aus wirklich sozialistischen Zeiten. Wo es unsereins in den Fingern juckt (wo ist der Werkzeugkasten) wenn etwas kaputt, schrottig und oll ist, nehmen Chinesen das einfach hin.
Ich habe mir dort als erstes mal nen Werkzeugset mit Schlagbohrer gekauft. Deutscher Mann ohne Bohrmaschine im Haus geht ja gar nicht. Grössere Sachen hat aber alle der Vermieter gemacht, erstaunlich unkompliziert übrigens.
Gruß,
Norbert
Re: Heimwerken in China = ein Terra incognita?
Die Ansprüche sind niedrig weil Qualität relativ ist. Wer nie Qualität gesehen hat kann auch keinen Standart haben. Ich glaube nicht das die meisten jemals darauf geachtet haben wie die Kacheln im Bad verlegt und verfugt sind.sonero-1 hat geschrieben:Dazu sind die Ansprüche auch recht niedrig.
Viel was in D normal ist, z.B. Verlegeparket das geht in China gar nicht weil die Wohnungen keinen schwimmenden Estrich haben und der Fussboden viel zu uneben ist. Mit Massivholz kann man es ja wieder korrigieren.
Zum B&Q, ich kenne nur den in Shenzhen und in Hong Kong und muss sagen das die Auswahl eigentlich ok ist. Vieles gibt es nicht, aber einiges dann überraschenderweise doch, z.B. Balkenschuhe.
Der B&Q in Hong Kong hat leider gerade letzten Monat zugemacht. Schade drumm.
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Re: Heimwerken in China = ein Terra incognita?
Dein Eindruck deckt sich aber mit meinem. Das ist, so wie ich das sehe, eher eine Frage der Mentalität. Wenn zum Beispiel in einer Firma der Wagenwäscher krank ist, wird der Fahrer den Wagen eher dreckig lassen als ihn selbst zu waschen, selbst wenn er vor Dreck starrt. In andere Tätigkeitsbereiche hineinzugreifen wird oft als Transgression gesehen. Hab ich jedenfalls so mitgekriegt.ingo_001 hat geschrieben:Also kein Terra incognita?
Hatte bei meinen bisherigen China-Reisen eher den Eindruck, als wenn für so ziehmlich jeden kleinen Handgriff irgend ein "Fachmann" beauftragt wird, bevor man selbst tätig wird.
Ich dachte sogar schon, dass man Handwerken als etwas versteht, was eher als "niedere Arbeit" angesehen wird.
Hab mich da anscheinend getäuscht.
Der Anspruch, alles Mögliche selbst machen zu können, ist - jedenfalls derzeit - nach meinem Eindruck nicht sehr chinesisch. Das muss gar nicht so sehr mit einer Ver- oder Missachtung manueller Arbeit oder "niederer Stände" einhergehen. Da hatte ich eher den Eindruck, dass selbst der neureiche Yuppie keine Sperren hat, sich mit ein paar abgerissenen Arbeitern im Restaurant an einen Tisch zu setzen und zu plaudern - in Südamerika wäre das undenkbar.
Immerhin scheinen sich Dinge zu wandeln. Im Supermarkt in Dongcheng (U-Bahn Dongsi) gab es ordentliche Zangen und Schraubenzieher zu kaufen. Das war eher was Neues. Die grüngelben chinesischen Zangen sind übrigens gut gefertigt und sehr stabil.
gruss, a^2
Re: Heimwerken in China = ein Terra incognita?
B&Q ist ganz OK, hier in Guangzhou gibt es einige davon und deren Angebot ist wirklich gut, vergleichbar einem mittelgrossen Baumarkt in D. Bei manchen Sachen muss man Abstriche machen - Die Auswahl bei Schrauben, Naegel und andere Kleineisenteile ist doch recht uebersichtlich. Werkzeugauswahl ist OK fuer den Heimwerkerbedarf. Es gibt auch Holzzuschnitt aber auch dort ist das Angebot nicht so gross aber fuer das Regal in der Abstellkammer oder die Lautsprecherboxen reicht es...
Noch etwas zum haeuslichen DIY - es ist verstaendlich, dass sich das in China in Grenzen haelt, ich zahle hier z.B. bei der Hausverwaltung 10RMB fuer den Hausservice der dafuer einen neuen Wasserhahn anbaut, das Waschbecken neu silikoniert und noch eine Neonroehre wechselt, Material kann ich selber bringen oder er kauft es auch noch beim Laden um die Ecke. Fuer 10 RMB kann ich mir keine Zange und Silikonpresse kaufen...
Gruss
Noch etwas zum haeuslichen DIY - es ist verstaendlich, dass sich das in China in Grenzen haelt, ich zahle hier z.B. bei der Hausverwaltung 10RMB fuer den Hausservice der dafuer einen neuen Wasserhahn anbaut, das Waschbecken neu silikoniert und noch eine Neonroehre wechselt, Material kann ich selber bringen oder er kauft es auch noch beim Laden um die Ecke. Fuer 10 RMB kann ich mir keine Zange und Silikonpresse kaufen...
Gruss
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Re: Heimwerken in China = ein Terra incognita?
Ich wollte damit auch nicht sagen, dass die Chinesen begeisterte oder gar begnadete Heimwerker sind.HK_Yan hat geschrieben:DIY ist in China nicht sehr ausgeprägt. Es kommt wohl teilweise daher das Handwerker billig sind (nicht nur der Lohn) und das handwerkliche Arbeit einen sehr niedrigen Stellenwert hat.laogai hat geschrieben:Ganz im Gegenteil, China ist ein Paradies für DIY!
Wer aber DIY frönt wird in China sehr wohl fündig, was das Material anbelangt. Baumärkte wie bei uns, wo man alles unter einem Dach bekommt, sind zwar selten, aber dafür gibt es die vielen kleinen Läden, die auf ein bestimmtes Material (Holz, Metall, Plaste usw.) oder einen bestimmten Bereich (z.B. Sanitär) spezialisiert und oft recht gut ausgestattet sind. Man muss halt nicht nur im 五金商店 um die Ecke suchen.
Und wenn man etwas Bestimmtes nicht bekommt heißt es eben improvisieren. Darin liegt ja gerade der Reiz beim Heimwerken
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Re: Heimwerken in China = ein Terra incognita?
Dem stimme ich zu. Lebe in einer Ecke, wo der naechste Baumarkt 300km weit weg ist. Aber es hat hier jede Menge kleinere Laeden, die alles, was man zum Heimwerken braucht, anbieten.laogai hat geschrieben: Wer aber DIY frönt wird in China sehr wohl fündig, was das Material anbelangt. Baumärkte wie bei uns, wo man alles unter einem Dach bekommt, sind zwar selten, aber dafür gibt es die vielen kleinen Läden, die auf ein bestimmtes Material (Holz, Metall, Plaste usw.) oder einen bestimmten Bereich (z.B. Sanitär) spezialisiert und oft recht gut ausgestattet sind. Man muss halt nicht nur im 五金商店 um die Ecke suchen.
Und wenn man etwas Bestimmtes nicht bekommt heißt es eben improvisieren. Darin liegt ja gerade der Reiz beim Heimwerken
Ich habe im letzten Monat unser Gaestezimmer selber renoviert, weil ich DIY gerne mache, und hab soweit alles bekommen, auch wenn es manchmal schwieriger war, als in Deutschland( z.B mal eben zum Baumarkt um passendes Abklebe-Band zu kaufen)
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